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Ländlichen Raum erhalten

Welche Maßnahmen planen Sie, um den ländlichen Raum zu stärken?

Sebastian Kurz

Wer im ländlichen Raum lebt, muss gleiche Chancen haben wie in der Stadt. Das betrifft Gesundheitsversorgung genauso wie Infrastruktur und Arbeitsplätze. Wir haben deshalb einen 11-Punkte-Plan für den ländlichen Raum erarbeitet - von der Neugestaltung und Ökologisierung der Pendlerpauschale, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bis hin zur Stärkung des Ehrenamts als wichtige Säule für die Gesellschaft.

Pamela Rendi-Wagner

Die SPÖ steht für gleiche Lebenschancen und die beste öffentliche Versorgung in Stadt und Land. Das bedeutet flächendeckende beste medizinische Versorgung mit längeren Öffnungszeiten, gute Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen sowie Pflege- und SeniorInnenheime.

Mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und dem SPÖ-Klimaticket wollen wir die Anbindung zwischen Stadt und Land verbessern. Mit Investitionen wie dem Breitbandausbau und KMU-Förderungen wollen wir wirtschaftliche Aktivitäten im ländlichen Raum nachhaltig fördern.

Norbert Hofer

Einleitend ist festzuhalten, dass der ländliche Raum in den letzten Jahren durch Maßnahmen wie Schließung von Polizeistationen, Kasernen, Bezirksgerichten, Schulen und Postämtern, sowie Einsparungen beim öffentlichen Verkehr etc. von den SPÖ-ÖVP Regierungen massiv ausgedünnt wurden. Diese Defizite müssen nun rasch wieder behoben werden, um den ländlichen Raum wieder zu stärken. Dies erfolgt, wenn Stärken und Leistungen hervorgehoben und strukturelle Schwächen abgebaut werden.

Rund 90 Prozent des Bundesgebiets sind ländlicher Raum und diesen gilt es wieder zu beleben. Dazu zählt es neben dem Erhalt von bestehenden Behörden wie Polizeiposten, Schulen, Bezirksgerichten etc. diese auch wieder gezielt anzusiedeln. Der ländliche Raum steht für qualitativen Wohnraum, ist Nahrungsmittellieferant Nummer 1, Energieerzeuger und Standort der meisten Klein- und Mittelbetriebe.

Daher bietet die Digitalisierung eine große Chance etwaige Standortnachteile auszumerzen. Dies trägt dazu bei, dass Firmen ihren Standort am Land erhalten werden und sichert Arbeitsplätze. Aber auch im Sinne einer modernen Arbeitswelt kann durch die neuen Technologien und den flächendeckenden 5G-Ausbau in Kombination mit Glasfaser eine Chance für Schaffung moderner und familienfreundlicherer Arbeitsplätze (Stichwort Home-Office zur Steigerung der Work-Life-Balance) sein. Die Klein- und Mittelbetriebe sowie auch die kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft bilden die Grundlage der regionalen Wirtschaftsstrukturen im ländlichen Raum, und diese gilt es zu schützen.

Wir sprechen uns daher klar und deutlich gegen eine Kürzung der Bundes- und EU-Fördergelder für den ländlichen Raum sowie für eine stärkere Umverteilung der bestehenden Fördermittel aus.

KMU sowie Land- und Forstwirtschaftsbetriebe müssen durch Bürokratieabbau und Verwaltungsvereinfachung gestärkt werden, um ihren Fortbestand zu bewahren und sie als eine der tragenden Säulen im ländlichen Raum weiterhin bestehen bleiben, zum Schutz unserer Kulturlandschaft.

Da vor allem die Land- und Forstwirtschaft eine sichere Versorgung mit qualitativ hochwertigen und leistbaren Lebensmitteln sowie und Lieferant für umweltschonende Ressourcen wie Holz sicherstellt, gilt es diese zu unterstützen und zu schützen. Neben der Hilfe bei der Bewältigung von Klimakatastrophen und den Folgen des Klimawandels (Dürre, Schädlingsbefall etc.) stehen wir für strengere Rahmenbedingungen in Bezug auf den Import von Lebensmitteln und Produkten (Schaffung einer klaren und für den Verbraucher überschaubaren Lebensmittelkennzeichnung) und bei Handelsabkommen, um Wettbewerbsverzerrungen oder gar -verdrängung zu Lasten unserer heimischen Erzeuger zu verhindern.

Auch der Erhalt und Ausbau einer funktionsfähigen Infrastruktur und die daraus resultierende Mobilität sind ein zentraler Punkt auf den wir setzen. Neben der von uns initiierten Verkehrsmilliarde, die die Anbindung vom ländlichen Raum zu den Ballungszentren sicherstellt, habe ich mich auch dafür eingesetzt, dass so viel Budget wie noch nie für den Ausbau der Infrastruktur in Bereich von Straße und Schiene in die Hand genommen wird und so Lücken geschlossen werden.

Die Investitionen im Bereich der Infrastruktur tragen durch die Förderung von alternativen Antriebsformen und den reduzierten CO2-Ausstoß nicht nur einen wesentlichen Teil zu einer nachhaltigen Umweltpolitik bei, sondern ergeben neue Mobilitätsoptionen, welche einer Abwanderung der Bevölkerung entgegen wirken wird.

