Kommunalwirtschaftsforum
Klimpt/Kommunalwirtschaftsforum
250 Teilnehmer kamen zum Kommunalwirtschaftsforum nach St. Pölten.

Kommt eine eine digitale Infrastruktur des Wohlstands?

„Gemeinsam handeln für die lebenswerte Kommune: lokale Antworten für globale Herausforderungen der digitalen Zukunft.“ Unter diesem Motto diskutierten beim Kommunalwirtschaftsforum 2019 die politischen Entscheidungsträger mit den Führungskräften der Kommunalwirtschaft die Herausforderungen der Zukunft.

Warum brauchen wir vor der Zukunft keine Angst haben? Das war die Einstiegsfrage an Karl-Heinz Land, einen der Vordenker der digitalen Zukunft. Der Autor des Buches „Erde 5.0“ führte in seinem Referat den rund 250 Teilnehmern in St. Pölten vor Augen, wie die Zukunft im Bereich der Digitalisierung ablaufen wird.

Die Digitalisierung sei die einzige ernstzunehmende Option, diese existenziellen Herausforderungen der Menschheit auf einer grundlegenden, systemischen Ebene zu lösen. Nur in einer engmaschig vernetzten und digital optimierten Welt würden sich die Zusammenhänge abbilden, messen und managen lassen.

Karl-Heinz Land
Karl-Heinz Land: "Derzeit entsteht eine neue, digitale Infrastruktur des Wohlstands. Sie demokratisiert den Zugang zu Bildung und Information, zu Sozial - und Gesundheitsleistungen sowie zu Kapital und Märkten.“

„Derzeit entsteht eine neue, digitale Infrastruktur des Wohlstands. Sie demokratisiert den Zugang zu Bildung und Information, zu Sozial - und Gesundheitsleistungen sowie zu Kapital und Märkten.“ Die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Teilhabe durch Technologie zu fördern, sei auch eine wirksame Strategie gegen Populismus, Protektionismus und die grassierende Rücksichtslosigkeit gegenüber Mensch und Natur, meint der deutsche „Digital-Evangelist“.

Auf einer Erde 5.0 verändert sich auch die Rolle der Unternehmen. Das alte Motto des Nobelpreisträgers Milton Friedman – „The Business of Business is Business“ – hat ausgedient. Land: „Die Wirtschaft wird in die Verantwortung genommen.“ Das führt dazu, dass der Mensch und seine „analoge“ Umgebung, seine Gemeinde, seine Region mehr in den Fokus rückt.

Es braucht engmaschige Glasfaservernetzung

Auch als Reaktion auf diese Anforderung braucht es den weiteren Ausbau der Infrastruktur, wie Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Drei-Chef Jan Trionow und der ehemalige Vizekanzler Willi Molterer, der heute für die EFSI, den Europäischen Fonds für strategische Investitionen, tätig ist, in der anschließenden Podiumsdiskussion meinten.

Dabei müsse vor allem auf das „dritte Drittel“ besonderen Wert gelegt werden. Das sei jenes Drittel Österreichs, das aufgrund fehlender wirtschaftlicher Relevanz (das erste Drittel) oder mit minimalem Einsatz der öffentlichen Hand (das zweite Drittel) nicht mit digitaler Infrastruktur versorgt würde und daher auf der Strecke bleibt – der ländliche Raum und mit ihm ein Drittel der Gemeinden.

Grenze des Föderalismus?

Das zu schaffen, braucht es aber offenbar, so Molterer, „eine Grenze des Föderalismus“, da es einen übergeordneten Plan braucht, wie flächendeckend digitale Infrastruktur hergestellt werden könnte. Augenzwinkernd meinte er zu Moderator Hartwig Tauber von der NÖGIG, der Niederösterreichischen Glasfaserinfrastruktur Gesellschaft: „Am besten wäre, wenn man der NÖGIG das N wegnimmt und eine ÖGIG schafft.“

Der schleppende Glasfaser-Ausbau und die dadurch ebenso schleppende 5G-Verfsorgung des ländlichen Raums war generell das beherrschende Thema der Kommunalwirtschaftsgespräche. Den Grund brachte Keynote-Speaker Karl-Heinz Land auf den Punkt: „Gemeinden haben durch die Digitalisierung die Möglichkeit, bürgerfreundlicher zu werden. Und der Bürger hat durch diese digitale Interaktion das Gefühl, er könne etwas sagen, sich stärker ‚an seiner Gemeinde‘ beteiligen.“ 
 

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