Vor dem Umbau war das Erdgeschoß im Hochparterre, nun sind große Teile dieser Ebene zum Straßenniveau abgesenkt und verglast und damit zu einem barrierefreien und transparenten Bürgerbüro umgestaltet. Fotos: David Schreyer


10. Oktober 2017

Baukultur

Energieeffizientes Gemeindeamt

Mit dem Umbau des Gemeindeamts errang die Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren den Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit.

Von Dezember 2014 bis Oktober 2015 wurde das im Ortsteil Muntlix gelegene Gemeindeamt von Zwischenwasser umgebaut und auf höchstem ökologischen Standard generalsaniert. Nun wurde das Amtsgebäude von Bundesminister Andrä Rupprechter mit dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Der Preis ist die höchste Auszeichnung der Republik Österreich für zukunftsfähiges Bauen. Damit würdigt das Umweltministerium herausragende Gebäude und ermutigt zu Weiterentwicklungen und Innovationen.

Das sagt die Jury

Die Jury unter der Leitung von Prof. Roland Gnaiger meinte dazu in ihrer Bewertung:

Das Areal um das Gemeindeamt erfuhr in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehrere ortsbauliche und architektonische Aufwertungen. Auch die umfassende Modernisierung des 1937 errichteten Gemeindeamtes erfolgte nun in hoher Qualität.

War vor dem Umbau das Erdgeschoß im Hochparterre, sind nun große Teile dieser Ebene zum Straßenniveau abgesenkt und verglast und damit zu einem barrierefreien und transparenten Bürgerbüro umgestaltet. Im Obergeschoß überzeugt die neue räumliche Schichtung von Gang-, Archiv- und Garderobenzone hin zu den Büroräumen. Die vollständig verglasten Zwischenwände lösen dabei die kleinteilige Struktur zu einer großzügig wirkenden Raumfolge auf.

Die Reduktion des Heizenergiebedarfs wird unter anderem durch ein Wandsystem aus Innendämmung mit Lehmputz bewirkt und ermöglicht gleichzeitig die Fassade unverändert zu belassen. Eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung trägt ebenso wie ein umfassendes Produkt- und Chemikalienmanagement zur hohen Raumluftqualität bei. Zur Energieversorgung nutzt das Gebäude das gemeindeeigene Biomasseheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Nachbargebäudes.“

Die Reduktion des Heizenergiebedarfs wird unter anderem durch ein Wandsystem aus Innendämmung mit Lehmputz bewirkt und ermöglicht gleichzeitig die Fassade des1931 errichteten Gebäudes unverändert zu belassen.

Die Reduktion des Heizenergiebedarfs wird unter anderem durch ein Wandsystem aus Innendämmung mit Lehmputz bewirkt. Das ermöglichte gleichzeitig, die Fassade des 1931 errichteten Gebäudes unverändert zu belassen.

Beim Kommunalgebäudeausweis konnten 981 von möglichen 1000 Punkten erreicht werden. Die bauökologische und energiesparende Generalsanierung und der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung waren ausschlaggebend für die hohe Punkteanzahl. Es wurden zusätzlich 15 Fahrradabstellplätze, neun davon überdacht, für die Mitarbeiter und Besucher des Gemeindeamten realisiert.

Bürgermeister Kilian Tschabrun: „Wir freuen uns, dass unsere langjährigen baukulturellen und energieeffizienten Bemühungen zusätzlich zu den geplanten und geforderten Raumnutzungen gewürdigt wurden. Nun haben wir als wahrscheinlich einzige Gemeinde Österreichs mit dem generalsanierten Gemeindeamt und dem neuen Kindergarten in unmittelbarer Nähe im Dorfzentrum zwei staatspreisgekrönte kommunale Gebäude.“

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