Peter Filzmaier: „Bereits jeder Fünfte hat keinen engeren Bezug zu seiner Gemeinde mehr.“ Foto: event-fotograf


25. Juli 2016

Demografie

Trend in Richtung Ballungsräume

Noch leben mehr als die Hälfte, nämlich 54 Prozent, der österreichischen Bevölkerung in Orten mit weniger als 10.000 Einwohnern. Der Trend geht aber in Richtung eines starken Zuzugs in die Ballungsräume. Was aber nicht stimmt, ist, so der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier bei den Kommunalen Sommergesprächen in Bad Aussee, dass nur alte Leute auf dem Land bleiben und der ländliche Raum vergreist.

Dramatischer ist aus Sicht Filzmaiers die Entwicklung, dass Menschen mit höherer Bildung eher in den großen Städten leben. So leben etwa nur 37 Prozent der Universitätsabsolventen in Gemeinden unter 10.000 Einwohnern.

Gut für die Gemeinden ist, dass der Kommunalpolitik immer noch deutlich mehr Vertrauen entgegen gebracht wird als den Politikern auf Landes- oder Bundesebene. Trotzdem dürfte man sich in den Gemeinden nicht zurück legen, denn mittlerweile hat auch bereits knapp jeder Fünfte keinen engeren Bezug zu seiner Gemeinde.

Filzmaier zeigte anhand des Ergebnisses der (für ungültig erklärten) Bundespräsidenten-Stichwahl die Polarisierung von Stadt und Land. So gewann Alexander van der Bellen fast ausschließlich in den Ballungsräumen. Norbert Hofer gewann im Großteil der ländlichen Bezirke.

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