alter Mann am Balkon
Shutterstock/sabthai
Barrieren in der Alltagswelt müssen gezielt abgebaut werden. Eine Herausforderung für Gemeinden.

Demenz: Barrieren abbauen, Teilhabechancen stärken

Sie vergessen immer häufiger Ereignisse des Vortags und beginnen plötzlich Dinge zu verlegen. Alltägliches bereitet zunehmend Probleme, die einfachsten Wörter fallen ihnen nicht mehr ein. Dies sind bloß einige Warnsymptome für Demenz. Rund 130.000 Österreicherinnen und Österreicher sind davon betroffen – Tendenz steigend, denn die Gruppe der Hochaltrigen (85+) bleibt die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe.

Die steigende Lebenserwartung ist zu allererst erfreulich. Für einen glücklichen letzten Lebensabschnitt sind positive Altersbilder unerlässlich. Das Recht hochaltriger Menschen auf ein würdiges Leben und Teilnahme am sozialen und kulturellen Geschehen erfordert jedoch Vorkehrungen: Barrieren in der Alltagswelt müssen gezielt abgebaut und Begegnung und Teilhabechancen trotz demenzieller Erkrankungen vermittelt werden.

Demenzkranke Menschen stehen zudem unter dem Schutz besonderer Menschenrechtsbestimmungen – das wird leider oft übersehen. Die Beachtung der UN-Behindertenrechtskonvention für Demenzerkrankte würde mit einem Paradigmenwechsel einhergehen. Artikel 26 UN-BRK räumt etwa ein umfassendes Recht auf Rehabilitation ein und verpflichtet dazu, wirksame Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderungen in die Lage zu versetzen, ein Höchstmaß an Unabhängigkeit sowie die volle Einbeziehung in alle Aspekte des Lebens zu erreichen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden.

Gemeinden sind gefordert

Daher sind Gemeinden und Städte gefordert, Anstrengungen zu unternehmen, um die Inklusion hochaltriger und demenzerkrankter Menschen zu unterstützen. Die Stadt Salzburg hat sich etwa zur „demenzfreundlichen Stadt" erklärt. Auf einer Online-Plattform finden Betroffene und ihre Angehörigen alle nützlichen Informationen zu demenziellen Erkrankungen. „Demenzfreundliche Apotheken" bieten Beratungen an, und Bedienstete der Stadtverwaltung erhielten Schulungen zum Thema „Demenz erkennen und adäquat handeln". Nicht nur angesichts der Bevölkerungsprognosen ist das eine wahrlich zukunftsweisende Initiative.

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