Dürnstein ist eine der Pilotgemeinden, in der Maßnahmen zur Zentrumsentwicklung gesetzt werden.

Baulücken schließen und Leerstand bekämpfen

Di, 09.06.2015 - 14:41

Um Dorf- und Stadtkerne attraktiver zu machen, will man in Niederösterreich jetzt besonderes Augenmerk auf die Themen Baulückenschließung und Leerstandsbekämpfung legen. Bisher lag der Schwerpunkt eher auf den Komponenten Nahversorgung, Infrastruktur und Ortsbild.

Zukünftig möchte man auch die verschiedenen Bereiche der Zentrumsentwicklung stärker verknüpfen. Konkret bedeutet das die Vernetzung von Wohnen und Arbeiten mit einem Angebotsmix aus Handel, Dienstleistung, Gastronomie und Freizeitnutzung. „Dabei sind vor allem die Gemeinden gefragt, da sie einerseits die Bedürfnisse der Bevölkerung kennen und andererseits über die Eigentumsverhältnisse Bescheid wissen“, erklärte Landeshauptmann Erwin Pröll in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung bei einem Symposium in Krems.
„Gerade bei der Beseitigung von Leerständen im Ortskern müssen, bei allem Bekenntnis zum Schutz des persönlichen Eigentums, das Gemeinwohl über individuellen Interessen stehen“, so Pröll weiter.

Niederösterreich wird sich in den kommenden Jahren intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. In vier Pilotgemeinden unterschiedlicher Größe und Prägung, nämlich Dürnstein, Pernitz, Zistersdorf und Markersdorf-Haindorf, soll im Rahmen der NÖ Stadt- und Dorferneuerung bzw. der NÖ.Regional.GmbH. eine Reihe von Maßnahmen gesetzt werden, von denen man sich auch Erkenntnisse erwarten darf, die für die Innenentwicklung von Städten und Dörfern generell von hohem Wert sein werden.

Dass es sich bei der schleichenden Gefahr der Verödung der Stadt- und Dorfkerne bei gleichzeitigem Entstehen von „Satelliten“ an den Ortsrändern freilich um kein niederösterreichisches Phänomen handelt, sondern um eines, das auch die Verantwortlichen jenseits der Landesgrenzen vor große Herausforderungen stellt, betonte Peter Görgl vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Uni Wien. Er erläuterte, mit welchen Maßnahmen der Raumplanung und Raumordnung es zu agieren und zu reagieren gilt. Auch die Impulsvorträge und Beispiele aus anderen Bundesländern und aus Deutschland führten die europäische, ja sogar globale Dimension des Themas vor Augen.

In Sachsen etwa, so berichtete Daniel Gellner vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, gilt in der aktuellen LEADER-Periode der Bekämpfung von Leerständen größte Aufmerksamkeit. Dabei geht es sowohl um den Erhalt von wertvoller Bausubstanz durch Umnutzungsprogramme, beispielsweise unter dem Motto „Junge Familien in alten Gemäuern“, wie auch um Rückbauten zur Schaffung neuen Platzes im Zentrum.

Bernhard Haas (NÖ Landesgeschäftstelle für Dorferneuerung), Ilse Wollansky (Amt der NÖ Landesregierung), Theres Friewald-Hofbauer (Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung), Landeshauptmann Erwin Pröll, Maria Forstner (NÖ Dorferneuerung) und Daniel Gellner (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Dresden)

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