Mit großen Idealismus und grenzenlosem Einsatz

Schon früh hatte eine Reihe von Salzburger Bürgermeistern erkannt, dass die einzelne Gemeinde bei der Wahrnehmung ihrer Interessen gegenüber dem Bund und Land und sonstigen Körperschaften auf fast verlorenem Posten steht und dass nur eine geschlossene und starke Vereinigung aller Gemeinden in der Lage ist, die kommunale Selbstverwaltung zu schützen und auszubauen. Am 6. Juni 1947 fand in Salzburg die erste Besprechung zur Gründung eines Salzburger Gemeindeverbandes statt.

17 Bürgermeister aus allen Bezirken waren der Einladung von NR Isidor Grießner, Bürgermeister von Fusch an der Glocknerstraße, gefolgt. Bei dieser Sitzung wurde ein Proponentenkomitee bestellt. In weiterer Folge wurden in allen Bezirken des Landes Bürgermeister-Konferenzen abgehalten und die Satzungen des Verbandes erstellt, die am 26. Juli 1947 behördlich genehmigt wurden.

Das Proponentenkomitee war bestrebt, dass möglichst viele Gemeinden dem Salzburger Gemeindeverband beitraten. Tatsächlich hatten bis Ende des Jahres 1947 bereits 78 von 109 Gemeinden ihren Beitritt erklärt und im Rahmen von Bezirksbürgermeisterkonferenzen ihre Delegierten bestimmt. Ebenfalls noch im Jahr 1947 wurde dem neuen Verband das Recht zugesprochen, das Salzburger Landeswappen zu führen.

Am 29. Jänner 1948 fand dann die erste Delegiertenversammlung statt, bei der Hans Stelzinger, Bürgermeister von Seekirchen-Markt, zum Landesobmann gewählt wurde. Landesobmannstellvertreter wurde Bürgermeister Raimund Rohrmoser (Saalfelden). Der Rechtsreferent der Landwirtschaftskammer, Dr. Birner, wurde nebenberuflich zum Sekretär des Verbandes bestellt. In weiterer Folge schloss sich der Salzburger Gemeindeverband dem Österreichischen Gemeindebund an.

1. Österreichischer Gemeindetag „der Neuzeit“ in Salzburg .

Einen Höhepunkt des Jahres 1948 stellte der 1. Österreichische Gemeindetag dar, der in Salzburg abgehalten wurde. Wie Stelzinger in einem seiner Berichte ausführte, gab diese erstmalige Veranstaltung ihrer Art auch dem Salzburger Verbandsleben erheblichen Auftrieb.

Im Jahr 1950 wurde satzungsgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Bürgermeister Stelzinger blieb Landesobmann, stellvertretender Obmann wurde der Bürgermeister von Neukirchen am Großvenediger, Nationalratsabgeordneter Hans Schweinberger.

Im Laufe der Zeit konnte man mit einem nebenberuflichen Sekretär nicht mehr das Auslangen finden, sodass mit 1. November 1953 Josef Schöpp zum ersten hauptberuflichen Landesgeschäftsführer bestellt wurde. Gleichzeitig wurde ein eigenes Büro in Salzburg in der Franz-Josef-Straße 41 eingerichtet.

Dr. Birner blieb Rechtskonsulent des Verbandes. Im Jahr 1974 beendete Josef „Sepp“ Schöpp seine Tätigkeit als Landesgeschäftsführer des Salzburger Gemeindeverbandes. Sein Nachfolger: Dr. Franz Hocker, der dann im Jahr 2004, nach 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit, seine Aufgaben an Dr. Martin Huber übergab.

Chronik der Verbandspräsidenten

Hans Stelzinger, gleichzeitig Landesfeuerwehrkommandant von Salzburg, blieb bis 1960 Landesobmann des Verbandes. Nach seinem Ausscheiden als Bürgermeister von Seekirchen-Markt wurde der Bürgermeister von Oberndorf, Hans Maier, zum Landesobmann gewählt. Stellvertreter blieb Bürgermeister Hans Schweinberger.

Nachdem Maier 1964 sein Amt als Bürgermeister niedergelegt hatte, wurde im darauffolgenden Jahr der Bürgermeister von St. Johann im Pongau, Hans Kappacher, zum Landesobmann gewählt. Bürgermeister Hans Esterer (Henndorf am Wallersee) wurde stellvertretender Obmann.

