Die Sicherheits- und Notfall-App ermöglicht es Unternehmen und deren Mitarbeitern Handlungsanleitungen für Notfallsituationen rasch zur Verfügung zu stellen. Foto: Gerd Pachauer/BMI


28. März 2017

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GEMEINSAM.SICHER mit der Wirtschaft

Das Bundesministerium für Inneres und die Wirtschaftskammer Österreich erneuerten am 9. März 2017 die im Jänner 2010 beschlossene Kooperation im Bereich der Prävention für die österreichische Wirtschaft.

Ziel der am 9. März 2017 in Wien unterzeichneten neuen Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BMI) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ist, die seit Jänner 2010 bestehende Zusammenarbeit zu intensivieren sowie mit einer bundesweiten Koordination, Evaluierung und Optimierung von „Best Practice-Modellen“ eine „Win-Win-Situation“ für beide Kooperationspartner zu erreichen. Gleichzeitig soll zwischen den Wirtschaftskammern Österreichs, den Mitgliedsunternehmen und der Polizei ein „Know-how-Transfer“ in den Bereichen „Prävention“ und „Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität“ stattfinden.

„Wir setzen auf die Ausweitung und Intensivierung der seit vielen Jahren bewährten Kooperation zwischen Wirtschaft und Polizei“, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bei der Unterzeichnung der Kooperation. „In Österreich hat sich die Kriminalität am Tatort Unternehmen weg von Gewaltdelikten hin zu Cybercrime verschoben. Wir möchten verhindern, dass österreichische Betriebe in der digitalen Welt Opfer eines Angriffs werden und wir wollen die erfolgreichen Services zur Steigerung der Sicherheit im Handel fortführen und intensivieren.“ Jeden Tag gebe es ca. 25.000 Angriffe durch Erpressungstrojaner auf IT-Systeme – wer da nicht handle, sei fahrlässig, betonte Leitl.

Beim Thema Cyberkriminalität sei ein schmaler Grat zwischen Bewusstseinsbildung und Panikmache zu überwinden, sagte Robert Bodenstein, Obmann der WKO-Bundessparte Information und Consulting. „Die Wirtschaftskammer unterstützt die Betriebe etwa durch Bewusstseinsbildung und gezielte Informationen sowie Beratung. Cyberkriminelle agieren wie Kriminelle. Sie suchen den einfachsten Weg, und ist eine Tür offen, schlagen sie zu. Als Wirtschaftskammer wollen wir einen Beitrag leisten, damit Betriebe mit möglichst wenig Aufwand dafür sorgen können, dass ihre Türen geschlossen sind“, sagte Bodenstein.

GEMEINSAM.SICHER im Handel

Handelsbetriebe in Einkaufsstraßen oder Einkaufszentren, insbesondere Trafiken, sind Orte der Kommunikation und des Informationsaustausches. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam mit Unternehmern und deren Mitarbeitern Präventionsmaßnahmen wie Informationsveranstaltungen und -broschüren oder den Einsatz des Online-Schulungs-Tools Sicherheit im Handel zu entwickeln und umzusetzen. Die Sicherheits- und Notfall-App für Unternehmen ist eine weitere Form, Unternehmen und deren Mitarbeitern Handlungsanleitungen für Notfallsituationen sowie Kontaktmöglichkeiten rasch zur Verfügung zu stellen. Trafikantinnen und Trafikanten sind wichtige Drehscheiben der Kommunikation und Sicherheitsmultiplikatoren am Land sowie in den Grätzeln der Städte. Durch das Angebot von Lotterien und Glücksspielen und dem dadurch bedingten Vorrat an Bargeld sind sie einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt, daher bedarf es hier besonderer Präventionsmaßnahmen.

GEMEINSAM.SICHER gegen Wirtschaftskriminalität

Die Digitalisierung bringt neue Geschäftsmodelle und Chancen für die Wirtschaft, birgt aber viele neue Gefahren. Ein wirksames Instrument, Angriffe im Cyberraum frühzeitig zu erkennen und Schaden zu minimieren, ist CERTs (Computer Emergency Response Team). Da es derzeit kaum Erfahrungen hinsichtlich eines entsprechenden Designs für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) gibt, soll eine Machbarkeitsstudie die Einsatzmöglichkeiten klären. Für Gründer- und Jungunternehmer soll ein analoges und digitales Angebot zur Verfügung gestellt werden, das auf die Situation von Betriebsgründern abgestimmt ist und die Sensibilisierung von Jungunternehmen, beispielsweise durch Webseminare, zum Ziel hat.

Die Gefährdung im Bereich der Datensicherheit wird von Unternehmen als die größte Herausforderung im Bereich der Digitalisierung gesehen. Daher wird im ersten Halbjahr 2017 zu den Themen „IT-Sicherheit und Datenschutz“ eine eigene Veranstaltungsreihe für Unternehmen durchgeführt. Datendiebstahl, Ransomware und Denial of Service-Attacken sind ebenfalls reale Bedrohungen für Unternehmen. Die bereits durchgeführten Cyberübungen und Planspiele sollen auch für KMUs angeboten werden. Damit können die Unternehmen solchen Angriffen professioneller und effizienter begegnen. Außerdem sollen in speziellen Veranstaltungen Gewerbetreibende über die Bekämpfung von Geldwäsche als organisierte Kriminalität bzw. Terrorismusfinanzierung aufgeklärt werden.

GEMEINSAM.SICHER – fIT im Netz

Es ist auch notwendig, Vertrauenspersonen bzw. Berater aus der österreichischen IT-Wirtschaft als Multiplikatoren in die Kampagnenarbeit zu integrieren. Daher wird ein Speziallehrgang zur Weiterbildung und Qualifizierung der Beratungsexperten erarbeitet, der eine Zertifizierung beinhaltet. Darüber hinaus soll eine Toolbox bzw. ein Leitfaden erstellt werden, auf der wissensbasierte Dienstleister Publikationen zum Thema Digitalisierung abrufen können. Mit Informationsveranstaltungen in den Bundesländern sollen Dienstleister auf diese Maßnahmen vorbereitet werden.

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