Auch das ist ein Problem: Das Bezirkspolizeikommando Oberpullendorf im Burgenland ist mit der Herausforderung konfrontiert, dass Diskothekenbesucher die Gasse, in der sich der Club befindet, mit Glasscherben auf dem Gehsteig und der Fahrbahn stark verschmutzen. Foto: Shutterstock/oneinchpunch


18. April 2017

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Gemeinsam sicher fühlen

Möglichkeiten, wie bei der Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ „best practice“ sichtbar gemacht und der Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Vertretern von Gemeinden und der Polizei gefördert werden kann.

Nachdem sich die Menschen in einer Wohnsiedlung am Professor-Franz-Spath-Ring in GrazSt. Peter nicht mehr sicher gefühlt und über die Gründung einer „Bürgerwehr“ nachgedacht hatten, beschloss die Polizei, die Probleme im Rahmen der Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ in Workshops aufzuarbeiten und gemeinsam mit den Menschen nach Lösungen zu suchen. An den Workshops nahmen Bewohner der Siedlung teil, die Sicherheitsbeauftragten der Polizei, der stellvertretende Bezirksvorsteher, der Sicherheitspartner der Siedlung sowie Vertreter der Mediationsstelle für Nachbarschaftskonflikte des Friedensbüros Graz.

Beim ersten Treffen brachten die Menschen ihre Bedenken und Sorgen zum Ausdruck, besprachen Probleme im Bereich der Siedlung, unter anderem ein Einbruchsversuch, Fahrraddiebstähle, verunreinigte Straßen, Beschwerden wegen sexueller Belästigungen, Pöbeleien von Jugendlichen bei Straßenbahnhaltestellen und das Auftreten von Bettlergruppen. In weiteren Treffen äußerten die Bewohner ihre Wünsche und Erwartungen und diskutierten, welche Maßnahmen zur Bekämpfung der Probleme sinnvoll wären. Durch die Vernetzung der Beteiligten konnten die Verständigung und das Vertrauen verbessert und die Probleme beseitigt werden. Das wiederum trug zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Menschen in der Wohnsiedlung bei.

Best-Practice-Beispiele

Nachfolgend ein Überblick über weitere Möglichkeiten, wie bei der Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ „best practice“ sichtbar gemacht sowie der Sicherheitsdialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern von Gemeinden und Polizei gefördert und koordiniert werden konnte.

Das Bezirkspolizeikommando Oberpullendorf im Burgenland ist mit der Herausforderung konfrontiert, dass Diskothekenbesucher die Gasse, in der sich der Club befindet, mit Glasscherben auf dem Gehsteig und der Fahrbahn stark verschmutzen. Der Sicherheitskoordinator und der Sicherheitsbeauftragte des Bezirkspolizeikommandos sowie der Lokalbetreiber und Vertreter der Gemeinde haben geplant, den Einsatz von Security-Bediensteten bis zur Sperrstunde zu verlängern, mehr Mistkübel aufzustellen und diese regelmäßig vor Beginn der Öffnungszeiten zu leeren.

Wegen der immer größer werdenden Gefahr am Schulweg arbeiten im Bereich des Bezirkspolizeikommandos Vöcklabruck in Oberösterreich Polizei, Eltern und Schüler daran, das gefahrlose Überqueren der Fahrbahnen für Kinder weiter zu verbessern. Die Sicherheitspartner werden verstärkt in die Schulwegsicherung eingebunden und noch mehr Eltern- und Schülerlotsen ausgebildet. In Salzburg wurde im Bereich des Bezirkspolizeikommandos Zell am See ein Problem gelöst, das durch Jugendliche hervorgerufen wurde, die immer wieder um die Mittagszeit in einem Kaufhaus gelärmt und Menschen belästigt hatten. Der Sicherheitskoordinator nahm mit der Schuldirektorin, Lehrern und den Jugendlichen der Schule, die sie besuchen, Kontakt auf, führte ein Gespräch und sensibilisierte die Jugendlichen hinsichtlich ihres Verhaltens. Auch die Polizeistreifen im Kaufhaus wurden erhöht.

In der Gemeinde Steinach am Brenner in Tirol leben seit mehreren Jahren etwa 70 Staatsbürger der Russischen Föderation, denen bei der Integration geholfen werden soll, insbesondere in der Schule und im Arbeitsprozess. Nach Gesprächen, an denen sich der Bürgermeister sowie Vertreter der Polizei, der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck und des Landes Tirol beteiligten, wurde ein Konzept für eine bessere Integration erarbeitet. Geplant sind verstärkte Gespräche des Bürgermeisters mit den Menschen sowie mehr Integrationsprojekte durch Land und Gemeinde, die eine bessere Eingliederung in Schule und Arbeitsmarkt fördern sowie das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Gemeinde verbessern sollen.

Am Bahnhof Dornbirn in Vorarlberg war das Sicherheitsgefühl durch die hohe Zahl an Bettlern, Flüchtlingen und ausländischen Jugendgruppen sowie Diebstählen im Einkaufsmarkt am Bahnhof stark beeinträchtigt. Regelmäßige Treffen, an denen Vertreter der Polizei und ÖBB sowie Streetworker der Caritas teilnehmen, haben einen Rückgang der Vorfälle und Beschwerden bewirkt.

 

 

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