Im Jahr 2016 ist die Anzahl der Anzeigen laut Bundeskriminalamt (BK) im Vergleich zum Vorjahr um 30,9 Prozent gestiegen. Foto: Shutterstock/gangis khan


28. August 2017

IT-Sicherheit

Im Visier der Cyberkriminellen

Hacking, Phishing, Cyber-Mobbing: Die Zahl der Internetverbrechen steigt stetig. Auch für die Präventionsarbeit von Gemeinden und Kommunen gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen zusammengefasst – denn Achtsamkeit und Wissen über das richtige Verhalten reichen meist schon aus, um die Gefahren im Internet auf ein Minimum zu reduzieren.

Internetkriminalität – auch Cyberkriminalität genannt – ist für alle Internetnutzer zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung geworden. Im Jahr 2016 ist die Anzahl der Anzeigen laut Bundeskriminalamt (BK) im Vergleich zum Vorjahr um 30,9 Prozent gestiegen. Dass die Dunkelziffer der Cybercrime-Delikte und die daraus entstandenen Schäden in Österreich hoch sind, zeigt auch eine aktuelle Erhebung des KFV. 24 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten Jahren Opfer eines Cybercrime-Deliktes und dabei geschädigt worden zu sein.

„Nach Angaben der Betroffenen wurden die meisten finanziellen Schäden in den letzten Jahren durch Viren und Lieferbetrug verursacht“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV. Verbraucher, die den cyberkriminellen Attacken zum Opfer fallen, leiden zudem häufig auch an deren psychischen Folgen. So gaben 72 Prozent in der KFV-Untersuchung an, eine starke bis mittlere seelisch-emotionale Beeinträchtigung durch einen Vorfall erlitten zu haben.

Immer mehr Unternehmen von Cybercrime betroffen

Aber auch Klein- und Mittelunternehmern stellt sich weniger die Frage ob, sondern vielmehr wann sie ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Von rund 500 repräsentativ ausgewählten österreichischen KMU waren 66 Prozent in den vergangenen Jahren von Cyberkriminalität betroffen, in 15 Prozent der Fälle ist dabei auch finanzieller Schaden entstanden.

Die Erhebung des KFV zeigt auch: Ein Gefühl der Bedrohung durch Cybercrime entsteht meist erst nach erfolgter Konfrontation. Umso wichtiger wäre es daher, präventiv tätig zu werden und Bevölkerung wie Unternehmen durch Aktionstage und Informationsveranstaltungen zu sensibilisieren. Denn: effektiver Schutz vor Angriffen benötigt kein großes Budget. Schon mit wenigen Tipps und Tricks kann die eigene Sicherheit im Internet erhöht werden:

  • Verwenden Sie bei der Wahl von Passwörtern Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und wechseln Sie Ihre Passwörter in regelmäßigen Abständen.
  • Benutzen Sie für Zahlungen im Internet ausschließlich sichere Verbindungen (https://). Das öffentliche WLAN sollte für Zahlungen keinesfalls verwendet werden.
  • Gehen Sie sorgsam mit persönlichen Daten – ganz besonders Kontodaten – um.
  • Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
  • Ignorieren und löschen Sie E-Mails von Unbekannten und öffnen Sie enthaltene Zip-Dateien und Links auf keinen Fall.
  • Nutzen Sie kostenfreie Internetseiten, wie beispielsweise www.watchlist-internet.at, auf welchen die bekanntesten Fake-Shops im Internet angeführt werden.
  • Vertrauen Sie auf Ihren Hausverstand. Seien Sie besonders bei Angeboten, die deutlich günstiger sind als im regulären Handel, vorsichtig.
  • Regelmäßige Backups schützen vor Datenverlust.
  • Helfen Sie aktiv mit, Cyberbetrug aufzuklären. Eine Straftat können Sie auf jeder
    Polizeidienststelle melden bzw. zur Anzeige bringen.

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