Hackerangriff
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Während die Kriminalität in vielen Bereichen rückläufig ist, ist im Bereich der Internetkriminalität seit einigen Jahren ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

Wie man sich vor Viren, Trojanern und Co schützt

Do, 13.06.2019 - 13:52

Internetkriminalität ist für die österreichische Bevölkerung längst alltäglich geworden. Ob Privatperson, Unternehmen oder Gebietskörperschaft: Viren, Trojaner & Co. können grundsätzlich jeden treffen. Trotz der großen Häufigkeit an Delikten tendieren gerade jüngere Personen zu sorglosem und unvorsichtigem Verhalten im Netz.

In einer aktuellen Befragung hat das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) rund 1000 Personen zu ihren Erfahrungen rund um das Thema „Internetkriminalität“ befragt.

Dabei wurde deutlich, dass diese für die österreichische Bevölkerung längst zu einer Alltäglichkeit geworden ist: Gemäß den Ergebnissen der Befragung waren 85 Prozent der Österreicher bereits einmal von Internetkriminalität betroffen, oftmals berichteten die Befragten auch von mehrmaliger Betroffenheit. Viren, Trojaner, Phishing- und Spam-Mails scheinen somit längst zu einem gewöhnlichen Übel geworden zu sein – eine Entwicklung, die sich auch in der Statistik widerspiegelt. 

Internetkriminalität im Steigen begriffen

Während die Kriminalität in vielen Bereichen rückläufig ist, ist im Bereich der Internetkriminalität seit einigen Jahren ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen. So vermerkt die polizeiliche Kriminalstatistik 2018 insgesamt 19.627 Straftaten im Bereich der Internetkriminalität – das entspricht einer Steigerung um 16,8 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Wie die Ergebnisse der Erhebung des KFV verdeutlichen, kommt es im Großteil der Fälle jedoch gar nicht erst zu einer Anzeige: Nur jeder Vierte der von Passwort- oder Bankdaten-Diebstahl Betroffenen gab in der Befragung an, nach einem Vorfall im Zusammenhang mit Internetkriminalität Anzeige erstattet zu haben. 

Angriffe über Social Media keine Seltenheit

Die Einstellung gegenüber sozialen Medien ist in der österreichischen Bevölkerung sehr geteilt. Die unter 30-Jährigen sind diesen gegenüber erwartungsgemäß weniger kritisch eingestellt als ältere Personen.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Form der Betroffenheit wider: Personen unter 30 Jahre sind gemäß den Ergebnissen der aktuellen Befragung häufiger von Delikten im Zusammenhang mit sozialen Medien betroffen. Mehr als jeder Zehnte der unter 30-Jährigen wurde bereits über soziale Medien angegriffen – etwa in Form von Mobbing oder Identitätsdiebstahl. 

Junge Männer sorgloseste Gruppe

Generell zeigt sich anhand der Befragung, dass jüngere Personen – insbesondere Männer – in Bezug auf Internetkriminalität verglichen mit Personen ab 50 Jahren eher sorglos agieren.

Personen ab 50 Jahren sind dagegen über mögliche Bedrohungen sehr gut informiert und achten auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Mit einer Nutzungshäufigkeit von 81 Prozent ist das Smartphone das Gerät, das am häufigsten zum Surfen im Internet verwendet wird. Damit ist das Thema Internetkriminalität längst vor allem zu einem Thema der Smartphone-Sicherheit geworden.

Tipps zum Schutz vor Internetkriminalität

  • Mit Verlinkungen sorgsam umgehen, da diese auf riskante Inhalte weiterleiten können.
  • Den Browser sorgfältig wählen.
  • Für jedes Konto bzw. jede Anwendung ein eigenes Passwort wählen. Um dennoch den Überblick über die eigenen Passwörter zu behalten, ist die Nutzung eines Passwort-Managers zu empfehlen.
  • Sichere Passwörter – im Idealfall mit Sonderzeichen – nutzen. Zu empfehlen ist z. B. die Verwendung des jeweils ersten Buchstabens eines Satzes. 
    Beispiel: Der Satz „85% der Österreicher haben bereits einen Cyberangriff erlebt“ ergibt das Passwort: 85%dÖhbeCe.
  • Vorsicht in der Öffentlichkeit: Das Ausspähen von Passwörtern – auch „Shoulder Surfing“ genannt – kommt immer wieder vor. Zur Sicherheit das Smartphone bzw. das Notebook gut vor fremden Blicken schützen.
     

Sicherheitstipps zum Schutz des Smartphones

  • Öffentliche WLAN-Netzwerke stellen ein potenzielles Sicherheitsrisiko für Smartphones dar. Die automatische Verbindung zu WLAN-Verbindungen sollte in den Einstellungen des Smartphones daher deaktiviert werden.
  • Die Liste der WLAN-Netzwerke, zu denen automatisch eine Verbindung hergestellt wird, sollte regelmäßig überprüft und „ausgemistet“ werden. 
  • Keine Apps von Anbietern außerhalb des Play- bzw. App-Stores installieren.
  • App-Rezensionen vor dem Download aufmerksam lesen. Hier wird häufig schon auf Spam bzw. dubiose Zugriffsrechte verwiesen. 
  • In den Einstellungen des Smartphones die jeweiligen App-Berechtigungen überprüfen und gegebenenfalls die Zugriffsrechte einschränken bzw. die betreffende App deinstallieren.
  • Online-Banking nicht über den Browser am Smartphone, sondern stets über die offizielle App der jeweiligen Bank durchführen.
  • Kontodaten, Passwörter und andere sensible Informationen niemals am Smartphone oder in Cloud-Apps (Onedrive, Key Notes, Google Drive, Dropbox etc.) abspeichern

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