Solarmodule werden verlegt
Shutterstock/Elena Elisseeva
Auf immer mehr Dächern werden Photovoltaik-Module verlegt, das Potenzial ist aber noch lange nicht ausgeschöpft.

Wo Photovoltaik am stärksten genutzt wird

Di, 04.06.2019 - 13:39

Österreich verfügt mit seiner kleinräumigen Struktur und dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern über ideale Bedingungen für den Einsatz von Photovoltaik. Doch welche Gemeinden und Regionen engagieren sich beim Photovoltaik-Ausbau besonders und wo gibt es noch viel Potenzial?

Erstmals liegen solche Daten vor. Eine Landkarte zeigt die spezifische Anzahl und Leistung der Photovoltaikanlagen, die zwischen 2008 und Anfang 2019 durch den Klima- und Energiefonds oder durch die Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (OeMAG) unterstützt wurden.

Farblich dargestellt wird die Anzahl und die Leistung der Photovoltaikanlagen auf 1.000 Einwohner pro Gemeinde. Je höher dieser Wert, desto dunkler ist die Gemeinde auf der Karte eingezeichnet. 

Salzburg, Kärnten und Tirol hinken nach

Den höchsten Anteil an Photovoltaik-Anlagen in Österreich weist die kleine Vorarlberger Gemeinde Warth auf: Jeder siebente Haushalt verfügt dort über eine Anlage, die aus Sonnenlicht elektrische Energie erzeugt.

Die Gemeinde mit der höchsten installierten Leistung pro Kopf ist Mettersdorf in der Südsteiermark. Vergleicht man die Bundesländer, so ist der Ausbau in Oberösterreich, in Niederösterreich, in Vorarlberg und im Burgenland am meisten fortgeschritten.

In Salzburg, Kärnten und Tirol sind dagegen vergleichsweise photovoltaisches Ödland.

Anzumerken ist, dass in dieser Karte Anlagen, welche ohne Förderung errichtet wurden oder mittels Landesförderungen (ohne Kofinanzierung des Bundes) nicht erfasst sind.

Zur Photovoltaik-Landkarte

"Ziele der Klima- und Energiestrategie sind erreichbar"

Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds: „Die Karte zeigt einerseits, dass vielen Gemeinden der Ausbau der Photovoltaik ein wichtiges Anliegen ist. Andererseits gibt es große regionale Unterschiede und das Potenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Wenn jede Gemeinde nur halb so viel Photovoltaikleistung errichtet wie die erfolgreichste Gemeinde, dann könnten die Ziele der Klima- und Energiestrategie im Bereich Photovoltaik problemlos erreicht werden. Mit einem klaren Bekenntnis der politischen Entscheidungsträger in den Gemeinden und Regionen für den Ausbau und den langjährigen Erfahrungen des Förderprofis Klima- und Energiefonds können wir das umsetzen.“

Photovoltaik-Förderung

Seit dem Jahr 2008 werden durch den Klima- und Energiefonds private Photovoltaikanlagen bis 5 kWp und Gemeinschaftsanlagen bis 50 kWp gefördert. Damit wurde ein starker Heimmarkt geschaffen und eine Kostendegression um rund 70% ermöglicht. Durch die starke Sichtbarkeit der PV-Anlagen vor Ort wird das Bewusstsein der Bevölkerung für die Energiewende gestärkt.

Bilanz/Wirkung: Rund 64.000 geförderte Anlagen, dadurch ausgelöstes Investitionsvolumen von 850 Mio. Euro und eine CO2-Reduktion in Höhe von 112.000 Tonnen pro Jahr. Dies entspricht mehr als die Hälfte der gesamten PV-Anlagen in Österreich.

Gefördert werden dieses Jahr neu installierte, im Netzparallelbetrieb geführte Photovoltaik-Anlagen. Neben Einzelanlagen sind auch Gemeinschaftsanlagen förderungsfähig, welche von mindestens zwei Wohn- bzw. Geschäftseinheiten genutzt werden. Einreichen können natürliche sowie juristische Personen.

Pro Antrag werden maximal 5 kW einer Anlage gefördert. Die Förderung wird in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses ausbezahlt. Die Förderpauschale für freistehende Anlagen/Aufdachanlagen beträgt 250 Euro/kW bzw. für gebäudeintegrierte Anlagen 350 Euro/kW. Weitere Informationen finden Sie im Leitfaden Photovoltaik-Anlagen.

Weitere Förderungen zum Thema Photovoltaik im Klima- und Energiefonds finden sie im Förderprogramm „Photovoltaik in der Landwirtschaft", im Förderprogramm „Klima- und Energiemodellregionen“ und im Förderprogramm „Demoprojekte Solarhaus“.

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