Der VCÖ weist darauf hin, dass die digitale Infrastruktur insbesondere auch in den Regionen verstärkt auszubauen ist.
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Corona bringt mehr Home-Office

12. März 2020
Wegen des Coronavirus arbeiten derzeit so viele Personen im Home-Office wie noch nie zuvor. Eine vom VCÖ beauftragte Umfrage von Integral zeigt, dass im Vorjahr 23 Prozent der Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiten. Beim Anteil der Beschäftigten, die normalerweise Home-Office arbeiten liegt Österreich im EU-Vergleich an vierter Stelle, wie Daten von Eurostat zeigen. Am höchsten ist hier der Home-Office Anteil bei der Gruppe der über 50-Jährigen. Der VCÖ weist darauf hin, dass die digitale Infrastruktur insbesondere auch in den Regionen verstärkt auszubauen ist.

Bereits 23 Prozent der Berufstätigen in Österreich arbeiten zumindest gelegentlich von zu Hause, wie eine vom VCÖ beauftragte repräsentative Umfrage des Instituts Integral zeigt. Die Umfrage wurde im Dezember 2019 durchgeführt. Der Home-Office Anteil ist bei Männern mit 28 Prozent höher als bei Frauen mit 17 Prozent.

Und während in den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bereits ein Drittel der Beschäftigten auch von zu Hause arbeiten kann, sind es in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner nur ein Fünftel, macht der VCÖ aufmerksam.

„Während Österreich bereits ein bestens ausgebautes Straßennetz hat, gibt es noch Mängel in zwei zukünftig besonders wichtigen Infrastruktur-Bereichen: Bei der digitalen Infrastruktur und bei der Infrastruktur für klimaverträgliche Mobilität. In beiden Bereichen ist der Aufholbedarf in den Regionen besonders groß“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Niederländer arbeiten am meisten zuhause

Im EU-Vergleich ist der Home-Office Anteil in Österreich hoch, wie Daten der Eurostat zeigen. Demnach ist der Anteil der Personen, die normalerweise von zu Hause arbeiten, mit zehn Prozent der vierhöchste in der EU.

Nur in den Niederlanden (14 Prozent), Finnland (13 Prozent) und Luxemburg (11 Prozent) ist der Anteil höher. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur fünf Prozent und in der Schweiz nur vier Prozent. Am höchsten ist der Anteil der regelmäßig zu Hause arbeitenden Personen bei den über 50-Jährigen.

„Das Coronavirus stellt uns vor eine gesellschaftliche Ausnahmesituation, die im Hinblick auf die notwendige Reduktion der Treibhausgas-Emissionen auch Chancen bietet. Home-Office erfährt enorme Aufwertung, was gut ist. Aber Home-Office ist kein Allheilmittel. Studien zeigen, dass es bei Home-Office auch Rebound-Effekte gibt“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Home-Office ist ein Anreiz, weiter weg vom Arbeitsort zu ziehen

So hat eine belgische Studie gezeigt, dass die Möglichkeit von Home-Office ein Anreiz ist, weiter weg vom Arbeitsort zu ziehen, da man statt täglich nur drei- oder viermal in der Woche in die Arbeit fährt. Durch den verlängerten Arbeitsweg wird ein Teil der Einsparungen wieder zunichte gemacht, ebenso durch den erhöhten Energieaufwand zu Hause.

Hier alle Daten zum Coronavirus finden.