3. April 2017

Kommunal vor 25 Jahren

„Müssen Schulen zusperren?“

Die aus heutiger Sicht eher rhetorische Frage, ob Schulen zusperren müssten, stellte sich das „kommunal-journal" in der Ausgabe 14 im Frühjahr 1992.

Ausgehend von der Tatsache, dass Lebensqualität und Entwicklungsmöglichkeiten der Regionen vom Vorhandensein adäquater Bildungseinrichtungen abhängen, nahm „kommunal-journal“ eine ÖROK-Studie unter die Lupe. Darin wurde zwar die gute Versorgung hervorgehoben (in den 70er- und 80er-Jahren wurden rund 300 Schulen gebaut), aber auch darauf hingewiesen, dass nur in 23 politischen Bezirken Österreichs (im wesentlichen die Landeshauptstädte und die größeren Städte Österreichs) umfassende Wahlmöglichkeiten gegeben waren. Diese Wahlmöglichkeiten bezogen sich hauptsächlich auf den Schultypus, der damals zur Verfügung stand.

Auch an eine Prognose wagte sich die Studie der ÖROK, aufbauend auf dem Bildungsverhalten und der demografischen Entwicklung der letzten zehn Jahre. Die Conclusio war, dass es zwischen 1996 und 2001 zu einer leichten Zunahme der Gesamtschülerzahlen in nahezu allen Schultypen kommen würde, danach aber – insbesondere zwischen 2001 und 2011 – wieder zu einer Abnahme. Besonders betroffen seien die Volksschulen. Die Entwicklung sei aber, so der Beitrag damals, vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte undramatisch. Dann der Nachsatz: „Erst auf regionaler Ebene zeigen sich drohende Unterauslastungsprobleme einzelner Schulstandorte, die eine differenzierte Anpassungsstrategie erfordern.“ Und: „Eine standortgefährdende Unterauslastungen ist allerdings nur im Bereich der Volksschulen und berufsbildenden mittleren Schulen zu erwareten.“ Hauptschulen – heutzutage sind das die „neuen Mittelschulen“ – können sich rein zahlenmäßig behaupten, so die Erwartungen der ÖROK-Studie 1992.

 

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