Ingo Appé
Gemeinde Ferlach
Ingo Appé: „Trinkwasser ist ein Menschenrecht, daher müssen die österreichischen Quell- und Grundwasservorkommen über die öffentliche Hand gesichert werden."

„Ausverkauf des Wassers muss verhindert werden“

Ingo Appé ist SPÖ-Bürgermeister von Ferlach und derzeit Präsident des Bundesrates. Seine halbjährige Funktionsperiode nutzt er, um auf die Notwendigkeit des Trinkwasserschutzes aufmerksam zu machen.

„Trinkwasser als wesentliches Element der Daseinsvorsorge darf nicht zur Handelsware degradiert werden. Wasser muss öffentliches Gut bleiben.“ Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels gelte es, dieses Gut zu schützen. Schließlich hängen Appé zufolge drei Viertel aller Naturkatastrophen direkt oder indirekt mit Wasser und Klima zusammen.

Appé beschäftigt sich mit dem Thema schon lange, sowohl als Bürgermeister wie auch in seiner früheren Tätigkeit beim Gesundheitsministerium.

Verkauf von Quellen verhindert

Im Jahr 2004 hat die Gemeinde Ferlach gegen teils massive Widerstände Quellen gekauft. „Wenn wir das nicht gemacht hätten, wären die Quellen ein halbes Jahr später an einen Konzern verkauft worden“, berichtet Appé. „Ich wurde wegen meines Handelns bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Heute klopfen mir aber sogar diejenigen, die mich damals angezeigt haben, auf die Schulter und sind froh, dass ich den Ausverkauf des Wassers verhindert habe.“

Appé will Gemeinden, Wassergenossenschaften und Verbände stärken, damit diese die Trinkwasserversorgung zu sozial gerechten Preisen gewährleisten können.

„Trinkwasser ist ein Menschenrecht, daher müssen die österreichischen Quell- und Grund­wasservorkommen über die öffentliche Hand gesichert werden. Ein Ausverkauf des heimischen Wassers muss verhindert werden, jegliche Möglichkeit der Privatisierung muss der Riegel vorgeschoben werden. In Händen von Städten und Gemeinden ist die österreichische Versorgung bestens aufgehoben“, ist Appé überzeugt.

"Angst vor Privatisierungen wird vor EU-Wahlen geschürt"

Dem kann auch sein Bundesratskollege Karl Bader zustimmen. Der ÖVP-Bürgermeister im niederösterreichischen Rohrbach an der Gölsen meint aber, dass mit dem Thema auch Politik betrieben wird: „Die Angst vor einer möglichen Privatisierung wird regelmäßig vor EU-Wahlen geschürt“, stellt Bader fest. Aber auch für ihn ist klar: „Trinkwasser ist eine Lebensgrundlage, die gesichert werden muss. Es ist wichtig, dass wir mit unseren Ressourcen sorgsam umgehen.“

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