Leobersdorf setzt auf WhatsApp
Um den WhatsApp-Dienst nutzen zu können, muss man sich auf der Gemeinde-Homepage registrieren. Foto: Shutterstock

Leobersdorf setzt auf WhatsApp

Eine von Gemeinden noch kaum genutzte Kommunikationsmöglichkeit ist WhatsApp. „Der Kurznachrichtendienst ist vor allem interessant, wenn man eine jüngere Zielgruppe erreichen will, die auf Facebook kaum noch aktiv ist“, berichtet die Journalistin Ingrid Brodnig. Dank der weiten Verbreitung sei WhatsApp aber ein perfektes Tool, um auch andere Bevölkerungssichten zu erreichen. „Der Vorteil ist die hohe Leserate. Man kann also recht sicher sein, dass die Informationen auch wirklich ankommen. Und die Menschen können auch antworten bzw. selbst an die Gemeinde herantreten“, erläutert Brodnig die Vorteile.

Vorreiter bei der Nutzung von WhatsApp ist das niederösterreichische Leobersdorf. Aktuelle Nachrichten, Infos zu Baustellen oder Straßensperren, Sicherheitswarnungen, Eventnews oder neue Angebote der Gemeinde kommen dort schnell wie nie zuvor am Smartphone der Bürgerinnen und Bürger an.

Um den WhatsApp-Dienst nutzen zu können, muss man sich auf der Gemeinde-Homepage registrieren. Dort kann man auch anklicken, falls man nur an speziellen Themen interessiert ist – z. B. die Öffnungszeiten des Schwimmbades, eine Laufveranstaltung oder Events, die im Ort stattfinden.

Derzeit sind rund 340 Leute angemeldet, an die wöchentlich ein Newsletter verschickt wird.

Wichtig ist, genügend Inhalte anbieten zu können

„Wichtig ist, dass man genügend Content anbieten kann“, sagt Vizebürgermeister Harald Sorger. Daher hat man in Leobersorf begonnen, Informationen, die im Amtsblatt stehen, auch in einer wöchentlichen Sendung auf einem regionalen Radiokanal zu bringen. Die WhatsApp-Benutzer erhalten einen Link, sodass sie die Sendung am Handy anhören können. Zusätzlich werden diese Inhalte auch auf die Homepage gestellt, und es wurden auch mehrere Bildschirme im Ort ausgehängt, wo die Nachrichten in Schlagzeilenform präsentiert werden. Ganz neu ist eine Handy-App, die bereits von etwa 1.200 Menschen heruntergeladen wurde. Harald Sorger: „Wir versuchen die gesamte Kommunikation der Gemeinde aus einem Guss zu machen, und wir wollen die Menschen dort erreichen, wo sie gerade unterwegs sind.“

Harald Sorger, Vizebürgermeister von Leobersdorf
Harald Sorger, Vizebürgermeister von Leobersdorf: „Wir versuchen die gesamte Kommunikation der Gemeinde aus einem Guss zu machen.“

Unterschiedliche Aufbereitung je nach Kanal

Insgesamt werden rund zehn Kanäle bedient. „Das ist natürlich schon aufwändig, denn man kann die Inhalte nicht überall in gleicher Form verwenden. Ausgehend von den Radiosendungen versuchen wir, die Inhalte für das jeweilige Medium aufzubereiten“. Erläutert Sorger. Beispielsweise müsse man sich am Bildschirm kürzer halten als auf der Homepage. Bei WhatsApp werden die User geduzt, während man sie anderswo per Sie anspricht.

Zwei Mitarbeiter sind für die Kommunikationsaktivitäten zuständig. Dazu kommt noch Vizebürgermeister Sorger als Verantwortlicher. „Dass ein Vertreter der Politik in dem Team dabei ist, ist wichtig, denn nur wenn man in den politischen Gremien sitzt, kann man entscheiden, ob eine Information bereits veröffentlicht werden kann“, meint er.

Für den Versand der WhatsApp-Nachrichten nutzt Leobersdorf das Service des auf WhatsApp-Marketing ausgerichteten Unternehmens atms. Sorger: „Dort haben wir ein Paket, das für maximal 500 User verwendet werden kann. Die Kosten dafür liegen etwa bei 80 Euro monatlich.“

Über den Autor

Helmut Reindl ist Redakteur bei KOMMUNAL

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