Im Bereich der gesundheitlichen Nahversorgung sind Maßnahmen für den Erhalt und Ausbau von Landarztpraxen sowie der Erhalt von Hausapotheken wichtig. So ist in weiterer Folge auch die Versorgung unserer älteren Menschen wichtig. Hier ist es wichtig, Maßnahmen wie z. B. den gezielten Einsatz von Gesundheitsberufen (Beispiel: Schaffung des Lehrberufs Pflege) und die Umstellung der häuslichen Pflege voranzutreiben, damit eine würdige Pflege unserer älteren Mitmenschen sichergestellt ist.

Weiters ist die Nahversorgung und der Fortbestand von Gast- und Wirtshäusern sicherzustellen. Dies sind wichtige Punkte für die Gemeinschaft, das Zusammenleben im ländlichen Raum und das Wohlbefinden der Bevölkerung.

Aber auch im Bereich der Bildung ist der Ausbau des Bildungsangebots, insbesonders im Bereich des Fachhochschulsektors unter Berücksichtigung entsprechender kritischer Größe und des wirtschaftlichen Schwerpunkts sowie im Bereich der Lehrberufe stärker zu berücksichtigen und zu forcieren. Dies eröffnet den Menschen in den ländlichen Regionen nicht nur mehr Perspektiven in Bezug auf den Arbeitsmarkt, sondern sorgt auch dafür, dass sie über die Qualifikationen verfügen, die die Betriebe in diesem Raum benötigen und so auch einem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Dies führt zu wohnortnahen Arbeitsplätzen und sichert den sozialen Wohlstand der Gesellschaft.

Der Tourismus ist ebenso ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil des ländlichen Bereichs. Durch die bereits erfolgte Umsatzsteuersenkung ist der erste Schritt gesetzt, um den heimischen Tourismus zu stärken. Durch die Förderung von Tourismus und Kulinarik können weiters auch Synergien genutzt werden, in dem Kooperationen von Tourismusbetrieben und Landwirtschaft in Bezug auf die Produktion und Vermarktung regionaler Produkte geschaffen werden und so die dadurch entstehenden Vorteile dem Betrieb, der Landwirtschaft und der Region zu Gute kommen.

Das Ehrenamt und das freiwillige Engagement in Vereinen tragen einen unbezahlbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen in unserem Land bei. Mit der bereits beschlossenen Entgeltfortzahlung bei freiwilligen Mitgliedern von Katastrophenhilfsorganisationen ist ein erster wichtiger Schritt für den Fortbestand des Ehrenamtes gesetzt und so sichergestellt, dass wir weiterhin auf engagierte Menschen zählen können, die sich unentgeltlich für ihre Mitmenschen einsetzen.

Beate Meinl-Reisinger

Österreich hat generell als Wirtschaftsstandort in den letzten Jahren konsequent an Attraktivität verloren. Die Steuer- und Abgabenquote ist im europäischen Vergleich unverhältnismäßig hoch und die Bürokratie überwuchert das Unternehmertum.

Setzt man in diesen Bereichen an, profitiert der Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt, im Speziellen aber auch der ländliche Raum. Hier wollen wir auch insbesondere durch infrastrukturelle Impulse Verbesserungen erreichen, sowohl beim Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, als auch der digitalen Infrastruktur. Wir müssen Innovation fördern um auch im ländlichen Bereich verstärkt gute Arbeitsplätze zu schaffen. Und ja, wir brauchen letztlich auch einen breiten Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. 

Peter Pilz

  • Klein- und Biobauern stärken: Dringend nötig ist eine Reform der landwirtschaftlichen Förderungen, weg von der Flächenförderung hin zu einer stärkeren Förderung von Biobauern.
  • Ab-Hof-Verkauf von Lebensmitteln fördern und diesbezügliche bürokratische Hürden abbauen
  • Durch Kleinprojekte den sozialen Zusammenhalt im Dorf stärken, um Gemeinden für Zuzüge interessant zu machen. Hier spielen insbesondere aktive Vereine, wie Sportvereine und die Freiwillige Feuerwehr, eine zentrale Rolle.
  • Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Ausbau von Ganztagesschulen und Kinderbetreuungsplätzen
  • Ausbau des Breitbandangebots 
  • Förderung von lokalen KMU
  • Erneuerbare Energien im ländlichen Raum fördern
  • Einbindung lokaler Akteure in ländliche Entwicklungsprojekte

Werner Kogler

Für eine Stärkung des ländlichen Raums muss die Abwanderung der Frauen und Jungen gestoppt werden. Um hier gegenzusteuern, ist es wichtig, die Lebenssituation besonders für Frauen zu verbessern. Dazu bedarf es in erster Linie Jobs für Frauen und qualitativ hochwertige und Angebote der Kinderbetreuung, der Ausbildung und Qualifikation, und ein entsprechendes kulturelles Angebot.

Insbesondere muss eine moderne, klimaneutrale und kostengünstige Verkehrsinfrastruktur als Alternative zum motorisierten Individualverkehr auf- bzw. ausgebaut werden.

Selbstverständlich funktioniert das alles nicht ohne Infrastruktur wie Schulen, öffentlicher Verkehr, Ärzt_innen, Kultureinrichtungen und weiterer Infrastruktur wie Breitband oder Förderungen für regionale Wirtschafts- und Wissenschaftsprojekten. 

 

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