28. November 2017

Technologie

Erste Smart Streets in Österreich

In den drei niederösterreichischen Gemeinden Ebreichsdorf, Melk und Vitis entstehen die drei ersten „Smart Streets“ Österreichs. Licht-Management, Verkehrsleittechnik, Laden von E-Fahrzeugen und Handys, Video-Überwachung mit Polizei-Verbindung, Erneuerbare Energie-Nutzung und vieles mehr soll in diesen „intelligenten Straßen“ den Menschen dienen.

„Es ist ganz gleich, ob die Menschen zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto, öffentlich oder sonstwie unterwegs sind, in den drei projektierten Pilot-Straßen-Abschnitten wird allen Verkehrsteilnehmern optimale und zeitgemäße Fortbewegung ermöglicht“, erläutert Alexander Meissner, Geschäftsführer des Lichtmastenerzeugers Fonatsch aus Melk und Initiator der Initiative „Smart Safe & Green Mobility“ den Nutzen der neuen „Smart Streets“ für die Bevölkerung.

Zur Entstehung sagt er: „Wir haben uns gedacht, die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer sowie die Verkehrsmittel selbst ändern sich gerade dramatisch und wir haben viel Platz in unseren Masten für neue digitale Technik. Daher haben wir uns mit unterschiedliche Leistungen anbietenden Partnerunternehmen zusammengeschlossen, um den Menschen eine digitalisierte Straße bieten zu können, auf der sie noch bequemer, sicherer und leichter von A nach B kommen können“. Gemeinsam wollen die Betriebe dem „Smart Cities“- und „Smart Regions“-Trend folgend „all ihre Ideen und Fähigkeiten in einen Lichtmast hineinpacken und damit den Markt erobern“.

Vielzahl an Möglichkeiten

Was ihre „Smart Street“ so alles kann erläuterte das SSGM-Konsortium auch im Detail: Es ginge bei den geplanten Leistungen und Verkehrsteilnehmer-Nutzen konkret um bedarfsgerechte Beleuchtung mit Energieeffizienzsteigerung und vernetzte Energie-Autarkie sowie um Ladestationen für E-Bikes, E-Cars aber auch alle tragbaren Computer und Mobiles. Es ginge um eine Verkehrsfluss-gerechte Schaltung von Ampeln und Signalanlagen. Außerdem würden die Sicherheit steigernde Video-Überwachung, Polizei/SOS-Notruf-Anlagen, Lautsprecher und Notbeleuchtung angeboten. Es soll auch die Möglichkeit geben, sich via WLAN, Info-Panels, Touristen-Infos, Umwelt/Wetter-Daten-Info und Fahrgast-Infos am laufenden zu halten. Parkplatz Apps und E-Car-Lade-Apps wären möglich. Auch für die passende Möblierung/Ausstattung mit Sitzgelegenheiten, Workout- und Trainingsgeräten, für die Versorgung mit Strom und Wasser, Mistkübeln, Werbebanner & City Lights sei gesorgt.

„Die Gemeinde sinnvoll, nachhaltig und lebenswert gestalten“

Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Ebreichsdorf, Wolfgang Kocevar, meint dazu: „Die Stadtgemeinde Ebreichsdorf ist stolz, gemeinsam mit innovativen Unternehmen, der WKNÖ, der TU Wien, zahlreichen Experten und vor allem auch unter Einbindung der Bevölkerung, einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung unserer Stadt zu gehen. Smart City heißt das Gesamt-Projekt und soll mithelfen, die einerseits wachsende Gemeinde sinnvoll, nachhaltig und lebenswert zu gestalten und andererseits den Neubau der Pottendorfer Bahnlinie mit völlig neuem Bahnhof so zu konzipieren, dass sich alle Generationen weiter in allen vier Ortsteilen wohlfühlen und von der Entwicklung Ebreichsdorfs gleichermaßen profitieren.“

„Weiterentwicklung der Stadt wird gefördert“

Thomas Widrich, Bürgermeister der Stadtgemeinde Melk, betont: „Für die Stadt Melk waren mehrere Gründe ausschlaggebend, hier mitzuarbeiten. Die Weiterentwicklung der Stadt wird gefördert, die lang geforderte und angedachte Verbindung des Löwenparks mit der Melker Innenstadt wird geschaffen – und das auf innovative, nachhaltige und zukunftsorientierte Weise. Eine tolle Lösung für die Bevölkerung und ein Schritt Richtung Zukunft. Dass ein Melker Unternehmen federführend daran mitarbeitet, machte die Entscheidung hier mitzutun, gleich noch viel einfacher. Das Konzept hat überzeugt, jetzt freuen wir uns auf den Startschuss.“

„Mit der der Entwicklung Schritt halten“

Franz Schrenk, geschäftsführender Gemeinderat für Infrastruktur aus Vitis, ist überzeugt: „Gerade für unsere, an einem geografisch zentralen Punkt gelegenen Gemeinde, ist es von enormer Bedeutung, auch mit der der Entwicklung Schritt zu halten. Wir bieten so unserer Bevölkerung einiges an Fortschritt. Indem wir eine Siedlung ausbauen und damit die ersten Ansätze zur Smart Region umsetzen, können wir unsere Vorreiterrolle stärken. Mit den innovativen Ideen der SSGM und der Unterstützung die wir erhalten, ist es möglich, ein derartiges Projekt zu realisieren.“

„Trend zu intelligenter, digitalisierter, multifunktionaler Straßenbeleuchtung“

Gemeindebund-Generalsekretär Walter Leiss zeigte sich davon begeistert, dass der Trend zu „intelligenter, digitalisierter, multifunktionaler Straßenbeleuchtung mit hoher Ausrichtung auf den Bürger-Nutzen schon jetzt von zukunftsorientierten Kommunen aufgegriffen wird“. Er gratuliert den drei Pioniergemeinden zu „ihrem Weitblick, schon am Beginn eines Trends einzusteigen und damit in die Lebensqualität ihrer Bevölkerung zu investieren.“

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