Integrierte Standortentwicklung in Waidhofen an der Ybbs

Di, 30.06.2015 - 12:25

Die Eisenmetropole Waidhofen hat nicht nur die historische Substanz der Altstadt bewahrt, sondern die Funktion als zentraler Ort des Ybbstals, als Marktplatz, als Bildungs- und Gesundheitsversorger, als Arbeitgeber und Verwaltungsdienstleister ausgebaut. Grundlage ist ein abgestimmter Strategiemix, der Altes mit Neuem verbindet und den Standort durch integriertes Vorgehen aufwertet. Das Projekt wurde für den IMPULS Gemeindeinnovationspreis in der Kategorie "Verwaltung" eingereicht.

Impulsgeber für den Ruck in der Stadtentwicklung der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts war der zunehmende Leerstand in der Innenstadt. Am Tiefpunkt waren etwa ein Viertel der Geschäftslokale aus der Nutzung gefallen.

Das städtebaulich Leitprojekt von Ernst Beneder markiert einen Wendepunkt, weil nicht nur eine „Behübschung“ der Innenstadt mit neuer Stadtmöblierung und neuen Pflastersteinen erfolgte, sondern eine Hinwendung zu den Interessen und Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger erfolgte: das offene Rathaus symbolisiert diesen Wandel, und heute, 20 Jahre danach, öffnet sich die Stadtverwaltung erneut in einem Relaunch „Offenes Rathaus 2.0“.

Damals wie heute gab es ein Bekenntnis zur Agilität der Innenstadt als sozialer Treffpunkt und Ausdruck für die Lebensqualität der Gemeinde. Das Bekenntnis äußert sich in der Vision des Einkaufszentrums Innenstadt. Das Beispiel vieler niederösterreichischen Städte vor Augen, die an den Talausgängen zur Donau hin an Einkaufszentren in der freien Landschaft zuließen und sich über den Verfall der Zentren beklagten, veranlasste die Verantwortlichen der Stadt eine Zentrumszonenverordnung zu erlassen, welche Einkaufszentren außerhalb der Zone verunmöglichte.

Gleichzeitig wurde mit dem Innenstadtkoordinator ein aktives Zentrumsmanagement aufgebaut, das nicht nur den Leerstand abwenden konnte, sondern oft zu wenig bedachte Maßnahmen möglich gemacht hat. Beispielsweise stand am Anfang die Organisation der Parkplätze im Mittelpunkt - heute sind es die Fahrradabstellplätze, die für eine lebenswerte Innenstadt unerlässlich sind.

Für den Erfolg der Leerstandsbekämpfung sind neben den Förderungsinstrumenten die persönliche Beziehung zu den Hausbesitzern und das Wissen um die Potenziale der Liegenschaften ausschlaggebend. In den vergangenen Jahren ist es gemeinsam gelungen, mehrere Häuser zu modernisieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Mehr als 50 Geschäftslokale wurden entweder erweitert oder neu vermietet.

Partner dieser Entwicklung ist der Verein Stadtmarketing, der als Sprachrohr die Interessen der Kaufmannschaft artikuliert und selbst zur Frequenzsteigerung des „Marktplatzes“ Waidhofen beiträgt.

Das Zusammenspiel von Raumplanung, Architektur und Städtebau, Verkehrsorganisation, Verwaltung, Vermarktung und Nutzerinteressen wurde 2014 in der neu geschaffenen Stabstelle Standortentwicklung gebündelt. Sie ist Ausdruck für ein integriertes Planungsverständnis das verbindet statt abgrenzt, das Gemeinsames statt Individualinteresse57 Waihofen Integrierte Standortentwicklung_marktgeschehenn betont und die Marke Waihofen a/d Ybbs umsetzt. Integrierte Planung plant nicht nur für die Menschen sondern mit den Betroffenen.

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