Es gibt kaum noch wo einen dunklen Nachthimmel. Foto: Shutterstock/Marie-Louise Garratt


6. Februar 2018

Zu viel ist auch nicht gut

Lichtverschmutzung wird immer mehr zum Thema

Als erstes Bundesland hat Oberösterreich ein eigenes Messnetz für die Lichtverschmutzung installiert, eine eigene Leitlinie für den öffentlichen Bereich geschaffen und erstmals werden in Pilotgemeinden auch konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Lichtverschmutzung umgesetzt.

Lange Zeit war man der Meinung, „je mehr Licht desto besser“. Heute hat man aber die zunehmende Lichtverschmutzung als Umweltthema mit akutem Handlungsbedarf erkannt. Das Ziel heißt jetzt „besseres Licht“. Nämlich Licht, das uns hilft, besser zu sehen ohne zu blenden, die Gesundheit zu bewahren, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, die Umwelt nicht unnötig aufzuhellen, die Tierwelt nicht zu stören und große Mengen Energie zu sparen und damit das Klima zu schützen.

Thema am Umweltkongress im September

Europaweit erstmals wird Lichtverschmutzung auch zum Thema eines großen Umweltkongresses, des oö. Umweltkongresses 2018 gemacht, der am 25. September an der Bruckneruniversität in Linz mit dem Titel „G’scheites Licht für eine naturnahe Nacht“ stattfinden wird.

Leitfaden für Gemeinden

Für den Bereich Lichtverschmutzung gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Das Land Oberösterreich initiierte aus diesem Grund den nun vorliegenden österreichweiten Leitfaden „Licht, das mehr nützt als stört“. Er soll Entscheidungsträger in den Gemeinden für die negativen Auswirkungen der Lichtverschmutzung sensibilisieren sowie Lösungswege aufzeigen.

Mustergemeinden für umweltgerechte Straßenbeleuchtung

„Es muss nicht überall andauernd Licht sein, sondern da, wo es gebraucht wird und sinnvoll ist“, sagt Nicole Eder, Bürgermeisterin von Steinbach am Attersee.
In Oberösterreich gibt es bereits einige Mustergemeinden für umweltgerechte Straßenbeleuchtung:

  • • Kirchschlag: Fertigstellung Ende April/Anfang Mai 2018.
  • • Steinbach am Attersee (Bergsteigerdorf): Vergabe im Februar – Fertigstellung Juni/Juli 2018
  • • Weyer und Brunnenthal sind noch in der Planung – Realisierung bis 2019.
Heribert Kaineder (Land Öberösterreich , Abt. Umweltschutz), Landesrat Rudi Anschober und die Bürgermeister Nicole Eder (Steinbach) und Gerhard Klaffner (Weyer) Foto: Land Oberösterreich

Heribert Kaineder (Land Öberösterreich , Abt. Umweltschutz), Landesrat Rudi Anschober und die Bürgermeister Nicole Eder (Steinbach) und Gerhard Klaffner (Weyer)
Foto: Land Oberösterreich

Projekt „Dunkelheitsreservat“

Die Universität Wien und das Land Oberösterreich führen gemeinsam ein Forschungsprojekt durch, das die Schaffung aller nötigen Voraussetzungen für eines oder mehrere „Dunkelheitsreservate“ in Oberösterreich zum Ziel hat.

  • Um ein „Dunkelheitsreservat“ (Dark Sky Reserve) international zertifizieren zu lassen, ist es erstens erforderlich, ein kontinuierliches „Monitoring“ der Nachthimmelshelligkeit in den angestrebten Gebieten durchzuführen. Hier wird das oö. Lichtmessnetz miteingebunden.
  • Zweitens muss eine Bestandsaufnahme der künstlichen Lichtquellen in den angestrebten Gebieten erfolgen und es ist ein Plan zu erstellen, wie diese Lichtquellen durch künftige Umrüstungen umweltfreundlicher gestaltet werden.
  • Drittens müssen für das geplante bzw. die geplanten „Dark Sky Reserves“ Veranstaltungspläne erstellt werden, um die Wissensvermittlung zu den Themen Astronomie, Ökologie der Nachtlandschaften usw. sicherzustellen sowie den nachhaltigen Tourismus zu stärken.

Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Erstellung von Prognosekarten für Nachtlandschaftsschutzgebiete nach den Kriterien der International Dark Sky Association und die Realisierung von Veranstaltungsplänen in Zusammenarbeit mit dem Tourismus.

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