Bei knapp 12.000 Unfällen aufgrund von Ablenkung sterben in Österreich jährlich mehr als 100 Personen. Foto: Shutterstock/Syda Productions


28. Februar 2017

unfallsursache ablenkung

Workshops für Verkehrssicherheit in Gemeinden

Ablenkung ist Unfallursache Nummer eins in Österreich – mit weiter steigender Tendenz. Um das Bewusstsein für die Gefahren zu fördern, bietet das KFV nun für Gemeinden und Unternehmen eigene Workshops „Unfallursache Ablenkung“ an.

E-Mails checken, Textnachrichten verschicken, telefonieren und dabei eine Adresse notieren, nebenher noch eine Semmel essen – beinahe selbstverständlich werden oft mehrere Dinge gleichzeitig erledigt, während wir am Steuer sitzen. Die tägliche Informationsflut überlastet unser Gehirn zunehmend und erschwert die Konzentration. Doch gerade Konzentration ist im Straßenverkehr überlebenswichtig, um sicher von A nach B zu gelangen.

Wie gefährlich es sein kann, wenn aktive Verkehrsteilnehmer abgelenkt werden, belegt die Statistik: Mit einem Anteil von 38 Prozent am Gesamtunfallgeschehen ist Ablenkung bzw. Unachtsamkeit die häufigste Unfallursache in Österreich: Bei rund 12.700 Unfällen mit Personenschaden starben 123 Personen (2015). Im Vergleich zum Jahr 2014 stieg die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer durch Ablenkungsunfälle sogar um rund zehn Prozent an (2014: 111, 2015: 123).

Mythos Multitasking

Wie die neuesten Tests der KFV-Simualtorstudie zeigen, sinkt bei Multitasking die Fahrleistung und die Herzrate erhöht sich so stark, dass es mit einer Stresssituation vergleichbar ist.
Im Straßenverkehr finden wir rund 600 bis 800 Millionen Bit Informationen. Bis zu 40 Bit pro Sekunde kann das Gehirn verarbeiten. Telefoniert man hinterm Steuer, verbraucht der Mensch 25 Bit pro Sekunde von seinem Kontingent. Es bleiben also nur noch 15 Bit für das Sehen übrig. Die Aufnahme von mehr Information wäre eine große Herausforderung für den Menschen. Durch diese multiple Stimulation kommt es also zur Einschränkung der Verarbeitungskapazität des Gehirns, es kommt zu einer sogenannten Unaufmerksamkeitsblindheit. Der Fahrer verliert die Fähigkeit, Dinge um ihn herum wahrzunehmen.

Aktiv gegen Ablenkung

„Wer am Straßenverkehr teilnimmt, trägt nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer Verantwortung. Bereits kleine Fehler, Ablenkungen oder Unachtsamkeiten können zu schweren Unfällen führen“, erklärt Peter Felber vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). „Dem Geschehen auf der Straße muss daher volle Aufmerksamkeit geschenkt werden, um weder sich selbst, noch Dritte zu gefährden“, ergänzt Felber. Um dieses Bewusstsein zu fördern, bietet das KFV nun neue Ablenkungsworkshops speziell für Unternehmen an.

Grundlegendes Ziel ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die gefährlichsten Ablenkungen aufgeklärt werden und Multitasking als reale Gefahr erkennen – frei nach dem Motto: Ablenkungsfreie Räume gibt es nicht – es geht darum, wie wir mit Ablenkungen umgehen. Im praxisnahen Vortrag werden plakativ und einprägend die Auswirkungen von Ablenkung aufgezeigt und darüber hinaus neue Verhaltensweisen erarbeitet, um ablenkende Tätigkeiten zu vermeiden. Teilnehmende Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, die Gefahr, in die sie sich beim Autofahren begeben, und deren eventuelle Folgen einzuschätzen, Risikokompetenz zu entwickeln und ihr Verhalten entsprechend anzupassen.

Interesse am Ablenkungs-Workshop? Gemeinden können sich unter aktionen@kfv.at, Telefon: 0577011 – 4000 oder  Fax: 0577077 – 8899 für den Ablenkungs-Workshop anmelden.

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