Shutterstock/Vasin Lee
WLAN sollte man nur dann aktivieren, wenn man es wirklich benötigt.

WLAN-Hotspots sicher nutzen

Mo, 22.10.2018 - 12:49

Ob zum Checken der Whats-App-Nachrichten oder E-Mails, Posten von Fotos oder für eine schnelle Worksession im Kaffeehaus: Das Angebot kostenloser WLAN-Hotspots wird von Smartphone-, Tablet- und Notebookusern gerne und oft angenommen – meist ohne über potenzielle Sicherheitslücken nachzudenken. Eine aktuelle Studie des KFV verdeutlicht nun unterschätzte Risiken bei der WLAN- Nutzung.

Kostenlosen Internetzugang über WLAN anzubieten, ist in zahlreichen Hotels, Lokalen und Einkaufszentren bereits eine Selbstverständlichkeit. Auch vielen Städten und Gemeinden ist die WLAN-Abdeckung öffentlicher Plätze ein großes Anliegen, um Einwohnern und Gästen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Informationen aus dem World Wide Web bieten zu können.

Ebendiese Eigenschaft ist es jedoch, die kostenlose WLAN-Hotspots auch attraktiv für Missbrauch macht – denn Hacker können so nahezu uneingeschränkten Zugriff auf ungesicherte Geräte im selben Netzwerk erhalten. Potenziell haben Hacker in einer Großstadt wie Wien die Möglichkeit, pro Minute mehr als 50 internetfähige Geräte durch unsichere WLAN-Verbindungen zu kapern – das zeigt eine aktuelle Untersuchung des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Mangelndes Bewusstsein über Risken

Im Rahmen der von Mai bis Juni 2018 an elf hochfrequentierten (Infrastruktur-)Knotenpunkten in Wien durchgeführten Studie wurden Sicherheitseinstellungen von WLAN-Netzwerken sowie die Netzwerknutzung der Endgeräte anonym erfasst.

Insgesamt wurden rund 16.300 WLAN-Zugangspunkte und rund 66.000 Endgeräte analysiert – mit dem Ziel, Aufschluss über die potenziellen Risken zu erhalten, die bei der Nutzung öffentlicher Netzwerke entstehen können.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass sowohl den WLAN-Betreibern als auch den Nutzern selbst die Risken oft nicht bewusst sind: Pro Stunde kann man als User in einer Großstadt wie in Wien mit rund 700 möglichen Internetzugangspunkten in Kontakt kommen. Rund die Hälfte dieser WLAN-Netzwerke ist nicht optimal gesichert.

„Darüber hinaus stellten zehn Prozent der untersuchten Geräte durch den Automatik-Modus ohne Aktion des Besitzers Verbindungen mit diversen Netzwerken her – wären im Falle eines Hacker-Angriffes somit in höchstem Maße potenziell gefährdet“, erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV. Je nach Sicherung und Verschlüsselung der angebotenen Netzwerke könnten Hacker in diesem Fall Zugang zu personenbezogenen Daten, Bankverbindungen oder Passwörtern erhalten – und diese in weiterer Folge beispielsweise für Online-Einkäufe oder Bankgeschäfte missbrauchen.

Wer haftet im Schadensfall?

Grundsätzlich ist der Schädiger (zum Beispiel ein Hacker) stets dann verantwortlich, wenn er durch ein rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten einen Schaden verursacht hat. Ist der Täter nicht auffindbar, hat – neben anderen potenziellen Haftungsträgern wie zum Beispiel Banken im Rahmen der für sie geltenden gesetzlichen Vorschriften – der Nutzer den entstandenen Schaden selbst zu tragen.

Für WLAN-Betreiber gilt: Wer sein WLAN mit allen zum Stand der Technik gehörenden Maßnahmen gegen den Missbrauch durch Dritte absichert, ist auf der sicheren Seite. Darüber hinaus bieten viele Versicherungen und Mobilfunk-Anbieter die Möglichkeit einer Versicherung gegen Cyberkriminalität für Unternehmen und Privatkunden.

WLAN nur bei Bedarf aktivieren

Mit ein paar Handgriffen und Einstellungen können mobile Internetnutzer den Schutz vor ungewollten Zugriffen auf ihre Daten effektiv erhöhen. Grundsätzlich gilt: regelmäßige Updates machen! Das Betriebssystem des Endgeräts sowie alle Apps sollten auf dem aktuellsten Stand sein, das reduziert die Gefahr von Datendiebstahl. Zudem sollten WLAN-Verbindungen nur im Bedarfsfall aufgerufen und nicht dauerhaft aktiviert sein. Hat sich das Smartphone einmal in ein mit Passwort gesichertes WLAN-Netz eingebucht, merkt sich das Handy die Zugangsdaten und meldet sich an dem bereits bekannten Hotspot automatisch an, sobald der Nutzer erneut in Reichweite ist. Das regelmäßige Löschen bzw. „Ausmisten“ der lokalen WLAN Liste hilft, das unbemerkte Einwählen in Netzwerke zu reduzieren.

KFV-Tipps zum Schutz gegen WLAN-Übergriffe

  • Loggen Sie sich nur in Netzwerke ein, die Ihnen bekannt sind und die sich physisch in unmittelbarer Nähe beziehungsweise Reichweite befinden.
  • Achten Sie auf Sicherheitsstandards und Verschlüsselungsmethoden der angebotenen Netzwerke und nutzen Sie offene WLAN-Verbindungen vorsichtig!
  • Die Aktivierung des WLAN sollte nur bei Bedarf erfolgen.
  • Misten Sie die lokale WLAN-Liste regelmäßig aus, um automatische Verbindungen zu reduzieren.
  • Führen Sie regelmäßige Updates durch und installieren Sie Anti-Viren-Software.

 

Mehr zum Thema

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNAL.AKTUELL anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)

Aktuelle Beiträge aus allen Themenbereichen