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24. Juli 2015 | Von: Helmut Reindl

KOMMUNALE SOMMERGESPRÄCHE

Erfolgsfaktor Zufriedenheit

Bei den Kommunalen Sommergesprächen analysierte Politikwissenschaftler Peter Filzmaier auf Basis aktueller Studien, welche Rolle die empfundene Lebensqualität und die Erwartung an die Zukunft für die Zufriedenheit mit dem Leben in der Gemeinde spielt.

Die Gemeindestudie 2015 des Gemeindebundes zeige, dass die Lebensqualität in den österreichischen Gemeinden im Großen und Ganzen als sehr gut angesehen wird. Überraschend sei lediglich, dass die wirtschaftliche Lage der Gemeinden nicht wesentlich besser eingeschätzt wird als jene von Ländern und Bund. Interessant sei es aber, wenn man diese Ergebnisse mit einer Analyse der Gemeinderatswahl in der Steiermark vergleich. Denn dabei zeige sich, dass die Bevölkerung die Situation der Gemeinden sehr unterschiedlich sieht. „Wähler der FPÖ sind eher negativ eingestellt“, so Filzmaier. Noch krasser sei die Einschätzung der Zukunft: 82 Prozent der FP-Wähler sehen mit Sorge in die kommenden Jahre. Wählerinnen und Wähler anderer Parteien nur zu etwa 20 Prozent.

Auch andere Aspekte der Steiermark-Wahlen seien beachtenswert. Die Maßnahmen, die die steirischen Reformpartner im politischen Bereich gesetzt hätten, werden weitgehend begrüßt. „Das ist ja auch kein Wunder“, meinte Filzmaier, „denn die Verkleinerung des Landtags tut niemand weh.“ Die Änderungen im Sozialbereich würden dagegen deutlich negativer bewertet – allen voran die Schließung von Spitälern und Spitalsabteilungen. Auch die Einsparungen bei Sozialeinrichtungen stoßen auf breite Ablehnung.

Die Gemeindestudie zeige weiter, dass die Arbeit der Kommunen äußerst positiv bewertet wird. 80 Prozent der Befragten sind mit ihrer Gemeinde glücklich. Mit der Arbeit der jeweiligen Landesregierung sind nur mehr 69 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, mit der Tätigkeit der Bundesregierung können sich nur 34 Prozent erwärmen.

Interessant sei die Analyse der Verbundenheit mit den politischen Ebenen, so Filzmaier. Die Mehrheit der Befragten fühle sich in erster Linie als Österreicherin oder Österreicher. Filzmaier: „Beim Nationalstolz liegt Österreich auch international weit vorne.“ Aber auch die Verbundenheit mit der Gemeinde sei hierzulande extrem hoch. Wenig überraschend sei, dass sich kaum jemand in erster Linie als EU-Bürger sieht.

„Das klingt auf den ersten Blick für die Gemeinden sehr gut. Aber es zeigt sich, dass sich vor allem die Älteren sehr stark mit ihrem Heimatort verbunden fühlen. Bei jungen und mobilen Menschen ist diese Verbundenheit deutlich kleiner.“ Die Faktoren Generation und Mobilität seien da durchaus als Gefahr zu sehen.

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