Landesrat Anton Lang und LH-Stv. Michael Schickhofer wollen mit neuen Ideen Abwanderung verhindern. Foto: Land Steiermark/Bektaš


4. Oktober 2017

Abwanderung verhindern

Mehr Mobilität in die Regionen

Mit einem neuen Modell will man in der Steiermark Verkehrsknotenpunkte ausbauen und zu Wirtschaftsstandorten entwickeln. Ziel ist es, die Mobilität in den steirischen Regionen zu verbessern und die Wege für Pendlerinnen und Pendler kurz zu halten. Damit soll die Abwanderung bekämpft werden. Das Land stellt dafür sieben Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld will man mehr Jobs in die Regionen bringen, Kinderbetreuung und Bildung ausweiten, Verkehrsachsen ausbauen und die regionale Wirtschaft stärken.

„Jetzt, wo die Wirtschaft anzieht, sollen auch unsere Regionen vom Aufschwung profitieren. Wir entwickeln unsere besten Standorte, damit die Menschen in ihrer Heimatregion Arbeit haben, von der man gut leben kann. Und wir schaffen multimodale Verkehrsknotenpunkte, damit man leichter und schneller von A nach B kommt“, so Landeshauptmann-Vize Michael Schickhofer.

Besseres Angebot für Pendler schaffen

Als Vorbild hat man sich die Region Stuttgart genommen. Dort wurden die regionalen Industrie- und Gewerbestandorte gestärkt und gleichzeitig Verkehrsknotenpunkte an den Arbeitsplatzzentren und S-Bahnstationen entwickelt. „Vor allem in und um die Ballungsräume führt diese Maßnahmen zu einer Verbesserung der Verkehrs- und Umweltsituation“, meint Schickhofer. „Arbeiten in der Region in einer pendelfähigen Distanz – das ist die Grundvoraussetzung für eine starke und lebenswerte Region. Dann bleiben die Jungen gerne und gründen hier eine Familie.“

Umweltfreundliche Mobilität

„In meiner Vision bewegen sich in 20 Jahren die Steirerinnen und Steirer auf ihrem Weg zur Arbeit und in der Freizeit vorwiegend und umweltfreundlich mit dem öffentlichen Verkehrsmittel“, sagt Verkehrslandesrat Anton Lang. „Neue Technologien und vor allem die Kombination der verschiedenen Verkehrsformen Bahn, Bus, Fahrrad, E-Fahrzeuge, Mikro-ÖV, also die Multimodalität, werden eine neue Dimension für unsere Alltagsmobilität eröffnen. Das gilt im Besonderen für Pendlerinnen und Pendler, die damit ihren Weg zur Arbeit flexibler gestalten können.“

Mit dem neuen Schwerpunkt sollen zwei Entwicklungen massiv verstärkt werden:

  • Intelligente Mobilität – Multimodale Knoten
    Zur Erhöhung des Mobilitätsangebotes soll ein einfacher Zugang zu allen Verkehrsarten unterstützt werden. Leistungsfähige Verkehrsknotenpunkte sollen einen unkomplizierten Wechsel zwischen den Systemen gewährleisten. Diese sollen die verschiedenen Mobilitätsangebote in der Region miteinander verknüpfen und alle Informationen darüber bieten. Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Verkehr auf Schiene und Straße, Mikro-ÖV, Car-Sharing, E-Mobilität inklusive E-Ladeinfrastruktur, Rad- und E-Bike-Verleih, Individualverkehr mit Park+Ride und alle Verknüpfungspunkte zwischen den Verkehrsarten sollen intelligent genutzt werden können. Daher werden multimodale Verkehrsknoten in Verbindung mit einer höherrangigen ÖV-Anbindung (Servicequalität und Sicherheit, Intermodalität, Information und regionale Vernetzung) und deren pilothafte Umsetzungen in den Stadtregionen der Steiermark gefördert.
  • Regionale Standortentwicklung
    Unter „Smarten Regionen“ sind vor allem intelligente Konzepte zu Standortentwicklung und Mobilitätsmanagement zu verstehen. Für die Entwicklung von Wirtschaftsstandorten sind durch die öffentliche Hand umfangreiche Vorleistungen zu erbringen. Erfolgversprechend sind hier die Konzentration auf die attraktivsten Standorte je Region sowie die interkommunale Zusammenarbeit in der Aufbereitung und Vermarktung der einzelnen Flächen. Neben den sogenannten harten Standortfaktoren wie Erreichbarkeit und technische Infrastruktur am Standort kommt weiteren Faktoren wie Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Servicequalität für Unternehmen und Lebensqualität im Umfeld immer größere Bedeutung zu.

 

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