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90 Prozent der österreichischen ZahnärztInnen arbeiten selbstständig in einer kleinen bis mittleren Praxis.

Freie Berufe - selbstständig und unabhängig

Mi, 17.04.2019 - 11:21

Zu den Freien Berufen zählen in Österreich neun Berufsgruppen. Und allen sind zwei Eigenheiten gemein: Sie haben ein breites Angebot für Gemeinden und sie sind in vielen Gemeinden „Mangelware“.

 

Das Spektrum der Freien Berufe ist groß. Zu den Freien Berufen zählen in Österreich die medizinischen Berufe Arzt, Apotheker, Zahnarzt und Tierarzt, die juristischen Berufe Rechtsanwalt und Notar, die technischen Berufe Ziviltechniker und Patentanwalt sowie die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Allen gemeinsam ist die umfassende und universitäre Berufsausbildung und die hohe Verantwortung für die Gesellschaft. Die Vertreter der Freien Berufe sind nur ihren Patienten oder Klienten verantwortlich und unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

In vielen Fällen übernehmen die Freien Berufe sogar Aufgaben, die eigentlich der Staat erfüllen müsste. Dazu gehören etwa – im Falle der Apotheker - die Arzneimittelkontrolle oder auch – bei den Notaren - die Verwaltung des Grundbuchs.  

Die Fragen der Zukunft

Aus der Tradition heraus arbeiten die Freien Berufe selbstständig – denken Sie an die Hausärztin auf dem Land oder den Zahnarzt mit kleiner Praxis und zwei Assistentinnen in der Stadt.

Doch die Berufsbilder ändern sich und auch die Ansprüche der nachkommenden Generation. Vor 20, 30 Jahren war es noch üblich, die Selbstständigkeit unter höchstem Zeitaufwand zu leben – etwa die selbstverständliche Nachtbereitschaft der Großtierärzte. Heute schauen junge Menschen stärker auf die Work-Life-Balance. 60-Stunden-Wochen sind oft nicht mehr erwünscht.

Negative Entwicklungen in Skandinavien und Deutschland

Zudem drängen Finanzinvestoren und Kapitalgesellschaften auf den Markt, die in großem Stil zum Beispiel Tierarztordinationen aufkaufen und in Riesenkliniken umwandeln. Jungen Menschen werden Teilzeitanstellungen angeboten, die oft gerne angenommen werden.

Zu sehen ist diese Entwicklung in Skandinavien und auch in Deutschland, wo eine große Kaffeerösterei mittlerweile Zahnarztketten betreibt. Diese Zahnkliniken werden nur in den großen Städten betrieben und dort, wo es sich wirtschaftlich auszahlt. Im Osten Deutschlands gibt es keine einzige Klinik.

Diese Entwicklung wird in Österreich nicht gewünscht. Die Freien Berufe sind in Österreich kleinteilig organisiert, mit kleinen Ordinationen oder Büros und in ganz Österreich und nicht nur in Wien vertreten. In Österreich sucht man nach alternativen Modellen für Berufseinsteiger bei den Freien Berufen. Nach Modellen wie Jobsharing einer selbstständigen Zahnarztpraxis, die auch für junge Menschen die Selbstständigkeit attraktiv machen. 

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