Präsentation des Masterplans in der Werft Korneuburg. Foto: BMLFUW/ William Tadros


26. Juli 2017

Ländlicher Raum

Mehr Chancengerechtigkeit für die Regionen

Im Beisein von über 1.200 Gästen, darunter zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, präsentierte Bundesminister Andrä Rupprechter gemeinsam mit Vizekanzler Wolfgang Brandstetter, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl den Masterplan für den ländlichen Raum. Mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich haben seit Jahresbeginn 2.000 konkrete Ideen und Maßnahmen für die Zukunft des ländlichen Raums formuliert.

„Wir brauchen mehr Chancengerechtigkeit für Österreichs Regionen, wir wollen mehr Zukunftsperspektiven für Menschen am Land“, erläuterte Rupprechter die Anliegen des Masterplans, der im bisher größten Bürgerbeteiligungsprozess im ländlichen Raum entstanden ist.

In rund 20 Handlungsfeldern entwickelten Teilnehmer und Experten konkrete Perspektiven und Maßnahmen für die Zukunft des ländlichen Raums. Die Bandbreite des von den Professoren Peter Filzmaier und Gottfried Haber wissenschaftlich begleiteten Strategiedokuments reicht von der Digitalisierung bis zur Dezentralisierung, von der Energiewende bis zum Ehrenamt, von der Kinderbetreuung bis zur Kultur, und von Gesundheit bis zu Green Care.

Riedl: Gleichwertige Lebensbedingungen fürs Land

Alfred Riedl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, unterstrich bei der Masterplan-Präsentation die Notwendigkeit von mehr Fairness zwischen Stadt und Land: „Mehr als zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher leben in Gemeinden am Land. Ihre Zukunft muss ganz Österreich mehr wert sein. Genauso, wie alle Menschen in Österreich Zugang zu Strom, Wasser, Abwasserentsorgung oder Straßen haben, genauso brauchen sie einigermaßen gleichen Zugang zu Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, sowie zum Arbeitsmarkt. Man darf infrastrukturell nicht alles auf die Städte konzentrieren“, sagte Riedl.

Brandstetter: Am Land funktionieren soziale Strukturen

Vizekanzler Wolfgang Brandstetter führte aus, „dass so vieles im Land an vergrabenen Schätzen enthalten ist“, es gebe unglaubliche Assets und Werte, die versteckt seien. Am Land gebe es „soziale Strukturen, die noch funktionieren“ und die „sehr viel an Aufwendungen ersparen“ würden. Die Vereinsstruktur und Zivilgesellschaft sei es, die unheimlich viel Geld erspare, so müsse man etwa auch unter diesem Aspekt in den ländlichen Raum investieren. Mit dem Masterplan für den ländlichen Raum habe man „den Nerv der Zeit getroffen“.

Mikl-Leitner: Zukunft in den Regionen erarbeiten

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner kündigte ihre volle Unterstützung bei der Umsetzung des Masterplans an. „Gerade in der Digitalisierung, Deregulierung und Dezentralisierung liegen große Zukunftschancen für zusätzliche Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. Diese Chancen wollen wir nutzen und Niederösterreich noch lebenswerter machen“, so Mikl-Leitner.

Mit der Präsentation des Masterplans für den ländlichen Raum startet zugleich die Umsetzungsphase. „Bund, Länder und Gemeinden sind jetzt am Ball, um die erarbeiteten Maßnahmen und Anliegen Schritt für Schritt umzusetzen“, so Rupprechter. Tatkräftige Unterstützung gibt es dabei auch von Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll, der als Masterplan-Schirmherr Umsetzungsmaßnahmen koordinieren wird.

Der Masterplan im Detail

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