Gewittersturm
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Während 2013 nur jeder vierte Befragte angab, Unwetter, Hagel und Stürme als große Gefahr zu betrachten, ist inzwischen rund die Hälfte der Befragten dieser Ansicht

Gefahrenbewussstsein für Naturkatastrophen steigt

Mo, 17.12.2018 - 12:19

Die österreichische Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren auf immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse einstellen müssen. Vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, gewinnt für Gemeinden wie BürgerInnen zunehmend an Bedeutung.

Die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind weltweit im Steigen begriffen. Allein im Jahr 2017 verursachten Naturkatastrophen einen geschätzten Gesamtschaden von 340 Milliarden US-Dollar und damit nahezu doppelt so hohe Kosten wie im Vergleichszeitraum 2016 – ein Wert, der grob der jährlichen Wirtschaftsleistung eines Landes wie Dänemark entspricht.

Wetterphänomene wie Stürme, Hochwasser, Hitzewellen, Schnee und Hagel werden künftig auch hierzulande häufiger erwartet. Gefährdet sind dabei nicht nur einzelne Regionen - bedingt durch die Topografie gilt jedes Bundesland in Österreich als Risikogebiet für Naturkatastrophen.

Psychische Folgen wiegen oft schwer

Naturkatastrophen verursachen jedoch nicht nur finanzielle und materielle Schäden, auch die immateriellen Beeinträchtigungen durch das Erlebte wiegen oft schwer. Eine aktuelle Studie des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) zeigt nun erstmals auch die psychischen Folgen von Extremwetterereignissen in Österreich auf. So schildern Betroffene das einprägende Gefühl der Ohnmacht und den Kontrollverlust verbunden mit (Überlebens-)Ängsten in der unmittelbaren Ereignissituation. Doch auch langfristige psychische Folgen sind nach Naturkatastrophen keine Seltenheit. 17 Prozent der Befragten gaben an, seit dem Ereignis schreckhafter bzw. unsicherer zu sein, jeweils 6 Prozent der Befragten litten zumindest in der Zeit nach dem Erlebten unter Schlafstörungen.

Gefahrenbewusstsein im Steigen begriffen

Ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl ist jedoch nicht nur bei unmittelbar Betroffenen festzustellen. Wie die aktuelle Erhebung des KFV zeigt, ist die persönliche Gefahreneinschätzung der Österreicher in Bezug auf Naturkatastrophen ganz allgemein im Steigen begriffen.

„Vergleiche von Studien aus den vergangenen fünf Jahren lassen ein tendenziell steigendes Gefahrenbewusstsein der Bevölkerung erkennen. Während 2013 nur jeder vierte Befragte angab, Unwetter, Hagel und Stürme als große Gefahr zu betrachten, ist inzwischen rund die Hälfte der Befragten dieser Ansicht“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV.

Zwei Drittel sehen sich durch Hochwasser gefährdet

Auch Hochwasser wird von den Befragten als immer präsentere Naturgefahr wahrgenommen: Während sich 2013 mehr als die Hälfte gar nicht gefährdet durch Hochwasser sah, trifft dies 2018 nur mehr auf rund ein Drittel der Befragten zu.

Die aktuelle KFV-Erhebung macht zudem deutlich, dass Personen, die bereits von Naturkatastrophen betroffen waren, eher dazu tendieren, sich auf zukünftige Extremwetterereignisse vorzubereiten. „Wer in den letzten zehn Jahren einmal selbst von einer Naturkatastrophe betroffen war, verfolgt das Thema aufmerksamer, zeigt sich informierter bzw. sucht aktiver nach Informationen und hat Präventivmaßnahmen getroffen“, so Thann. Dennoch: Einen Großteil der Verantwortung zur Vorbeugung von Schäden durch Naturkatastrophen sehen viele Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor bei den Behörden.

Langfristige Anpassungsstrategien betreffen alle

Egal ob im privaten Umfeld, auf Bundes-, Landes- oder Gemeindeebene: Je früher und intensiver sich alle Beteiligten mit den möglichen Auswirkungen von Naturgefahren auseinandersetzen, desto besser sind die Möglichkeiten, die Bevölkerung und die Infrastruktur zukünftig zu schützen. Ziel eines effektiven Katastrophenmanagements ist es, die Herausforderungen des Klimawandels zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln, um direkte Schäden und wirtschaftliche Probleme zu vermeiden oder zu minimieren.  

Wussten Sie, dass …

... auf www.zamg.at/warnungen alle Wetterwarnungen für jede Gemeinde Österreichs kostenlos zur Verfügung stehen?

… unter www.hora.gv.at einfach festgestellt werden kann, ob bzw. in welcher Gefahrenzone sich der eigene Wohnsitz befindet?

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