Land Tirol
Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf, Landesrat Bernhard Tilg und der Obmann der ARGE Altenheime, Robert Kaufmann

Der Pflegeberuf wird aufgewertet

Mo, 22.10.2018 - 13:41

Mit einem Treffen der Bürgermeister des Außerfern ging die Regionalkonferenz-Tour von Pflegelandesrat Bernhard Tilg durch alle Tiroler Bezirke zu Ende. Dabei wurde nicht nur die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Strukturplanes Pflege in Sachen mobiler und stationärer Betreuung diskutiert: Es wurde auch der Pflegeplan einer Evaluierung unterzogen und die Zwischenergebnisse wurden mit den Gemeindevertrete und Obleuten der Planungsverbände diskutiert.

„Wir sind uns bewusst, dass dieses zielorientierte Strategiepapier für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige von qualifizierten und motivierten Pflegekräften mit Leben erfüllt werden muss. Daher haben wir ein begleitendes Maßnahmenpaket entwickelt, um diesen Beruf für junge Menschen, aber auch für Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger ganz besonders attraktiv zu machen“, erläutert Landesrat Bernhard Tilg. 

Einheitliche Entlohnung ab 2020

So wird ab dem Jahr 2020 eine einheitliche Entlohnung für die Pflegearbeit in Heimen, Sprengeln und Krankenhäusern in Tirol eingeführt. „Gleiches Geld für gleiche Leistung beseitigt die bisherigen Lohnunterschiede“, erläutert Tilg.

Bereits 2017 hat das Land Tirol gemeinsam mit dem Tiroler Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck eine Gehaltsanpassung für die Pflegeberufe verhandelt und mit den Gewerkschaften paktiert. „Die legistische Umsetzung der Gehaltsanpassung war und ist ein komplexes Vorhaben, welches unter enger Einbindung des Tiroler Gemeindeverbandes derzeit unter Hochdruck vorbereitet wird“, betont der Landesrat.

Zugang zum Pflegeberuf wird erleichtert

Auch der Zugang zum Pflegeberuf wird erleichtert: Das betrifft die Ausbildung im zweiten Bildungsweg unter Berücksichtigung berufsbegleitender Möglichkeiten und eine unbürokratischere Berufsanerkennung bei ausländischen Diplomen.

Neue wohnortnahe Ausbildung für Pflege

Auf die in Tirol neu aufgestellte dreistufige Pflegeausbildung ist Tilg ganz besonders stolz: „Für die Pflegeassistenz, wofür neun erfolgreich abgeschlossene Schulstufen Voraussetzung sind, über die zweijährige Pflegefachassistenzausbildung bis hin zum akademischen Pflegebachelor entsteht in den Bezirken ein wohnortnahes und praxisorientiertes Bildungsnetzwerk. Regionale Arbeitsmöglichkeiten in Verbindung mit vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und vorzüglichen Berufsaussichten machen den Pflegeberuf in ganz Tirol attraktiv.“

Meldung von offenen Stellen beim AMS Darüber hinaus hält es Landesrat Tilg für notwendig, eine Meldepflicht von Heimen sowie Pflege- und Betreuungsorganisationen für offene Stellen an das Arbeitsmarktservice (AMS) einzuführen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auf diese Weise könnte das AMS die für Mangelberufe sonst üblichen Fördermaßnahmen ergreifen.

Personalbedarfserhebung in Umsetzung

Ebenso soll ein kontinuierliches, regionales und umfassendes Monitoring des Personalbedarfs durchgeführt werden. „Derzeit findet in allen Bezirken eine Personalbedarfserhebung statt. 2019 werden die Ergebnisse der Erhebung feststehen. Ziel ist es, die personellen Kapazitäten in den Bezirkskrankenhäusern, Wohn- und Pflegeheimen und Einrichtungen der mobilen Dienste zu erfassen, um mit einer entsprechenden Anzahl an Ausbildungsplätzen und Auszubildenden den künftigen Personalbedarf abdecken zu können“, so Pflegelandesrat Tilg. Außerdem soll eine Imagekampagne mit gezielten Informationsveranstaltungen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen dazu beitragen, den Pflegeberuf in all seinen Facetten darzustellen.

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