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Notärzte werden keine Totenbeschauer

Konflikt um die Totenbeschau

In letzter Zeit gab es in Kärnten immer wieder Beschwerden von Angehörigen von Verstorbenen über stundenlange Wartezeiten, ehe der Tote von der Bestattung übernommen werden kann. Grund ist ein Mangel an Totenbeschauern, da immer weniger Ärzte bereit sind, sich für die Totenbeschau vereidigen zu lassen.

Hauptursache ist die dürftige finanzielle Abgeltung von nur 53,20 Euro an Werktagen und 74,30 Euro an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht (plus Kilometergeld). Zum Vergleich: Die Steiermark honoriert diese Leistung mit 160 bzw. 240 Euro.

Nun hieß es, dass künftig Notärzte auch die Totenbeschau vornehmen sollen. Das wird von den Ärzten abgelehnt. „Notärzte sind dafür da, sich um schwererkrankte lebende Menschen zu kümmern und zu reanimieren“, sagte die Kärntner Ärztekammerpräsidentin Petra Preiss. Es könne auch nicht sein, dass die Notärzte quasi die eigene Arbeit und ihre Qualität kontrollieren.

Es wird sich nichts ändern 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner stellte nun klar, dass Notärzte weiterhin ausschließlich zu Einsätzen gerufen werden, bei denen es um Notfälle geht.

Einzig und alleine für den Fall, dass der Patient während eines Notarzteinsatzes verstirbt, sei vorgesehen, dass der Notarzt den Tod bestätigt. „Damit könnte künftig die Lage der Leiche verändert werden, sprich der Tote auf einen anderen, würdevollen Platz gebracht werden, bis in der Folge der Totenbeschauarzt die tatsächliche Totenbeschau durchführt“, erklärt Prettner.

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