Ampel für das Coronavirus
Die Ampel soll die Corona-Maßnahmen regeln

Das sollten Sie zum Corona-Ampelsystem wissen

Österreich wird wieder vom Corona-Thema beherrscht und dabei lässt sich das viel-beschworene Ampelthema nicht vermeiden. Doch noch ist die Ampel nicht da, denn gerade in den Ländern herrscht Uneinigkeit was die Ampel und ihre Stufen eigentlich bedeuten sollen. Hier eine kurze Einführung.

Corona-Ampel Update am 6. August 2020

Der interne Testbetrieb der Corona-Ampel soll noch diese Woche anlaufen. Gesundheitsminister Anschober wird noch zeitnah bei einer Pressekonferenz darüber informieren.


Auch bei der großen Pressekonferenz am Dienstag, den 21. Juli 2020, wurde neben der Wiedereinführung der Maskenpflicht die Corona-Ampel als eine der großen drei Punkte genannt. Die ersten Testläufe sollen bereits im August 2020 statt finden. Grund genug, die CoVid-19-Ampel einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Hinweis: Dieser Beitrag beschäftigt sich nur mit der sehr wahrscheinlichen Anwendung der Ampel. Endgültige Entscheidungen stehen zum Zeitpunkt dieses Artikels noch aus. Neue Entwicklungen werden hier jedoch eingefügt.

Wie ergeben sich die Farben der Corona-Ampel?

Insgesamt werden 4 Stufen auf der Corona-Ampel unterschieden:

  • Grün
  • Gelb
  • Orange
  • Rot

Das Ampelsystem nimmt immer die vergangen 14 Tage in den Blick. Sofern keine neuen Infektionen in einem österreichischen Bezirk in den vergangenen 14 Tagen gemeldet wurden, schaltet die Ampel auf grün. Nach diesem angedachten System gibt die Ampel also nicht wirklich Auskunft über den Stand der Infektionen, sondern nur über die Entwicklung der Ausbreitung. 

Beispiel: Wenn es in einem Bezirk vor 3 Wochen einen Anatieg von 0 auf 50 Infektionen in einer Gruppe von 10.000 Personen gab, dann war dieser Bezirk rot. Sollte der Stand von 50 Infektionen jedoch über zwei Wochen stabil auf 50 bleiben, schaltet die Ampel wieder auf Grün.

Viele Argumente stehen natürlich für dieses System, aber mittel- bis langfristig (je nachdem wie lange uns Corona begleitet) könnte dadurch eine Praxis entstehen, dass Gesundheitsbehörden die Corona-Fälle nicht in ihrem Bezirk melden wollen und sie gewissermaßen "abschieben" wenn dies möglich ist. So könnte die Fragestellung "in welchem Krankenhaus wurde Corona diagnostiziert?".eine gewisse Bedeutung erlangen.

Wie genau die Abstufung für die Farbskala eingeführt wird, ist noch offen. Ein mögliches Beispiel könnte folgendermaßen aussehen (die Angaben beziehen sich auf Infektionen pro 10.000 Einwohner, damit auch größere Städte in der entsprechend richtigen Relation abgebildet sind):

  • 0 neue Corona-Fälle in den letzten 2 Wochen -> Grün
  • 1 bis 5 neue Corona-Fälle in den letzten 2 Wochen -> Gelb
  • 5 bis 10 neue Fälle in den letzten 2 Wochen -> Orange
  • über 10 Neuinfektionen in den letzten 2 Wochen -> Rot

Was zeigen die Farben der Corona-Ampel an?

Die Corona-Ampel soll eine Klassifizierung vereinfachen und so den regionalen Gesundheitsbehörden anzeigen, welche Maßnahmen zu treffen sind, um eine weitere Verschlimmerung der Situation einzudämmen. Die verschiedenen Methoden zur Pandemie-Eindämmung sind mittlerweile hinlänglich bekannt - hier nur einige Beispiele:

  • Maskenpflicht in verschiedenen offenen Räumen (Geschäfte, öffentliche Verkehrspflichten etc.)
  • Verbot von Veranstaltungen mit gewissen Besucherzahlen
  • Home Office für "nicht-vitale" Berufsgruppen

Welche Probleme existieren derzeit bei der Einführung der Corona-Ampel?

Das Hauptproblem bei der Einführung ist derzeit die Souveränität der Regionen. In manchen Bundesländern führt die Verbindlichkeit der Corona-Maßnahmen, welche durch die Ampel angezeigt werden, zu keinerlei Widerständen. In anderen Bundesländern möchte die Ampel mehr als ein Ratgeber oder als eine Empfehlung gesehen werden. Genau über diese Verbindlichkeit muss baldigst Einigkeit herrschen. Eine Einigung wird hoffentlich während der Testphase im August erzielt und dann kann die Corona-Ampel im September 2020 eingeführt werden. Diesen Zeitpunkt strebt Gesundheitsminister Anschober zumindest nach aktuellem Stand an.