Mistkübeln vor einem Haus
Vieles, das im Hausmüll landet, gehört dort nicht hin.
© www.BilderBox.com

Bei der Abfallvermeidung gibt es Luft nach oben

12. November 2019
Der Kärntner Abfallanalyse-Bericht zeigt, dass die Abfall- und Altstoffbewirtschaftung in Kärnten gut funktioniert. So konnte der gemischte Siedlungsabfall (Rest- und Sperrmüll) zuletzt leicht reduziert werden.

„Kärnten verfügt über eine flächendeckende Entsorgungsinfrastruktur, die auf der Sammlung ab Haus basiert. Des weiteren stehen 85 Abfallwirtschaftszentren in den Gemeinden zur Verfügung. Eine wichtige Säule ist auch die Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein, die auch Villach mit Fernwärme versorgt“, erläutert Landesrätin Sara Schaar.

Bewusstseinsbildung zu Vermeidung, Trennung und Verwertung 

Gemeinsam mit den sechs Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden will das Land Kärnten künftig verstärkt bei der Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Vermeidung, der richtigen Trennung und Verwertung von Abfällen ansetzten.

Die Ergebnisse des Abfall-Analyseberichtes zeigen, dass es bei der Abfallvermeidung und -trennung noch viel Luft nach oben gibt.

Insgesamt fallen in Kärnten etwa 97.000 Tonnen Hausmüll im Jahr an. „Vieles, das im Hausmüll landet, gehört aber gar nicht dort hin“, so Landesrätin Schaar. „Deshalb möchten wir die Menschen sensibilisieren, Abfall einerseits umweltgerecht zu entsorgen, also richtig zu trennen und bestehende Entsorgungsstrukturen besser zu nutzen, andererseits aber auch verstärkt Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu ergreifen.“

Mehr Aufklärung nötig

Laut Abfall-Analysebericht handelt es sich bei 14.600 Tonnen Abfall, der jährlich im Hausmüll landet, um vermeidbaren, also Lebensmittel, unter anderem ganze Teigwarensackerl, ungeöffnete Milchprodukte und Konservendosen, ganze Semmel und Äpfel usw. – das sind 26 kg pro Einwohner und Jahr.

„Hier braucht es mehr Aufklärung hinsichtlich Einkaufsverhalten, dem Begriff Mindesthaltbarkeitsdatum, aber auch Restl-Kochen“, so Villachs Bürgermeister Günther Albel, Vorsitzender des Abfallwirtschaftsverbandes Villach.

Einheitlicher Sammeltyp als Ziel

Weitere interessante Details der Studie: 21.500 Tonnen, die pro Jahr im Hausmüll landen, sind Verpackungen – „das heißt, der Verbraucher zahlt doppelt, mit seinem Einkauf und dann nochmal bei der Entsorgung“, erläutert Harald Tschabuschnig, Leiter der Kärntner Umweltabteilung.

Hier geht die Empfehlung dahingehend, die Einrichtungen für die getrennte Sammlung noch mehr als bisher zu nutzen. „Derzeit gibt es in Kärnten zwei Sammeltypen, was nicht ideal ist. Ziel ist es – das steht auch in unserem neuen Abfallwirtschaftskonzept –, für Kunststoff- und Metallverpackungen einen einheitlichen, klaren Sammeltyp in Kärnten zu etablieren. Dann würden sich auch die Bürgerinnen und Bürger bei der Trennung leichter tun“, erläuterte Tschabuschnig.