Natur, Klima- und Umweltschutz in Ollersdorf

Do, 28.05.2015 - 13:47

Die Marktgemeinde Ollersdorf im Burgenland engagiert sich bereits seit längerem für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Das Projekt wurde für den IMPULS Gemeindeinnovationspreis in der Kategorie "Klima & Umwelt" eingereicht.

Die Marktgemeinde Ollersdorf im Burgenland engagiert sich bereits seit längerem für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Im Rahmen eines Projektes wurden dafür folgende Maßnahmen getroffen:

  1. Errichtung von Gemeindeschutzgebieten
  2. Renaturierungsprojekt entlang der Strem
  3. Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindeamt und der Volksschule
  4. Förderungen für die Errichtung von Alternativenergieanlagen
  5. Umstellung der Straßenbeleuchtung auf Energiesparlampen

All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die noch intakte Natur im ländlichen Raum sowie das Klima und die Umwelt zu schützen und die Gemeinde noch lebens- und liebenwerter zu machen

Gemeindeschutzgebiet

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Burgenland wurden Flächen angekauft bzw. Bewirtschaftungsveträge geschlossen und diese Flächen als Gemeindeschutzgebiet im Flächenwidmungsplan ausgewiesen, um diese Lebensräume zu erhalten.

Es handelt sich dabei einerseits um Trockenwiesen, auf denen seltene Pflanzen- und Tierarten vorkommen. Andererseits wurde Erlenbruchwald angekauft, um den Lebensraum für Tiere und Planzen, die darin vorkommen zu erhalten. Auch Feuchtwiesen sowie ein Amphibienteich wurden als Gemeindeschutzgebiet ausgewiesen. Es wurde ein Bewirtschaftungsplan erstellt. Weiters wurden im Bereich der Schutzgebiete Informationstafeln aufgestellt sowie Info-Folder gedruckt und an die Bevölkerung bzw. Touristen verteilt.

Renaturierung der Strem

Mit dem Landeswasserbaubezirksamt Oberwart wurde eine Initiative zur Renaturierung der Strem gestartet. An insgesamt drei Stellen wurden Aufweitungen des Bachbettes errichtet sowie "Seitenarme" und Mäander gebaut. Die ermöglicht eine Tümpelbildung und bietet Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Amphiebien. Gleichzeitig stellen die Aufweitungen ein natürliches Rückhaltebecken bei Hochwasser dar.

Renaturierung der Strem

Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindeamt und der Volksschule

Die Gemeinde hat die Erarbeitung eines Photovoltaikkonzeptes in Auftrag gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Flächen auf den Dächern des Gemeindeamtes und der Volksschule ideal für Photovoltaikanlagen eignen würden. Die Anlagen mit einer Nennleistung von 42 kWp wurden über ein Bürgerbeteiligungsmodell finanziert.

Insgesamt 48 Ollersdorferinnen und Ollersdorfer haben sich mit dem Kauf von Anteilsscheinen am Projekt beteiligt. Die Laufzeit der Anteilscheine beträgt 13 Jahre, die Rendite für die Beteiligten wurde mit 3 Prozent festgelegt. Am Ende der Laufzeit wird das eingesetzte Kapital samt eventueller höherer Rendite zurückbezahlt und die Anlagen in das Eigentum der Marktgemeinde Ollersdorf übergeführt. Dadurch kann der Eigenverbrauch im Gemeindeamt, im Feuerwehrhaus sowie in der Arztordination und in der Volksschule abgedeckt werden.

Auch eine E-Bike-Ladestation, die neben dem beim Gemeindeamt vorbeiführenden Radweg errichtet wird, wird aus dem Photovoltaikstrom gespeist. Überschüsse werden ins Stromnetz eingespeist. Über ein Monitoring-System können die Beteiligten jederzeit über das Internet Einsicht nehmen, wie viel Strom die Anlagen zur Zeit produzieren, seit Inbetriebnahme produziert haben, ob sie im "Plansoll" liegen oder nicht usw.

Förderung von Alternativenergieanlagen

Seit fünf Jahren fördert die Marktgemeinde Ollersdorf die Errichtung von Alternativenergieanlagen aus dem Gemeindebudget. Die Errichter erhalten 20 Prozent der Fördersumme des Landes Burgenland, maximal jedoch 500 Euro pro Projekt. Gefördert werden Solaranlagen, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Zisternen etc. Jährlich nehmen dieses Angebot rund zehn Bürgerinnen und Bürger in Anspruch. Die Gemeinde stellt jährlich rund 5.000 Euro dafür zur Verfügung.

 Umstellung der Straßenbeleuchtung auf Energiesparlampen

Das gesamte Straßenbeleuchtungsnetz wurde von Quecksilberdampflampen auf energiesparende Natriumdampflampen umgestellt. Dadurch ist es gelungen, trotz der Mehrinstallierung von rund 120 Lichtpunkten, den Stromverbrauch um rund 2.000 Euro und rund 15.000 kwh pro Jahr zu senken.

Die Gesamtinvestitionskosten für das Projekt betrugen rund 420.000 Euro. Die Lebensqualität in der Gemeinde konnte damit gehoben werden und ein w

ichtiger Beitrag zum Natur-, Umwelt- und Klimaschutz wurde geleistet. Außerdem sollen durch die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand auch Private angeregt werden, im vorher erwähnten Bereich zu investieren.

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