Nicolaus Drimmel
Gemeindebund-Experte Nicolaus Drimmel: "Ein Grundsatzpapier für die Weiterentwicklung unserer Kommunikationsnetze sollte nicht mehr an Downloadraten hängen, sondern sich nicht davor scheuen, im Sinne der Effektivität der Investitionen auch Infrastrukturziele vorzugeben."

Glasfaser und Kooperation sind das Potenzial der digitalen Zukunft

Mit dem neuen Jahr soll eine neue Breitbandstrategie der Bundesregierung formuliert werden. Im Sinne eines kooperativen Bundesstaates ist es dabei wichtig, die Länder, Gemeinden und private Stakeholder einzubinden. Eine gute Planung ist zwar manchmal aufwändig, aber sie hilft auch leere Kilometer zu vermeiden, nicht nur im wörtlichen Sinn.

Wir erleben heute mit der Digitalisierung vieler Lebensbereiche einen historischen Technologiewechsel, der schon jetzt einen wesentlichen Einfluss auf unser menschliches Dasein hat. Es ist daher angebracht, von einem Glasfaserzeitalter zu sprechen, die Zeit der alten Kupferleitungen ist passé.

Ein Grundsatzpapier für die Weiterentwicklung unserer Kommunikationsnetze sollte daher nicht mehr an Downloadraten hängen, sondern sich nicht davor scheuen, im Sinne der Effektivität der Investitionen auch Infrastrukturziele vorzugeben.

Das Investitionspotenzial ist tatsächlich enorm. Ziel muss es sein, volkswirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen auch mittelfristig so umzusetzen, dass diese letztlich effizient und nachhaltig sind, und das ist unbestritten die Glasfaser.

Um in dieser Weise das Optimum aus einer so komplexen Materie herauszuholen, müssen einmal die zu setzenden Umsetzungsmaßnahmen und ein Zeitplan definiert werden, die auch die dafür nötige Technologie mit berücksichtigen. Und schließlich sollen die eingesetzten finanziellen Mittel die höchstmögliche Hebelwirkung bei Erhaltung einer höchstmöglichen Ausgewogenheit und Flächendeckung erzielen.

Öffentliche Hand, Versorgungsunternehmen und Betreiber müssen zusammenarbeiten

Daher ist eine Zusammenarbeit aller Stakeholder zwingend nötig, der öffentlichen Hand, der Versorgungsunternehmen und der Betreiber. Nur so kann die für die Entwicklung einer Breitbandstrategie optimale Bestandsanalyse zugrunde gelegt werden, und bei klaren Spielregeln wird dafür gesorgt, dass für den Netzausbau ausreichend finanzielle Mittel bereit stehen; nicht nur marktgeneriert, sondern jedenfalls auch als Förderungen. Zusammenarbeit vor allem auf den untersten Ebenen ist dazu da, Kosten einzusparen, indem etwa auch Überbauungen durch mehrere Anbieter vermieden werden. Neben einer strategischen Netzplanung sollte die Kooperation daher auch auf die unteren Planungs- und Umsetzungsebenen heruntergebrochen werden.
Letztlich wird es heißen: Glasfaser wird durch Kooperation leistbar.

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