älterer Bauarbeiter
Shutterstock/Robert Kneschke
Jobsuchende über 50 müssen länger nach einem neuen Job suchen als jüngere.

Fördermodell für ältere Jobsuchende

Di, 19.02.2019 - 11:49

Seit dem Jahr 2014 gibt es in Niederösterreich das Modell der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung „Gema 50+“, mit dessen Hilfe Jobsuchende der älteren Generation beruflich wieder Fuß fassen sollen. Das Arbeitsmarktservice und das Land Niederösterreich haben sich nun dazu entschlossen, dieses erfolgreiche Fördermodell aufzustocken und die Kontingentplätze mehr als zu verdoppeln.

Die AMS-Geschäftsstellen in Niederösterreich vermitteln passende Bewerberinnen und Bewerber der Generation 50+, die im Rahmen der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung in Gemeinden oder Vereinen in verschiedenen Beschäftigungsbereichen tätig sein werden,

„Dieses Programm ist eine großartige Unterstützung für die Gemeinden. Trotz Aufstockung des Förderpakets werden die Kosten für Gemeinden und Vereine unverändert bei 350 Euro pro Monat und Person bleiben“, erläutert Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl.

AMS und Land Niederösterreich übernehmen größten Teil der Lohnkosten

Den größten Teil der Lohnkosten übernehmen nach wie vor das AMS Niederösterreich mit knapp 5,6 Millionen Euro und das Land mit knapp 1,7 Millionen Euro. Die administrative Abwicklung wird weiterhin vom Verein „Jugend und Arbeit“ durchgeführt. Etwa 266 niederösterreichische Gemeinden nehmen an dem Programm teil.

Menschen können im Berufsprozess bleiben

Rupert Dworak, Präsident des Verbands sozialdemokratischer Gemeindevertreter: „Wir bieten diesen Menschen neue Perspektiven und ermöglichen ihnen, sich beruflich neu zu positionieren. Die Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer haben die Chance auf einen beruflichen Neustart“.

Stefan Szirucsek, Bürgermeister von Baden, führte aus: Die Stadtgemeinde Baden habe sich bereits in der Vergangenheit an diesem Programm beteiligt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gute Erfahrungen gemacht. „Menschen erhalten dabei die Möglichkeit, im Berufsprozess zu bleiben“, so der Bürgermeister.

Arbeitsmarkt hat sich günstig entwickelt

Der Arbeitsmarkt in Niederösterreich hat sich letztes Jahr auch für arbeitslose Personen der Generation 50+ günstig entwickelt. Bei etwas gebremster Arbeitskräftenachfrage sind diese Jobsuchenden sehr rasch wieder mit Hürden beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt konfrontiert. Die Arbeitslosigkeit dieser Personen hat in Niederösterreich im Jänner wieder etwas zugenommen.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) und das Land Niederösterreich haben daher Vorsorge getroffen. Die 250 Kontingentplätze, die über den Verein „Jugend & Arbeit“ zur Verfügung gestellt werden, werden per 1. März deutlich auf 600 Plätze aufgestockt.

Ältere haben es am Arbeitsmarkt schwerer

AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich: „Jobsuchende im Alter ab 50 Jahren haben es besonders schwer. Bei ihnen dauert die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz im Schnitt um 84 Tage länger als in der Gesamtgruppe der arbeitslosen Personen. Mit dieser Initiative bieten wir vielen Betroffenen nicht nur ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, sondern auch die Möglichkeit, an ihrem Wohnort beruflich wieder Fuß zu fassen. Dass es uns gelungen ist, diese beiden Aspekte zu vereinen, war mir ein großes Anliegen“. Deutlich über die Hälfte der Personen stehen neun Monate nach Ablauf der Initiative noch immer in Arbeit, informierte er über eine Statistik.

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