Objektive Methode zur Bewertung von Umfahrungsprojekten

Di, 16.01.2018 - 17:41

Mit einer neuen Methode werden in Oberösterreich Straßenprojekte wie biespielsweise geplante Umfahrungsprojekte, Umfahrungswünsche oder Spangen anhand qualitativer und quantitativer Kriterien bewertet. Ziel der Methode ist es, Umfahrungsprojekte nach einheitlichen Kriterien zu beurteilen und damit die generelle Entscheidung über die weitere Vorgangsweise zu treffen.

Das Ergebnis der Detailbewertung ist die Grundlage für die Zuweisung in drei generelle Umsetzungsklassen:

  • Ja: Das Projekt soll umgesetzt werden.
  • Ja, aber nicht vordringlich: Das Projekt soll nicht vordringlich umgesetzt werden (Umsetzung, wenn Budgetmittel vorhanden).
  • Nein: Das Projekt wird nicht umgesetzt.

Bei dieser Bewertungsmethode werden die einzelnen Entscheidungskriterien aufgelistet und farblich dargestellt. Bei den einzelnen Kriterien (z. B. Entlastung, Verkehrssicherheit) zeigt beispielsweise die Farbe Grün, dass ein Kriterium für und Rot, dass ein Kriterium gegen eine Umsetzung des Umfahrungsprojekts spricht. Für die Einteilung in die drei Umsetzungsklassen (Ja - Ja, aber nicht vordringlich – Nein) werden die verschiedenen Umfahrungsprojekte miteinander verglichen.

OÖ_Objektive Methode zur Bewertung von Umfahrungsprojekten

Vier Wirkungsziele

Die einzelnen Kriterien für die Umfahrungsbewertung werden nach vier Wirkungszielen zusammengefasst. Damit soll eine einfache Vergleichbarkeit und Verständlichkeit, auch über die Fachplanungsebene hinaus, gewährleistet werden.

Die eruierten Wirkungsziele orientieren sich nach den Grundsätzen einer wirkungsorientierten Landesstraßenverwaltung:

  • Wirkungsziel: Verkehrssicherheit
  • Wirkungsziel: Verbindungsfunktion für Durchfahrende
  • Wirkungsziel: Kosten/Nutzen
  • Sonstige Argumente: Pro und Kontra

Jedes Wirkungsziel ist mit quantitativen und qualitativen Kriterien versehen. Für das Wirkungsziel „Entlastung für die Bevölkerung“ werden beispielsweise folgende Kriterien ermittelt:

  • Gegenüberstellung der Kfz-Verkehrsbelastung (DTVw) mit der Anzahl der Betroffenen in einem Korridor an der Bestandsstrecke
  • Gegenüberstellung des Schwerverkehrsanteils (des DTVw) mit der Anzahl der Betroffenen
  • Entscheidungskriterium Aufenthaltsfunktion/Querungsbedarf
  • Entlastungswirkung (Kfz/24h x Betroffene)

Es gibt in Oberösterreich (u. a. von den betroffenen Gemeinden) eine Vielzahl von Umfahrungswünschen und es kommen auch laufend neue hinzu. „Es wird bewusst darauf verzichtet, Umfahrungsprojekte mit Hilfe von errechneten Bewertungszahlen genau zu reihen. Dafür ist die methodische Vorgangsweise nicht ausgerichtet. Vielmehr stellt diese Methodik eine Generalinspektion nach Effizienzkriterien dar“, verdeutlicht Landesrat Günther Steinkellner. Darüber hinaus ergibt die Einteilung in den ersten beiden Umsetzungsklassen keine genaue zeitliche Reihung der Umsetzung. Die Anzahl und der Zeitpunkt der umzusetzenden Projekte sind einerseits von den rechtlichen Verfahrensdauern und anderseits von den zur Verfügung stehenden Budgets abhängig.

In die Umsetzungsklasse „Das Projekt wird nicht umgesetzt“ wurden die Umfahrung Allhaming und die Umfahrung Pötting eingereiht. Die Umfahrung Allhaming zeigt in der Zusammenschau aller Kriterien ein eindeutig negatives Bild. Auch im Vergleich der beurteilten Umfahrungen zueinander weist das Projekt eine sehr schlechte Bewertung auf, was zur negativen Einstufung geführt hat. Die als für eine Umsetzung nicht zielführend bewertete Umfahrung wird durch ein Maßnahmenpaket am Bestand in der Ortsdurchfahrt der L 534 ersetzt.

Auch die Umfahrung Pötting zeigt in der Zusammenschau aller Kriterien ein eindeutig negatives Bild. Im Vergleich der beurteilten Umfahrungen zueinander weist das Projekt eine sehr schlechte Bewertung auf, was ebenfalls zur Einstufung in die Umsetzungsklasse „Nein – das Projekt wird nicht umgesetzt“ geführt hat.

Alle anderen Überprüfungen führten bis dato zur Einreihung in die ersten beiden Umsetzungsklassen. Detaillierte Informationen über diese Umfahrungsprojekte sind auch auf der Landeshomepage enthalten.

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