Nach dem Ausscheiden von Hans Kappacher aus seinem Bürgermeisteramt wurde Hans Esterer neuer Landesobmann des Salzburger Gemeindeverbandes. Als sein Stellvertreter trat Bürgermeister Simon Illmer aus Pfarrwerfen ins Amt.

Beide kandidierten dann 1984 nicht mehr für das Bürgermeisteramt, sodass 1985 Landtagspräsident Bürgermeister Hans Schmidinger (Thalgau) zum Präsidenten des Gemeindeverbandes gewählt wurde. Bürgermeister Rudolf Eder (Lofer) wurde Vizepräsident.

Nachdem Schmidinger aus dem Bürgermeisteramt ausschied wurde im Jahr 1992 Bürgermeister  Helmut Mödlhammer (Hallwang) zum neuen Präsidenten ernannt und verblieb in dieser Funktion bis er Mitte 2014 vom Bürgermeister von St. Johann im Pongau, Günther Mitterer, abgelöst wurde. Zu seinem Vizepräsidenten wurde der Elixhausner Bürgermeister Markus Kurcz gewählt.

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Die Anliegen blieben die gleichen

Zentrales Anliegen des Salzburger Gemeindeverbandes war immer und ist stets die Vertretung der Interessen der Salzburger Gemeinden gegenüber Land und Bund, vor allem in finanziellen Fragen.

„Kommunale Selbstverwaltung kann nur dann wirklich bestehen und die ihr zukommenden Aufgaben erfüllen, wenn sie finanziell abgesichert ist. Gerade aus dieser Erkenntnis heraus war es stets das Bemühen der Funktionäre des Salzburger Gemeindeverbandes, gegenüber Gesetzgebung und Vollziehung die Interessen der Gemeinden nach Kräften wahrnehmen zu können“, so der langjährige Präsident Helmut Mödlhammer im Jahre 2008.

In den Jahren seither konnte der Salzburger Gemeindeverband einige besondere Erfolge verzeichnen: Die stufenweise Neuregelung des Sozialhilfeschlüssels zugunsten der Gemeinden, die außerordentliche Anhebung des Grundtarifes für öffentliche Alters- und Pflegeheime sowie mehrere andere Verhandlungserfolge, bei denen die Unterstützung der Gemeinden seitens des Landes Salzburg deutlich verbessert werden konnte, etwa in Sachen Kindergärten und Schulverwaltungssoftware.

Den künftigen Herausforderungen – von der demografischen Entwicklung bis zum globalen Destinationswettbewerb – wird der Salzburger Gemeindeverband, wie in den letzten sieben Jahrzehnten, bestrebt und im Sinne der Gemeinden entgegen treten.

Die Jahre 2009 und 2010 waren für den Salzburger Gemeindeverband und seine Gemeinden von großen wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt, die Senkung des Sozialhilfeschlüssels zugunsten der Gemeinden konnte zumindest einige Jahre die Dynamik in diesem Bereich abfedern. Trotz der Nachwirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise blieben die Gemeinden die mit Abstand größten öffentlichen Investitionsgeber und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag für die wirtschaftliche und sozialpolitische Stabilität im Bundesland.

Die Folgejahre waren von einem massiven Ausbau und der Erneuerung der kommunalen Infrastruktur insbesondere im Bereich der stationären Senioren- und Pflegeeinrichtungen, der schulischen Nachmittagsbetreuung sowie der Betreuung der unter Dreijähren geprägt.

Mitte 2014 wurde die Führung der Interessenvertretung der Salzburger Gemeinden vom langjährigen Präsidenten Helmut Mödlhammer in die Hände von Günther Mitterer übergeben.

Zu den größten Erfolgen seit 2014 zählt die Umsetzung einer umfangreichen Bezugsreform bei den kommunalen Mandatsträgern sowie die vollständige Neustrukturierung der Ausbildung der Gemeindebediensteten, auch die gesetzliche Neuregelung der Anliegerleistungen konnte umgesetzt werden.

Große Herausforderungen waren und sind bis heute die Raumordnung, die Kinderbetreuung sowie die Kostenentwicklung in der sozialen Wohlfahrt – nur einige Beispiele von vielen.

www.gemeindeverband.salzburg.at

 

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