Vorstandssprecher Leonhard Schitter (Salzburg AG), Innungsmeister Andreas Rotter und Landesrat Josef Schwaiger Foto: LMZ Salzburg/Otto Wieser


12. Mai 2017

Salzburg

Erster Wärmepumpenatlas Österreichs erleichtert Planung

Erstmals in Österreich ist es ab sofort in Salzburg möglich, vor der Errichtung einer Grundwasser- oder Tiefensonden-Wärmepumpe rasch und unkompliziert zu prüfen, ob das am geplanten Standort möglich und zulässig ist.

Möglich macht das der neue elektronische Wärmepumpenatlas, der vom Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe entwickelt wurde und auf den Seiten von SAGIS (Salzburger Geografisches Informationssystem) abzurufen ist. Basis dieses Atlas sind die Potenzial- und Eignungskarten der Wasserwirtschaft im Land Salzburg, die für Grundwasserwärmepumpen und Tiefensonden erarbeitet wurden.

Die Wärmepumpe ist im Eigenheim-Neubau das am häufigsten verwendete System. In rund 60 Prozent der Neubauten bei Einfamilienhäusern wurden Wärmepumpen installiert. Das Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe geht von insgesamt rund 850 neu errichteten Wärmepumpen im vergangenen Jahr in Salzburg aus.

Andreas Rotter, Innungsmeister der Salzburger Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, sieht im neuen Wärmepumpenatlas eine sehr gute Unterstützung für die Arbeit der Installateure: „Der Atlas liefert in sehr kurzer Zeit die wichtigsten Informationen zum Standort, an dem eine Wärmepumpe installiert werden könnte. So kann der Installateur Fragen zu Bodenbeschaffenheit, Grundwasserströmen sowie Schutz- und Schongebieten schon grundsätzlich klären, bevor er den Kunden über die für ihn möglichen Heizsysteme berät.“ Auch die Nachbarliegenschaften sind auf einem Blick ersichtlich, der Vermerk über bestehende Anlagen wird deutlich abgebildet. Rotter: „Wenn eine Wärmepumpe in Frage kommt, liefert das neue System zudem die Information, wie viel Energie aus dem Boden geholt werden kann und worauf man bei der Installation einer Wärmepumpe besonders achten muss.“

„Mit dieser neuen Funktion auf der Online-Plattform SAGIS bieten wir unseren Kunden noch mehr Service. Wir bieten mit nur wenigen Klicks eine Erstinformation zum möglichen Einsatz einer Wärmepumpe und unterstützen damit bereits in der Planungsphase“, sagte Leonhard Schitter; Vorstandssprecher Salzburg AG.

Probleme im Vorfeld vermeiden

Um zu den Daten für den geplanten Standort der Wärmepumpe zu gelangen, genügt es, die Adresse ins SAGIS (www.salzburg.gv.at/landkarten) einzugeben und man erhält in Kürze die Information, ob dort eine Tiefensonde oder eine Grundwasserwärmepumpe möglich ist und was dabei berücksichtigt werden muss. Ein geologisches Gutachten ist im Planungsprozess für Grundwasser- und Tiefensonden-Wärmepumpen jedoch weiterhin zwingend notwendig.

„In Hallein gab es bespielweise das Problem, dass beim Abstau der Salzach im Winter der Grundwasserstand gesunken war und die Tiefensonde einer Wärmepumpe trocken gefallen ist. Hier war einfach nicht tief genug gebohrt worden. Solche Fehler können mit den Daten des Wärmepumpenatlas künftig mit geringem Aufwand schon vor Planungsbeginn ausgeschlossen werden, ohne dass Kosten anfallen“, meint Landesrat Schwaiger.

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