Das Gemeindezentrum in Fließ.
Foto: LandLuft/GHerder

Eine steile Entwicklung

1. Februar 2016
Die Tiroler Gemeinde Fließ wurde bei der Verleihung des LandLuft Baukulturgemeinde-Preises 2016 ausgezeichnet. Warum, begründete die Jury folgendermaßen:

Fließ ist ein Haufendorf im Tiroler Oberland und liegt auf einem Plateau etwa 200 Meter über dem Inn. Einzigartige keltische, römische, rätische und spätere Funde belegen die Rolle von Fließ als wichtige Station im europäischen Altstraßennetz. Wie viele ländliche Gemeinden hatte es vor einigen Jahren stark mit Abwanderung zu kämpfen. Neben fehlender Infrastruktur im Zentrum war auch die eingeschränkte Mobilität für die Menschen in den verstreuten Ortsteilen dafür ausschlaggebend. Ein Nachdenkprozess und das Ideenpotenzial im Ort haben seit 1999 zu einer Fülle von baukulturellen Aktivitäten geführt, die schließlich den Umschwung gebracht haben und dem Ort mittlerweile eine steigende Einwohnerzahl bescheren.



Die kluge Baulandpolitik der Gemeinde zielt auf Betriebsansiedlungen und Belebung des Ortszentrums ab. Dort schafft eine aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene, städtebaulich bemerkenswerte Baulösung Raum für Nahversorgung, Gemeindeverwaltung, Gemeindearzt, betreubares Wohnen, Startwohnungen für junge BürgerInnen sowie eine Tiefgarage mit freigelegten Ausgrabungen. Zudem erwarb die Gemeinde ein altes, zentral gelegenes rätoromanisches Mittelflurhaus, investierte in seine Sanierung und schaffte Raum für kommunale Nutzung.