28. September 2017 | Von: Bernhard Haubenberger

Kommentar

Inklusion – Vision oder Illusion?

Zukünftig soll die Sonderschule als Einrichtung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Geschichte sein. Mittels Inklusion soll jede Schule frei von jeglicher Barriere werden und für alle Schüler gleich welcher körperlichen und geistigen Verfassung zugänglich sein.
Damit alle Kinder von der neuen Schul- bzw. Unterrichtsform profitieren, müssen alle Regelschulen Vorsorge treffen, dass neben dem Lehrpersonal das jeweils dem Bedürfnis der Schüler entsprechende und speziell ausgebildete sonderpädagogische Personal sowie ausreichend Stützkräfte zur Verfügung stehen.

Neben zusätzlichem Personal werden Regelschulen zudem jener Infrastruktur bedürfen, auf die bisweilen die Sonderschulen, Förderzentren und Schulen für schwerhörige, sehbehinderte, blinde, erziehungsschwierige, körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder angewiesen waren (behindertengerechte Toiletten, Rampen für Rollstühle, Liftanlagen, Entspannungsräume, Therapiebäder uvm.).

Soll Inklusion funktionieren, müssen daher sowohl die personellen als auch infrastrukturellen Vorkehrungen getroffen werden. Ob all das nur mittels „Umschichtungen“ finanzierbar ist, sollte aus Sicht der Gemeinden, die als Schulerhalter der Sonderschulen in den letzten Jahrzehnten Unmengen investiert haben, durchaus kritisch hinterfragt werden. Zu erwarten ist, dass die flächendeckende Einführung der Inklusion bedeutende Mehrkosten verursacht. Denn zukünftig müsste jede Schule das anbieten, was bislang Sonderschulen, Förderzentren und Spezialeinrichtungen angeboten haben

 

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