Barrierefrei ist möglich

Die Qualitätsansprüche an Gebäude wandeln sich. Seit mehreren Jahren und dem gesetzlichen Auftrag entsprechend gehört Barrierefreiheit dazu. Die Bevölkerung ist sensibler geworden, älter, beweglicher, selbstständiger und – wenn man so will –anspruchsvoller. Auch mit körperlichen Einschränkungen – im Rollstuhl oder mit Gehhilfen – möchte man seinen Behördengang selbstständig erledigen, das Grab auf dem Friedhof besuchen, an der Veranstaltung im Gemeindezentrum teilnehmen.

Oft stehen einer barrierefreien Ausgestaltung die Einwendungen des Denkmalamtes oder der Statiker oder der „Finanzminister“ entgegen. Das hat schon eine Berechtigung. Manchmal sind es aber Ignoranz, Gedanken- und Phantasielosigkeit. Auch hier gilt es effizient, sparsam, nachhaltig zu handeln.

Es ist durchaus legitim, auf das Machbare zu setzen und die Verbesserungen Zug um Zug vorzunehmen. Aus der Arbeit der Volksanwaltschaft können wir mit guten Beispielen aufwarten – wie in einem niederösterreichischen Gemeindezentrum vorbildlich gelungen. Manchmal setzen die Bürgerinnen und Bürger ihre Ansprüche auf Barrierefreiheit erst über den Weg zum Höchstgericht durch – wie im Falle eines Pfarrzentrums plus Kirche. Das Ergebnis hätte man einfacher haben können.

Barrierefrei ist notwendig

Wenn 90 Prozen der Menschen ihren Lebensabend in ihren Häusern und Wohnungen verbringen wollen, heißt das, die Ansprüche derselben bereits beim Bau und deren Genehmigung zu berücksichtigen. Davon sind zuerst die Kinderwägen und danach die Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen betroffen. Es betrifft die Ausgestaltung der Eingänge in Garagen, Müllräume, ins Haus, in den Lift usw. Es betrifft jedenfalls auch die Breiten der Türen – vor allem der Nassräume und den barrierefreien Zugang zu Balkonen und Gemeinschaftsräumen.

Die meisten Länder verfügen über gut entwickeltes und praxisnahes Wissen betreffend barrierefreies Bauen. Es gibt dazu auch ausgewiesene Experten. Man muss das Wissen nur abholen.

 

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Über den Autor

Gertrude Brinek ist Volksanwältin
zuständig für:

Bundesebene:
• Steuern und Gebühren
• Verfahrensdauer Gerichte
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• Denkmalschutz

Landesebene:
• Gemeindeverwaltung
• Bau- und Raumordnung
• Wohnungs- und Siedlungswesen
• Landes- und Gemeindestraße
• Friedhofsverwaltung

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