Allein im Jahr 2016 haben sich mehr als 1200 Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen unter winterlichen Bedingungen wie Schnee, Eis und Schneematsch ereignet. Foto: Shutterstock/Anna Grigorjeva


28. September 2017

Verkehr

Sichere Fahrt durch den Winter

Jedes Jahr aufs Neue stellt die kalte Jahreszeit Gemeinden und ihre Mitarbeiter vor die besondere Herausforderung, die Sicherheit und Benutzbarkeit der Verkehrswege aufrecht zu erhalten.

Keine einfache Aufgabe, gilt es hier doch verschiedenste, teils entgegengesetzte Interessen wie Befahrbarkeit, Verkehrssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz zu berücksichtigen. Ein Modell, das Entscheidungsträgern wertvollen Input bei der Entwicklung von Einsatzstrategien liefern kann, wurde heuer im Rahmen des KFV-Forschungspreises 2017 ausgezeichnet.

Das von Peter Nutz entwickelte Modell zur Optimierung der Winterstreudienste auf Österreichs Straßen stellt den Zusammenhang zwischen bestehenden Wetterereignissen, Griffigkeit der Fahrbahn und Winterdienstmaßnahmen her. Auf diese Weise kann eine Einsparung an Taumitteln bei gleichbleibend hoher Verkehrssicherheit erzielt werden – ein Ergebnis, von dem Straßenbetreiber, Umwelt und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen profitieren.

Gesamtheitliches Modell für individuelle Lösungen

In seiner Arbeit beschreibt Peter Nutz den physikalischen Zusammenhang zwischen Schnee bzw. Eis, Winterdienstmaßnahmen und Straßengriffigkeit. Damit können beispielsweise die Entwicklung der Griffigkeit bei Schneefällen prognostiziert und die Winterdienstverantwortlichen bei der Wahl geeigneter Maßnahmen zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit unterstützt werden. Als Modellparameter fungieren dabei Gefrierpunkte von Auftaumitteln, Fahrbahntextur, Niederschlagsmenge, Temperatur und Auftaumittelmenge auf der Fahrbahn. „In dieser Arbeit wurden sowohl Verkehrssicherheit als auch ökologische und ökonomische Aspekte zu einem praxistauglichen Gesamtmodell vereint, das auf allen Ebenen Vorteile für Nutzer und Gesellschaft bringt. Eine ausgezeichnete Weiterentwicklung des modernen Winterdienstes auf Österreichs Straßen“, so Othmar Thann, Direktor des KFV.

Sicher unterwegs bei Eis & Schnee

Allein im Jahr 2016 haben sich mehr als 1200 Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen unter winterlichen Bedingungen wie Schnee, Eis und Schneematsch ereignet. Dabei waren 1.588 verletzte und 16 getötete Personen zu beklagen. Österreichweit liegt der Anteil der Unfälle mit Personenschaden auf winterlichen Fahrbahnen am Gesamtunfallgeschehen somit bei 3,26 Prozent. Zwar leistet der Winterdienst der Gemeinden einen bedeutenden und grundlegenden Beitrag zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit bei winterlichen Witterungsverhältnissen. Doch das entbindet die Verkehrsteilnehmer nicht von ihrer Eigenverantwortung. Nur wer vorausschauend und den Fahrbahnbedingungen angemessen fährt, ist auch tatsächlich sicher unterwegs.

 

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