Salzburg zeigt vor, wie mit einem Mix aus fixen und beweglichen Pollern - hier vor dem Festspielhaus - der flexible Zugang für Touristen, aber auch die kontrollierte Zufahrt für Anwohner und Lieferanten sichergestellt wird.


25. Oktober 2017

OBJEKTSCHUTZ

Poller: Flexible Zufahrtsregelung mit Designanspruch

Das Thema Sicherheit, insbesondere die Zufahrtssicherheit, wird bei Städten und Gemeinden immer wichtiger. Einfach, flexibel und ästhetisch ansprechend lässt sich das mit Poller- und Schrankensystemen umsetzen. KOMMUNAL hat darüber mit Thomas Vogel, Geschäftsführer der FAAC GmbH, dem Marktführer für Poller- und Schrankensystemen, gesprochen.

Herr Vogel, aufgrund der jüngsten Entwicklungen stehen auch mittlere und kleinere Gemeinden vor der Frage, wie ihre Infrastruktur und die Menschen ihrer Gemeinden vor Anschlägen geschützt werden könnten. Dabei haben sich Poller aller Arten als probates Mittel erwiesen. Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile von Pollern?

Durch den Einsatz von Pollern können die Zufahrten zu Innenstädten, öffentlichen und privaten Plätzen sowie sicherheitstechnisch relevanten Bereichen flexibel und sicher gesteuert werden.

Poller fügen sich aufgrund ihrer kompakten und platzsparenden sowie optisch ansprechenden Bauform ideal in das Stadtbild oder die unmittelbare Umgebung ein. Halbautomatische und automatische Poller können versenkt und somit im Bedarfsfall unsichtbar gemacht werden.

Sicherheitspoller mit Anpralllasten von bis zu 7,5 Tonnen Gewicht, bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, bieten einen zuverlässigen Schutz vor Angriffen mit PKW bzw. LKW. Diese Produkte kommen in der Regel an Hauptzufahrten von Gebäuden oder öffentlichen Plätzen, auch im Mix mit Standardverkehrspollern, zum Einsatz.

Jetzt lassen sich Gebäude oder auch historisch wertvolle Viertel einer Kommune durch Poller recht gut absichern, aber wie sieht es mit den Zugängen für Rettung oder auch Straßen- beziehungsweise Zustelldiensten aus. Funktioniert das alles mit elektronischen Zugängen und der Vergabe von Berechtigungen?

Rettungsdienste und Feuerwehren bedienen sich spezieller Schließsysteme, um im Bedarfsfall unabhängig Zugang zu bekommen. Sie können sich das wie einen Zentralschlüssel vorstellen, der die Poller einer lokal definierten Anlage öffnen kann.

Taxis bekommen in den meisten Fällen einen eigenen Handsender, um Poller über Funk zu öffnen. Zustelldienste hingegen können, je nach Häufigkeit der Zustellung, auch temporäre Key-Cards oder Zugangscodes bekommen.

Poller können aber auch über entsprechende Schnittstellen auch in zentrale Zutrittsverwaltungssysteme eingebunden werden. Durch Klingeln, durch Sichtkontakt über Kameras oder Nummernschilderkennung kann z. B. von einem Hotel die Zufahrt für Gäste gewährt werden.

Stelle ich mir das so ähnlich wie bei automatischen beweglichen Garagentoren vor?

Ja, Funk wird üblicherweise auch bei Garagentoren und/oder Zufahrtstoren sowie Schranken verwendet. Jede Codierung ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Um missbräuchliche Anwendung auszuschließen, ist die Codierung von FAAC patentiert.

Wenn eine Gemeinde einen 300 Meter langen „Hauptplatz“ hat, der gleichzeitig auch verkehrsberuhigte Zone ist und auf dem sechs- bis siebenmal im Jahr lokale Veranstaltungen stattfinden, wie könnte der mit Pollern abgesichert werden? Würden Sie hier versenkbare Poller empfehlen oder gibt es auch andere Lösungen?

Hier bietet sich ein Mix aus automatischen und fixen Pollern an. Während der Veranstaltungszeit sichern sie die Veranstaltungen gegenüber KFZ komplett ab. Außerhalb dieser Zeit können die automatischen Poller versenkt werden, so dass der Hauptplatz wieder weitestgehend freie Zufahrt bekommt. Gerade diese Art öffentliche Flächen können so ganz unterschiedlich und je nach Bedarf flexibel genutzt werden.

„Anforderungen des Kunden und insbesondere die Vor-Ort-Bedingungen werden genauestens geprüft.“ Thomas Vogel, Geschäftsführer FAAC, über den Service-Zugang vor einer Angebotslegung.

„Anforderungen des Kunden und insbesondere die Vor-Ort-Bedingungen werden genauestens geprüft.“ Thomas Vogel, Geschäftsführer FAAC, über den Service-Zugang vor einer Angebotslegung.

Die Gemeinde müsste dann nach den Vorgaben von FAAC die Fundamente fertigen, in die die Poller versenkt werden – oder macht FAAC das?

