Weniger Gemeinden sind hoch verschuldet

Di, 25.07.2017 - 12:25

Beim durchschnittlichen Verschuldungsgrad der Tiroler Gemeinden zeigt sich eine kontinuierliche Verbesserung. Weniger Gemeinden sind wirklich hoch verschuldet. Insgesamt nahm die Verschuldung um 2,9 Prozent zu. Gemeindereferent Johannes Tratter will die Verschuldungssituation in den Kontext der Investitionsbereitschaft vieler Kommunen: „Zahlen allein sagen daher wenig aus. Tatsache ist, dass in Tirol viel Geld in die nachhaltige Sicherung und den notwendigen Ausbau der kommunalen Infrastruktur sowie in die Daseinsvorsorge fließt.“

Die jährlich von der Abteilung Gemeinden herausgegebene Bericht zur Finanzlage der Tiroler Gemeinden informiert über die finanzielle Situation der Kommunen, über den Grad der Verschuldung sowie über die Verwendung der Bedarfszuweisungen aus dem Gemeindeausgleichsfonds (GAF).

Pro-Kopf-Verschuldung

Ein Vergleich mit den anderen Bundesländern zeigt, dass im Jahr 2015 (für 2016 sind noch keine bundesweiten Daten verfügbar) die Tiroler Gemeinden mit 1.131 Euro pro Einwohner (2016: 1.151 Euro pro Einwohner) den bundesweit drittgeringsten Wert auswiesen. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der österreichischen Gemeinden 2015 lag bei 1.671 Euro. Im Vergleich dazu betragen die Staatsschulden der Republik Österreich etwa 39.528 Euro pro.

Weniger Gemeinden hoch verschuldet

Der durchschnittliche Verschuldungsgrad sank im Jahr 2016 auf 28 Prozent. Dieser positive Trend rückläufiger Verschuldung zeigt sich gerade bei jenen Gemeinden, die zuvor mit über 50 Prozent Verschuldungsgrad stärker betroffen waren – zu dieser Gruppe zählte im Jahr 2016 mit 70 Gemeinden nur mehr jede vierte Gemeinde. Ebenfalls erfreulich: Die Zahl der gering und mittelmäßig verschuldeten Gemeinden (Verschuldungsgrad bis 50 Prozent) hat sich im Jahr 2016 folglich auf 75 Prozent erhöht. Am Gipfel der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 war noch fast jede zweite Gemeinde stark oder voll verschuldet.

Verschuldung der Tiroler Gemeinden

Der Schuldenstand ist von 814,6 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 837,9 Millionen Euro im Jahr 2016 um 2,9 Prozent angestiegen. Der Großteil der Darlehensaufnahmen betrifft die Finanzierung notwendiger Vorhaben v.a. im Bildungssektor mit Investitionen in Kindergärten und Pflichtschulen, in Amtsgebäude, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Abgabenertragsanteile

Deren Steigerungen sowie jene bei den eigenen Gemeindesteuern sind 2016 wieder etwas geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Die Steuerreform des Bundes samt Lohn- und Einkommensteuerentlastung schlägt sich auch hier nieder. Auf der Ausgabenseite steigen die Leistungen für den Sozial- und Gesundheitsbereich weiter an.

Bedarfszuweisungen aus dem GAF

Im Jahr 2016 wurden dafür seitens des Landes knapp 106 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dadurch war es möglich, Förderungsschwerpunkte zu setzen, Initiativen (z. B. Kinderbetreuung, Breitbandoffensive u.a.) zu starten bzw. fortzuführen und vor allem einen möglichst gerechten Ausgleich zwischen den Gemeinden herzustellen, um die wichtigsten Bereiche wie Schulen und Kindergärten, Gemeindestraßen, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung sowie sonstige Infrastrukturaufgaben bewältigen zu können.

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