Die Steuerung des Lichtsystems ist von jedem Punkt der Welt möglich.

Admont stellt Beleuchtung auf neue Beine

Die Gemeinde hat die komplette Straßenbeleuchtung auf effiziente LED-Technik umgestellt. Was dazu getan werden musste, berichten Bürgermeister Hermann Watzl und Amtsleiter Dietmar Cupak.

„Nach der Gemeindereform 2015 sind Hall, Johnsbach und Weng zu Admont gekommen. Damit hat sich die Tatsache ergeben, dass wir plötzlich eine Gemeinde mit rund 20 verschiedenen Leuchten waren. Und für den Großteil der Leuchten gab es auch keine Ersatzteile mehr. Daher musste die Gemeinde aktiv werden“, erzählt Bürgermeister Watzl.

„Die Klima- und Energie-Modellregion Gesäuse unter ihrem Manager Robert Werner hat uns hier sehr unterstützt“, berichtet Amtsleiter Cupak. „Die notwendigen Arbeiten wie die Erhebung der Ist-Situation, die nötigen Bescheide und welche Techniken überhaupt möglich sind, hier hat Robert Werner der Gemeinde viel abgenommen.“

Robert Werner hat die Klima- und Energiemodellregion Gesäuse überhaupt erst ins Leben gerufen. Er war es, der die Gemeinde Admont, die nach der Fusion mit den drei anderen Kommunen Handlungsbedarf hatte, mit der Nachbargemeinde Ardning „zusammengespannt“ hat. „Für so eine Modellregion müssen mindestens zwei Gemeinden kooperieren, die  dann mindestens zehn Maßnahmen, die sich positiv auf Klima und Energieeffizienz auswirken, umsetzen. Admont und Ardning haben diese Bedingungen perfekt erfüllt. Admont beispielsweise musste nach der Fusion sowieso eine Bestandsaufnahme machen. Nach dem Ergebnis war auch klar, dass bei der Beleuchtung Handlungsbedarf da war“, berichtet Werner.

Alles weitere lief nach „dem Lehrbuch“. Die Gemeinde fasste die nötigen Beschlüsse, Modellregions-Manager Werner half  bei den Einreichungen für die Förderungen und formulierte auch bei den Ausschreibungen mit. Nach einer rund einjährigen Vorbereitungsphase haben die Arbeiten am 11. Juni begonnen. Im Sommer 2019 soll alles fertig sein.

Neueste Technologie mit der Option auf noch viel mehr Zukunftstechnologie

Allein mit der LED-Technik, die nun verbaut wird, kann Admont rund 50 Prozent der elektrischen Energie einsparen. Ein weitaus größerer monetärer Einsparungseffekt wird zusätzlich durch eine reduzierte und vor allem verlässliche Ersatzteilbeschaffung und dem damit verbundenen geringeren Wartungsaufwand erzielt. „Der vermeintliche Vorteil, wenn man Billigware kauft, wird dann immer zunichte gemacht durch die fehlende Betreuung und die ausbleibende Versorgung, etwa wenn man Ersatzteile braucht“, bestätigt Dietmar Cupak.

Die Bevölkerung war im Entscheidungsprozess insofern von Anfang an miteingebunden, als auf der Homepage die Gemeinde die Absicht und die Gründe erklärt hat. In der  Phase der Entscheidungsfindung wurden dann in jedem Ortsteil ein paar Leuchten installiert und der Bevölkerung ein Mitspracherecht eingeräumt.

„Zusätzlich hat es mehrere Gemeinderatssitzungen gegeben, in der mögliche Varianten diskutiert wurden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat dann den Ausschlag gegeben“, so Cupak:

  • In Admont werden hauptsächlich „MicroLuma“-Leuchten von Philips eingesetzt, die auf bestehenden Masten mit Mastverlängerungen installiert werden. Auf Grund der großen Lichtpunktabstände kann damit eine gleichmäßigere Beleuchtung sichergestellt werden. Zudem, so der Lichtplaner Heinz Pürcher, kann „bis auf einige defekte oder beschädigte Masten und einige neu zu bauenden Verteiler praktisch die gesamnte Infrastruktur  wiederverwendet werden.“
  • Die ausgewählten Leuchten sind energieeffizient, leistungsfähig und wartungsfreundlich, wie man es von einer modernen LED-Leuchte erwartet.
  • Jede Leuchte ist über eine Lichtmanagement-Software mit dem System verbunden und meldet, falls sie defekt wird. Gleichzeitig kann die Gemeinde über die Software auch „das Licht steuern“. Das bedeutet, dass ganze Straßenzüge beispielsweise ab Mitternacht gedimmt werden können, um schädliche Effekte wie „Lichtverschmutzung“ gar nicht erst entstehen zu lassen. „Diese Steuerung ist auch von jedem Punkt der Welt möglich,“ so Florian Schachner von der Firma Reinalter, die die Arbeiten umsetzt.
  • Die Software von Philips steht der Gemeinde ein Jahr kostenlos zur Verfügung, danach „wird man sehen, wie weit wir mit den Grundeinstellungen unser Auslangen finden oder ob wir weitere Nutzungsmöglichkeiten finden“, so der Amtsleiter. Für die Gemeinde ist die Verlegung der endgültigen Entscheidung risikofrei: Und wenn sie sich entscheidet, den „Lichtmanager“ von Philips einzusetzen, kann sie das auch Jahre später. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben.
  • Dank SystemReady-Schnittstelle ist jede Leuchte oben und unten mit einer standardisierten Anschlussbuchse versehen, sodass man nur noch entsprechende Controller oder Sensoren anzuschließen braucht, um neue Anwendungen zu aktivieren.

Wie solche neuen Anwendungen aussehen könnten, die von Lande- und Aufladeplätzen für Drohnen bis hin zur Verkehrsüberwachung reichen können, ist noch nicht absehbar. Aber auch hier ist es, so Dietmar Cuplak, eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung.

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