Roland Wohlmuth (Brunnenthal), Landesrat Rudi Anschober und Heribert Kaineder
Land Oberösterreich
Bürgermeister Roland Wohlmuth (Brunnenthal), Landesrat Rudi Anschober und Heribert Kaineder von der Abteilung Umweltschutz des Landes Oberösterreich.

Eine Gemeinde kämpft gegen Lichtverschmutzung

Während es früher darum ging, die Gemeinden abends besser zu beleuchten und „mehr Licht“ in die Orte zu bringen, will man heute „besseres Licht“. Nämlich Licht, das hilft, besser zu sehen ohne zu blenden, die Gesundheit zu bewahren, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, die Umwelt nicht unnötig aufzuhellen, die Tierwelt nicht zu stören und Energie zu sparen und damit das Klima zu schützen.

Brunnenthal bei Schärding nimmt nun den Kampf gegen die Lichtverschmutzung auf. 150 bestehende Lichtpunkte werden mit fachlicher und finanzieller Unterstützung des Landes Oberösterreich auf modernste Technologie umgerüstet.

„Dabei werden die Schaltkästen, Masten und vor allem die Leuchtmittel ausgetauscht“, erläutert Bürgermeister Roland Wohlmuth. In abgelegeneren Bereichen werden Bewegungssensoren eingesetzt, einzelne Straßenzüge werden mit Lampen, die untereinander kommunizieren können, individuell angesteuert, damit Gehsteige und Schulwege optimal ausgeleuchtet werden können.

Initiativen gegen Lichtverschmutzung

Nach Kirchschlag bei Linz und Steinbach am Attersee ist Brunnenthal die dritte Gemeinde in Oberösterreich mit so einem Umrüstungsprogramm.

Durch Adaptionen bei den Förderprogrammen des Landes soll die umweltschonende und energiesparende Umrüstung der Beleuchtung für Gemeinden noch attraktiver werden.

Das Land Oberösterreich hat einen Film mit dem Titel „Licht im Einklang mit Mensch und Natur - Zukunftsweisende Außenbeleuchtung statt Lichtverschmutzung“ erstellt, um die Bevölkerung zu informieren.

Warum ist Lichtverschmutzung eine Gefahr? 

Im Weltatlas der Lichtverschmutzung werden die Auswirkungen der Lichtverschmutzung eindrucksvoll dargestellt: 99 Prozent der Bevölkerung Europas leben demnach unter einem lichtverschmutzten Nachthimmel, 60 Prozent aller Europäer/innen können die Milchstraße nicht mehr sehen.  

Eine internationale Studie des Forschers Christopher Kyba vom Geoforschungsinstitut Potsdam zeigte auf, dass in den vergangenen Jahren sowohl die Intensivität des künstlichen Lichts als auch die beleuchtete Fläche weltweit um 2,2 Prozent pro Jahr zugenommen hat (Analyse amerikanischer Umweltsatelliten aus den Jahren 2012 bis 2016).

Aber wie beeinflusst eine solche Entwicklung Mensch, Natur und Umwelt?  

Gesundheit

Der natürliche Wechsel von hell/ Tag und dunkel/ Nacht ist der grundlegendste Rhythmus jeglichen Lebens und ein wichtiges Element funktionierender Ökosysteme. Unterbrechungen bedeuten immer eine Störung. Licht bei Nacht sollte daher so belastungsarm und emissionsfrei wie möglich eingesetzt werden.

Ein Zuviel künstliches Licht kann zu massiven Störungen im Tag-Nacht-Haushalt führen. Dieser findet sich in fast allen Körperfunktionen und wird durch das Hormon Melatonin gesteuert, das nur bei Dunkelheit gebildet wird. Ausreichend Melatonin ist wichtig für einen gesunden Schlaf und ein starkes Immunsystem.  

Umwelt/ Natur

Auch nachtaktive Tiere und Insekten verlieren durch ein mehr an künstlicher Beleuchtung Dunkelgebiete und somit Lebensraum. Nachtaktive Insekten orientieren sich fälschlicherweise an den künstlichen Lichtquellen und fliegen diese zwanghaft an, bis sie vor Erschöpfung verenden oder verbrennen.

Auch Zugvögel orientieren sich in der Dämmerung und Nacht am Mond und den Sternen. Irritiert durch künstliche Lichtpunkte können sie die Orientierung verlieren und bis zur Erschöpfung über diese kreisen oder mit Gebäuden oder anderen Vögeln kollidieren.

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