Auf Ersuchen von LH Pühringer prüft die Netz OÖ GmbH nochmals, welche Variante besser ist. Symbolfoto: Bilderbox

Erdverkabelung oder Freileitung?

Di, 18.08.2015 - 12:17

Die Netz OÖ GmbH, ein Tochterunternehmen der Energie AG Oberösterreich, plant die Errichtung einer 110-kV-Leitung von Kirchdorf nach Vorchdorf, um die Stromversorgung der Region langfristig sicherzustellen. Derzeit ist eine 110-kV-Freileitung über die 25 Kilometer lange Strecke in Planung.

Bereits vor vier Jahren hat Univ.-Prof. Lothar Fickert von der TU Graz in einem unabhängigen Gutachten des Landes eine Erdverkabelung mit bis zu dreifachen Kosten und geringerer Lebensdauer bewertet und eine Freileitung als Stand der Technik befürwortet.

Landeshauptmann Pühringer hat nun die Netz OÖ GmbH nochmals ersucht, um auch Bedenken und Kritik von Grundeigentümern entgegenzuwirken, das Projekt nochmals zu prüfen.

„Dabei sollen auch die möglicherweise seit Projektbeginn veränderten Umsetzungsmöglichkeiten und Kosten einer Verkabelungsvariante auf Basis von konkreten Ausschreibungen und Preisanfragen kalkuliert werden. Dies wird von einem externen Sachverständigen erarbeitet“, so Pühringer. Die Interessen der betroffenen Bevölkerung hinsichtlich des Landschaftsbildes etc. werden, wie in der Rechtsordnung zwingend vorgeschrieben, in den entsprechenden Verfahren berücksichtigt.

Bezüglich Medienberichten, wonach Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer von Seiten der Netz OÖ GmbH gedrängt wurden, privatrechtliche Vereinbarungen zu unterzeichnen, sagt Pühringer als Eigentümervertreter: „Mir ist kein bestätigter Fall unlauterer Methoden bei der Grundstückseinlösung durch die Netz OÖ GmbH bekannt. Von mir persönlich hat das Unternehmen den Auftrag, mit Grundeigentümern immer äußerst fair umzugehen, ohne jeglichen Druck. Natürlich muss es eine Entscheidung geben, denn sonst könnten keine Projekte realisiert werden. Daher muss Grundeigentümern immer auch klargemacht werden, dass die letzte, aber tatsächlich letzte Möglichkeit die im Gesetz vorgesehene Enteignung ist, wenn sonst keine Möglichkeit besteht, das Projekt zu realisieren.“

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