Wenn Kabel im Zuge von Kanalarbeiten verlegt werden, wird es billiger. Foto: Shutterstock/rdonar


18. Oktober 2017

Infrastruktur

Mitverlegen macht Breitband kostengünstiger

Glasfasernetze haben eine eigene Leitungsstruktur, einfach ein Leerrohr zu verlegen, um Breitband zu ermöglichen, ist deshalb zu wenig. Die meisten „planlos“ verlegten Leerrohre sind für einen Glasfaser-Netzaufbau ungeeignet oder müssen mit viel Aufwand nutzbar gemacht werden. In Dellach hatte man das Glück, den Glasfaserausbau, kosteneffizient mit der Umsetzung eines Kanalprojektes verbinden zu können.

Die Verlegung der Glasfaserkabel im Rahmen des Kanalbaus in Dellach wird circa 600.000 Euro an zusätzlichen Kosten verursachen – eine alleinige Verlegung würde einen Aufwand von mehreren Millionen bedeuten. Zwei Drittel der Kosten werden durch Bundes- und Landesförderungen aufgebracht werden, für den Rest kommt die Gemeinde auf. „Glasfaser hat Zukunft“, ist sich der Bürgermeister von Dellach, Johannes Lenzhofer sicher, „die gesamte Bevölkerung profitiert von diesem Projekt.“

Auch Vizebürgermeister Bernd Pichler stimmt dem zu. „Die gesamte Infrastruktur wird dadurch aufgewertet, die Nachfrage besteht.“ Denn vor allem in ländlichen Gemeinden sind die Einwohner auf ein leistungsfähiges Breitbandnetz angewiesen. Ausbildungs- und Entwicklungsperspektiven, die Teilnahme an sozialen Netzwerken und somit den Anschluss an den Rest der Welt sind wesentliche Faktoren zur Gegensteuerung der Abwanderung.

Breitband-Ausbau je nach Initiative und Möglichkeiten der Gemeinden

„Wir arbeiten uns von Gemeinde zu Gemeinde zu einem möglichst flächendeckenden Breitbandinternet in Kärnten vor. Unser Ziel ist es, den Breitbandausbau ,bottom-up‘, also von unten nach oben zu realisieren, das heißt von einer Region zur nächsten, je nach Initiative und Möglichkeiten der Gemeinden. Wir wollen, dass alle Kärntnerinnen und Kärntner sowie alle Unternehmen, die einen Firmensitz in unserem Land betreiben, einen offenen und uneingeschränkten Zugang zu Kommunikationsnetzen erhalten“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig.

Gleichbehandlung von ländlichem Raum und Ballungszentren

„In der für Kärnten festgelegten Breitbandstrategie bekennen wir uns zu einer Gleichbehandlung von ländlichem Raum und Ballungszentren, um Digitalisierungsklüften entgegenzuwirken. Ein gut ausgebautes Breitbandnetz ist ein wesentlicher Faktor zur Belebung des Standortwettbewerbs, ein Motor für Unternehmens- und Betriebsansiedelungen und damit letztlich auch ein Beitrag zur Arbeitsplatzschaffung“, so Peter Schark, Leiter der Breitbandinitiative Kärnten.

Zur Umsetzung der Breitbandstrategie verweist Schark auf die zusätzlichen Fördermittel von Seiten des Bundes. Bis zu 100 Millionen Euro will sich Kärnten bis 2020 für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur aus der Breitbandmilliarde des Bundes holen.

70 Gemeinden haben Breitband-Masterpläne

Insgesamt haben bereits 70 Kärntner Gemeinden Masterpläne ausgearbeitet bzw. in Planung. Ziel dieser Förderaktion ist es, dass sich bis Jahresende jede einzelne Gemeinde mit diesem Thema zumindest auseinandersetzt. Schaunig: „Dieses Ziel werden wir erreichen. Dann geht es in die Umsetzung, für die verstärkt Mittel zum Einsatz kommen werden.“

Als Ergänzung zur Breitbandmilliarde des Bundes stellt das Land Kärnten den Gemeinden heuer 1,2 Millionen Euro für die Planung und Durchführung von Glasfaserausbauvorhaben zur Verfügung. 2018 wird diese Summe auf 2,4 Millionen Euro verdoppelt.

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