Hauptkläranlage in Wien Simmering
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Die Hauptkläranlage in Wien Simmering ist die größte Kläranlage Österreichs

Wie funktioniert eine Kläranlage?

Di, 15.05.2018 - 11:37

Die Abwasserreinigung in einer Kläranlage erfolgt in mehreren Schritten und umfasst die mechanische, biologische und chemische Abwasserreinigung.

Rechenanlage

Durch einen Rechen werden zunächst die gröbsten Verunreinigungen herausgefiltert. Dazu zählen beispielsweise Textilien, Hygieneartikel, Verpackungsmaterial oder Speisereste.

Sandfang

Der Sandfang besteht aus langen Rinnen. Bei einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa 30 cm pro Sekunde setzen sich alle nicht-schwimmbaren Teile der Verunreinigungen des Wassers am Boden ab. Dazu zählen neben Steinen auch Sand oder kleine Glasteile. Diese werden anschließend entfernt und entsorgt.

Vorklärbecken

Das Abwasser fließt danach in die Vorklärbecken, wo es rund zwei Stunden bleibt. Durch Herabsetzen der Strömungsgeschwindigkeit auf 1,5 cm pro Sekunde lassen sich jetzt auch leichtere Schlammteilchen vom Wasser trennen. Die Schlammteilchen setzen sich am Beckenboden ab, und die schwimmfähigen Teilchen sammeln sich an der Wasseroberfläche.

Den abgesetzten Schlamm schieben umlaufende Bandräumer vom Beckenboden in die Schlammtrichter. Dieser „Primärschlamm“ wird zwischengespeichert und anschließend zur Schlammbehandlung in den Faulturm gepumpt.
Die Schwimmstoffe, größtenteils Fett, werden von der Oberfläche entfernt und verwertet.

Biologische Reinigung

Im Belebungsbecken befindet sich der sogenannte Belebtschlamm, ein mit Bakterienmasse angereicherter Schlamm.

Der erste Teil der Belebungsbecken wird sauerstoffarm oder sauerstofffrei gehalten. Dadurch wird eine vermehrte biologische Entfernung der Phosphate aus dem Abwasser möglich. Die Entfernung des Phosphors ist vor allem deshalb wichtig, damit nicht zu viele Nährstoffe in das gesäuberte Wasser gelangen.

Danach wird Sauerstoff in das Abwasser geblasen. Mit Sauerstoff und Nahrung versorgt, können sich die Bakterien innerhalb von 24 Stunden im Verhältnis eins zu einer Million vermehren.

Chemische Reinigung

Um weiter Phosphor aus dem Wasser zu entfernen, wird er in der chemischen Reinigungsstufe in eine Form gebracht, in der er als Schlamm abgezogen werden kann. Ein Teil des Phosphors wird beim Abbau der organischen Kohlenstoffverbindungen in die Biomasse eingebaut, der Rest muss in eine ungelöste Form überführt werden, die sich als Schlamm absetzen kann. Dies erfolgt meist durch Zugabe von Eisen- oder Aluminiumsalzen.

Nachklärbecken

Im Nachklärbecken hat der belebte Schlamm mehrere Stunden Zeit, sich abzusetzen.

Ein Teil des Schlammes wird durch umlaufende Räumer in Schlammtrichter geschoben und in das Belebungsbecken zurückgeführt (Rücklaufschlamm), um die auf die Abwasserreinigung spezialisierten Bakterien im Belebungsbecken anzureichern.

Der Überschussschlamm, d. h. der durch die Vermehrung der Mikroorganismen entstandene zusätzliche Schlamm, gelangt zur Schlammbehandlung. Er wird eingedickt und meist zusammen mit dem Primärschlamm in einen Faulturm gepumpt.

Schlammbeseitigung

Die Schlammbeseitigung erfolgt im Faulturm. Das ist ein Behälter, in dem kontrolliert Abbauprozesse ohne Sauerstoff durchgeführt werden. Dabei wird der Schlamm in Faulschlamm und Faulgas (Methan) getrennt. Letztere können verbrannt werden und zur Eigenstromversorgng der Anlage verwendet werden können.

Schlammbehandlung

Bei den einzelnen Reinigungsschritten in der Abwasserreinigung entstehen verschiedene Arten von Schlamm, die einer speziellen Behandlung unterzogen werden müssen. Dabei ist es wichtig, eine Stabilisierung des Schlamms zu erreichen, d.h. im Schlamm enthaltener organischer Kohlenstoff soll soweit wie möglich abgebaut werden, damit Geruchsbeeinträchtigungen weitestgehend vermieden werden können.

Infos

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

 

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