Krumbach
Das Vorarlberger Krumbach war Baukulturgemeinde 2016.
© LandLuft/Georg Herder

Gesucht: Baukulturgemeinden mit Boden-Haftung

14. Januar 2020
Der LandLuft Baukulturgemeinde-Preis 2021 stellt den Umgang mit Grund und Boden in den Fokus kommunaler Entwicklung. Innovative Gemeinden können ab jetzt einreichen.

Bereits zum vierten Mal nach 2009, 2012 und 2016 holt LandLuft, ein Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen, zukunftsorientierte Gemeinden Österreichs vor den Vorhang.

Der Baukulturgemeinde-Preis 2021 wird in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund und dem Österreichischen Städtebund an jene Gemeinden und Städte verliehen, die nachhaltig in die Lebensqualität vor Ort investieren – mit besonderer Berücksichtigung der kommunalen Boden- und Raumordnungspolitik.

„Im Zentrum des Baukulturgemeinde-Preises steht weniger das schöne Gebäude. Wichtiger ist, wie und in welchem Kontext es entstanden ist und welchen Beitrag es zur kommunalen Entwicklung leistet. Es geht uns um gelebte Baukultur und die Menschen, die sich für eine zukunftsfähige Ortsentwicklung einsetzten. Übrigens sind die Gemeinden in Summe der größte Bauherr im Land, sie beeinflussen also maßgeblich die baukulturelle Entwicklung Österreich“, erklärt LandLuft-Obfrau Elisabeth Leitner.

Boden g’scheit nutzen

Der Baukulturgemeinde-Preis 2021 steht unter dem Motto „Boden g’scheit nutzen“. Gesucht sind Gemeinden sowie Klein- und Mittelstädte, deren Baukultur-Strategie einen innovativen Umgang mit Grund und Boden miteinschließt und vitale Orte für ihre Bürger*innen entstehen lässt.

Neben dem eigentlichen Baukulturgemeinde-Preis lobt LandLuft auch einen Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement aus. „Er winkt zum Beispiel Privatpersonen, Initiativen, Unternehmen oder regionalen Zusammenschlüssen, deren boden- und raumordnungspolitisches Engagement besonders vorbildlich ist“, so Maik Novotny, Jury-Vorsitzender zum Sonderpreis.

Warum Grund und Boden in den Mittelpunkt der Vereinstätigkeit gerückt ist, erklärt LandLuft-Obfrau-Stellvertreter Roland Wallner: „Raumplanung und Bodenpolitik sind die Grundlage für eine gute Baukultur. Ein schönes Haus oder eine kommunale Einrichtung am falschen Ort, ist aus unserer Sicht kein gutes Bauwerk. Wer zum Beispiel an den Stadt- und Ortsrändern Boden für Einkaufszentren versiegelt, produziert Leerstand in den Zentren und mehr motorisierten Individualverkehr. Und als Kollateralschaden dieser Auslagerung wird auch noch der Ort für die Bewohnerinnen unattraktiv, weil die Lebensqualität sinkt. Ein Bewusstsein für die Knappheit der Ressource Boden führt hingegen zu einer Belebung der Zentren.“

Dank medialer Präsenz wächst auch in der Bevölkerung das Problembewusstsein rund um den Bodenverbrauch. LandLuft stellt ihn jedoch nicht mittels erschreckender Zahlen und Negativ-Beispiele zur Diskussion, sondern durch das Auf- und Vorzeigen nachvollziehbarer Lösungen auf kommunaler und regionaler Ebene, eingebettet in eine nachhaltige baukulturelle Strategie.

Was zeichnet eine Baukulturgemeinde aus?

Die Baukulturgemeinde-Preise 2009, 2012 und 2016 haben Städte und Gemeinden prämiert, deren baukulturelles Engagement bereits seit Jahren spürbar ist und das Zusammenleben in unterschiedlichsten Bereichen nachhaltig verbessert hat: Umwelt- und Naturschutz, Verkehr, Generationengerechtigkeit, Abbau von Leerständen, Wirtschaft und Infrastruktur, Ortsbild und Siedlungspolitik, Tourismus, Einbindung der Bevölkerung bei relevanten Aufgabenstellungen bzw. Bauvorhaben u. v. m.

LandLuft hat es sich zur Aufgabe gemacht, Städte und Gemeinden sowie ihre engagierten Bürgerinnen und Bürger als Positiv-Beispiele in die Öffentlichkeit zu tragen, damit sie möglichst viele Nachahmer finden.

Baukultur-Auszeichnung mit Mehrwert

Was gewinnen Städte und Gemeinden, wenn sie als LandLuft Baukulturgemeinde prämiert werden?

Zunächst einmal die Bestätigung für den eingeschlagenen baukulturellen Weg sowie mediale Aufmerksamkeit für das Engagement der Gemeinde. Die Anerkennung von außen stärkt den oft exponierten Baukultur-Pionieren innerhalb der Orte den Rücken. Dazu kommt die Eingemeindung in ein aktives Netzwerk baukultureller Vorzeige-Kommunen. Ganz zu schweigen von den Besucherinnen und Besucherinnen aus anderen Orten, die von erfolgreichen Projekten lernen wollen.

Damit der Erfolg der ausgezeichneten Gemeinden für alle nachvollziehbar wird, dokumentiert LandLuft den baukulturellen Status Quo, zeichnet den Weg dahin nach und bringt die verantwortlichen Personen ins Gespräch.

Dies geschieht zum einen durch Buchpublikationen, in denen ausführlich auf die Gewinnergemeinden und deren Entwicklung eingegangen wird, zum anderen durch die Neuauflage der LandLuft Wanderausstellung.

Sie wird bei der Preisverleihung präsentiert und tourt dann durch den gesamten deutschen Sprachraum, um andere Gemeinden mit der Begeisterung für baukulturelles Engagement anzustecken. Seit 2009 machte die Ausstellung bereits an 80 Stationen halt. Für Interessierte und potenzielle Nachahmer*innen organisiert LandLuft Exkursionen in die ausgezeichneten Städte und Gemeinden.

Einreichungen bis 23. März 2020

Die Expertenjury zum LandLuft Baukulturgemeinde-Preis 2021 nimmt die baukulturelle Entwicklung von Städten und Gemeinden unter die Lupe. „Die einreichenden Kommunen sollten einen hohen Qualitätsanspruch bei der Planung und Gestaltung unterschiedlichster Handlungsfelder mitbringen – etwa in Fragen zur aktiven Bodenpolitik, zur Stadt- und Ortskernstärkung sowie im Umgang mit Leerstand. Die Entscheidung fällt in einem mehrstufigen Juryverfahren“, erläutert Jury-Vorsitzende Sibylla Zech. „In der ersten Juryphase können Gemeinden schnell und unkompliziert durch die Beantwortung weniger Fragen eines Einreichbogens ihre Chancen ermitteln“, so Zech.

Teilnahmeberechtigt sind alle österreichischen Gemeinden (LandLuft Baukulturgemeinde-Preisträger sind ausgenommen).

Einreichfrist: bis 23. 3. 2020
Preisverleihung: 21. 1. 2021

Einreichunterlagen: www.baukulturgemeinde-preis.at