Neue Schulen braucht das Land

Mi, 25.03.2015 - 17:44

Unter dem Titel „Auslastung: Nicht genügend!“ präsentierte die vierte Leerstandskonferenz Vorzeigeprojekte zu den Themen Sanierung, Um- und Neubau sowie Redimensionierung von Schulen.

wie auch immer die kommunale Schulbauaufgabe aussieht: entscheidend ist der ganzheitliche, über das Bauliche hinausgehende Blick auf das Vorhaben. „Zeitgemäßer Lern- und Lehrraum für Schüler/innen und Lehrer/innen darf nicht an Kriterien wie Putzbarkeit, Sicherheit, Brandschutz, Baukosten und Betriebskosten scheitern. Das gebaute Ergebnis zeugt von der Qualität des Konzeptions- und Gestaltungsprozesses, das gilt auch für atmosphärische und ästhetische Aspekte von Schularchitektur. Wo vorne nur Anstalt hineingedacht wird, kommt hinten auch nur Anstalt raus“, so Michael Zinner, Assistenzprofessor an der Kunstuniversität Linz und Leiter des Forschungsschwerpunkts schulRAUMkultur.

Die Leerstandskonferenz fand im Jänner 2015 in Leoben statt. Sie lenkte die Aufmerksamkeit auf fünf Vorzeigeprojekte, sowohl aus kleinen Gemeinden mit nur 300 Einwohner/innen, als auch aus Städten mit einer Bevölkerung jenseits der 20.000. Jedes einzelne belegt den Mehrwert eines dem Bauvorhaben vorangehenden offenen Denkprozesses, an dem Schüler/innen, Eltern, Lehrende und die Gemeindeverantwortlichen teilhaben.

Ende der 1980er-Jahre entwarf Architekt Roland Gnaiger gemeinsam mit Markus Schatzmann, dem Gründer und ehemaligen Direktor der Schule Warth (Vorarlberg), ein auf die kleine Gemeinde zugeschnittenes Schulmodell samt Gebäude. In je einer einklassigen Volks- und Hauptschule wurden bis zu 50 SchülerInnen unterrichtet. Das Raumprogramm kombiniert offene mit individuellen Bereichen und ermöglicht so einen jahrgangsübergreifenden Unterricht. Derzeit ist die Schule mangels Schüler/innen geschlossen. Eine Reaktivierung des Schulstandorts ist jedoch geplant.

Nach der Sanierung der Neuen Mittelschule und dem Neubau der Volksschule nutzen die Schüler/innen am Schulzentrum Feldkirchen (Oberösterreich) sehr viele Räume gemeinsam. Im sogenannten Clustermodell sind vier Volksschulklassen zu einer Gruppe mit einem gemeinsamen „Marktplatz“ zusammengefasst. Der Eingangsbereich ist gleichzeitig Aula, Aufenthaltsort, Bibliothek und Lesetreppe. Das Clustermodell und die gemeinsame Eingangshalle ermöglichen ein „Miteinander“ der einzelnen Klassen und Schultypen.

Ein weiteres Ergebnis der Tagung: Wenn sich Schulen mit externen Institutionen und Unternehmen vernetzen, profitiert auch die Gemeinde. Aktivitäten außerhalb des Lehrplans stärken die Bindung der Schüler/innen und Lehrer/innen an den Standort.

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