Anfragen an FAAC werden von unserer Projektabteilung betreut und koordiniert, von der Planung bis zur Fertigstellung. Wir arbeiten dabei von Anfang an sehr eng mit spezialisierten, meist direkt vor Ort ansässigen Vertriebspartnern, unseren Professionals, zusammen, um das Projekt bis zur Übergabe reibungslos umzusetzen. Als Hersteller übernehmen wir mit unserer Erfahrung und unserem Know-How eine koordinierende und beratende Rolle. Unsere Professionals, zu erkennen an ihrem grünen Logo, agieren als Generalauftragnehmer und übernehmen den Einbau der Anlagen mit Inbetriebnahme und jährlicher Wartung.

Je nachdem wie es gewünscht wird, übernimmt die Fundamenterstellung entweder der Vertriebspartner oder die Gemeinde lässt das Fundament über das eigene Bauamt nach unseren Vorgaben erstellen. Beim Thema Stromversorgung wird genauso vorgegangen.

Wenn die Poller dann stehen, wie hoch ist der Schutzfaktor: Käme da ein mittlerer LKW durch?

Unsere Hochsicherheitspoller sind nach internationalen Normen zertifiziert und stoppen z. B. einen 6,8t schweren LKW mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Für die Zertifizierung wurden extra sogenannte Crash-Tests in unabhängigen Instituten durchgeführt.

Auf unserer Website können unter der Rubrik „Poller“ diese Crash-Tests angesehen werden. Es ist aber auch ausschlaggebend, ob die innerstädtische Situation – z. B. Kreisverkehre, Verkehrsinseln usw. – eine hohe Beschleunigung von Fahrzeugen ermöglicht. Dies und viele weitere Aspekte spielen eine wesentliche Rolle, welche Poller für ein Objekt ausgewählt werden.

Im urbanen Gebiet kommt es durch die Enge relativ oft zu Parkschäden bzw. kleineren Blechschäden: Wie robust sind versenkbare Poller gegen solche Schäden? Oder muss man davon ausgehen, dass schon eine kleine Delle die Funktionsfähigkeit des Pollers beeinträchtigt?

Poller sind schon sehr robust. Im Inneren bestehen sie Großteils aus Stahl. Die Hülle, also der sichtbare Zylinder, kann aus lackiertem Stahl oder Edelstahl mit unterschiedlich dicken Wandstärken sein. Eine kleine Delle schränkt die Funktionsfähigkeit bei weitem nicht ein. Es wird lediglich der Zylinder verkratzt, was rein optisch nicht schön ist. Grundsätzlich können Sie aber davon ausgehen, dass, wenn ein Fahrzeug mit voller Wucht gegen einen Poller fährt, dieser nach dem Zusammenstoß nicht mehr funktionstüchtig ist und in der Regel repariert bzw. ersetzt werden muss.

Lässt sich ein Poller problemlos warten oder ist es für die Gemeinde ein großer Aufwand?

Die Wartung unserer Poller ist sehr kostengünstig. So kann etwa der Austausch der Hydraulik von nur einer Person durchgeführt werden, ohne dass die gesamte Anlage herausgehoben werden muss. Reparaturen können sehr schnell durchgeführt werden, Zeit- und Personalaufwand und die damit verbundenen Kosten halten sich damit in Grenzen. Dieses Merkmal unterscheidet unsere Produkte von allen anderen Herstellern.

Ganz generell: Wie kann eine Gemeinde die richtigen Plätze für Poller Identifizieren? Oder gibt es vor einer Angebotslegung durch FAAC eine Begehung oder Beratung?

Genau hier unterscheiden wir uns auch von anderen Herstellern. Unsere kompetenten Projektberater stehen mit Ihrem Fachwissen von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite. Die Anforderungen des Kunden und insbesondere die Vor-Ort-Bedingungen werden genauestens geprüft. Erst danach erfolgen Auswahl und Angebotslegung in Zusammenarbeit mit unserem lokal ansässigen Vertriebspartner. Somit wird nichts vergessen und wir beraten von Anfang die optimale Lösung.

Kann der Einsatz von Pollern im Objektschutz – sprich Rathaus oder auch Altstoffsammelzentrum – mit Zutrittskontrollsystemen kombiniert werden oder muss man hier zwei verschiedene Lösungen andenken? Kann eine Pollerlösung von FAAC auch mit anderen elektronischen Zutrittssystemen kombiniert werden? Ich frage deshalb, weil viele Gemeinden heutzutage den Zugang zum Altstoffsammelzentrum für ihre Bürger mit elektronischen Zutrittssystemen auch am Wochenende ermöglichen und daher solche Systeme schon im Einsatz haben.

Selbstverständlich können unsere Poller über Schnittstellen mit Zutrittskontrollsystemen kombiniert und verwaltet werden. FAAC bietet zukünftig speziell für kleine und mittlere Anwendungen eine eigene Lösung an. Das im Hause FAAC entwickelte und produzierte Zutrittskontrollsystem arbeitet auf Internetbasis und kann in Zukunft einfach über eine App bedient werden. Der Kunde bekommt damit Hard- und Software aus einer Hand geliefert! Ein weiterer Grund, sich für FAAC zu entscheiden!

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