Alfred Riedl hat sich vor allem als Finanzfachmann einen Namen gemacht.


3. April 2017 | Von: Helmut Reindl

Porträt

Ein Mann der Tat

Der neue Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl ist ein Mann der Tat. Das hat er schon oft unter Beweis gestellt. KOMMUNAL stellt den neuen „obersten Bürgermeister“ Österreichs vor.

Alfred Riedl stammt aus Grafenwörth, einer zwischen Tulln und Krems gelegenen Marktgemeinde mit heute mehr als 3000 Einwohnern. Der aus einer bäuerlichen Familie kommende Riedl besuchte die Höhere Bundeslehranstalt „Francisco-Josephinum“ in Wieselburg und studierte danach an der Wirtschaftsuniversität in Wien Wirtschaftspädagogik.

Seinen beruflichen Werdegang startete er bereits während des Studiums als Lehrer an einer Handelsakademie in Wien. Parallel zu seiner Tätigkeit als Lehrer arbeitete er in einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei und begann eine Ausbildung zum Steuerberater. 1985 machte er sich selbstständig und gründete eine eigene Steuerberatungskanzlei in Tulln. Es folgten Filialeröffnung in Krems und Korneuburg. Das Unternehmen will er jetzt an eine seiner Töchter übergeben.

Vorreitergemeinde Grafenwörth

Riedl ist seit 1990 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Grafenwörth und Bezirksobmann des Verbandes NÖ Gemeindevertreter der ÖVP (heute NÖ Gemeindebund).

Seither hat sich Grafenwörth in vielen Bereichen zu eine Vorzeigegemeinde entwickelt. So zum Beispiel mit dem generationenübergreifenden Betreuungskonzept für Kinder und ältere Menschen: Hier sind Kindergarten und Pflegeheim unter einem Dach, das macht das Haus zu einem Treffpunkt für Generationen. Auch bei der Umstellung auf energieeffiziente Leuchten übernahm die Gemeinde eine österreichweite Vorreiterrolle.

Seit zwei Jahren ist die Gemeinde mit einer Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität für Wildtierkunde und Ökologie sogar Universitätsgemeinde. Die in einem alten Schulgebäude untergebrachten Wissenschafter beobachten hier Vögel und ihre Zugwege.

2014 wurde die Initiative „Grafenwörth bewegt“ mit dem Niederösterreichischen Zukunftspreis ausgezeichnet. Das Projekt kombiniert ein attraktives Laufwegenetz mit modernsten Technologien, die eine ort- und zeitunabhängige Kommunikation zwischen sportlich Tätigen und medizinischer Betreuung ermöglichen.

In die Schlagzeilen kam die Gemeinde, als sie 2002 schwer vom Jahrhunderthochwasser getroffen wurde. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, wenn man aber heute nach Grafenwörth kommt, kann man die Verwüstungen kaum noch erahnen.

Experte in allen Finanzfragen

1998 wurde Riedl Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag, wo er seit 2003 auch als stellvertretender Klubobmann des VP-Landtagsklubs fungiert. Das Landtagsmandat wird er jetzt zurücklegen.

Seine Erfahrung in steuerrechtlichen und Wirtschaftsfragen prädestinierten den heute 64-Jährigen dazu, sich auch in seinen politischen Funktionen auf Finanzangelegenheiten zu spezialisieren. So ist er Finanzreferent des niederösterreichischen Wirtschaftsbundes sowie Vorsitzender des Finanzausschusses des Österreichischen Gemeindebundes. In dieser Funktion war er an vier bundesweiten Finanzausgleichsverhandlungen (2001, 2004, 2008 und 2016) federführend beteiligt.
Im Jahr 2001 avancierte Riedl zum Ersten Vizepräsidenten des Österreichischen Gemeindebundes.
Es ist verwitwet und Vater von drei Töchtern.

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