Anlageninvestitionen und Anlagenbetrieb in den Bereichen der Wasserwirtschaft in Österreich schaffen, sichern und erhalten 33.000 Arbeitsplätze für unselbstständig Beschäftigte. Foto: Shutterstock/Zwiebackesser


19. Dezember 2017

Lebensquelle

Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Wasser

Investitionen in der österreichischen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, im Hochwasserschutz und der Verbesserung der Ökologie unserer Flüsse und Bäche tragen wesentlich zum hohen Lebensstandard in Österreich bei.

Investitionen in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, im Hochwasserschutz und in der Verbesserung der Gewässerökologie wirken sich nicht nur auf eine deutlich verbesserte Lebensqualität aus, sondern auch auf die österreichische Volkswirtschaft. Die Errichtung, Sanierung und der Betrieb der Anlagen der Wasserwirtschaft haben positive Beschäftigungseffekte und sichern damit auch den Wirtschaftsstandort Österreich ab.

Ziel der Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungs- und Schutzwasserwirtschaft sowie der Gewässerökologie in Österreich“ ist es, den ökonomischen Fußabdruck, den die österreichische Siedlungswasserwirtschaft, die österreichische Schutzwasserwirtschaft und die Maßnahmen der österreichischen Gewässerökologie hinterlassen, transparent zu machen und die daraus ableitbare volkswirtschaftliche Bedeutung darzustellen.

Umfassende Kostenstrukturanalysen

Als Methodik für die Ermittlung der volkswirtschaftlichen Bedeutung wurden umfassende Kostenstrukturanalysen für die Jahre 2014, 2015 und 2016 durchgeführt und davon die volkswirtschaftlichen Effekte anhand der aktuellen Input-Output-Analysen der Statistik Austria und mittels eigener Modellierungen abgeleitet.

Die Input-Output-Analyse, auch Multiplikatoranalyse genannt, ist eine der am häufigsten verwendeten Methoden zur Ermittlung der volkswirtschaftlichen Effekte, mit deren Hilfe sich die wechselseitig verknüpften Liefer- und Bezugsstrukturen einzelner Branchen und Wirtschaftssektoren erfassen und quantifizieren lassen. Daraus können direkte, indirekte und induzierte Produktions-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungsmultiplikatoren abgeleitet werden, welche die Beziehung zwischen Endnachfrage und Güterproduktion abbilden.

Darüber hinaus werden in der Studie auch die Effekte der laufenden Anlagenbetriebsführung und die Fiskaleffekte, die dem Staat zugute kommen, ermittelt. Als zusammengefasstes Ergebnis lassen sich die volkswirtschaftlichen Effekte als ökonomischer Fußabdruck der österreichischen Siedlungswasserwirtschaft, Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie so quantifizieren:

  • Anlageninvestitionen und Anlagenbetrieb tragen mit 3,1 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.
  • Sie generieren einen heimischen Produktionseffekt von mehr als sechs Milliarden Euro, d. h. zusätzlich zur Wertschöpfung werden mehr als drei Milliarden Euro an weiteren Leistungen von anderen Wirtschaftseinheiten nachgefragt.
  • Anlageninvestitionen und Anlagenbetrieb schaffen, sichern und erhalten 33.000 Arbeitsplätze für unselbstständig Beschäftigte.
  • Sie generieren Steuern und Abgaben von 721 Millionen Euro aus den ArbeitnehmerInnenentgelten und der nicht abzugsfähigen Umsatzsteuer für Maßnahmen der Schutzwasserwirtschaft und der Gewässerökologie.
  • Der Förderungsaufwand des Bundes für die Siedlungswasserwirtschaft, Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie beträgt rund 200 Millionen Euro p. a.

Wasserwirtschaft ist Wirtschaftsfaktor

Die österreichische Wasserwirtschaft ist somit nicht nur für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung und die nachhaltige Erhaltung von Ökosystemen relevant, sondern ist auch als bedeutender Wirtschaftsmotor – insbesondere auch für den ländlichen Raum – zu bezeichnen. Die betreffenden Sektoren der Wasserwirtschaft beeinflussen Wirtschaftskraft und Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarktnachfrage und regionale Wertschöpfung.

Insbesondere sind sie direkt und indirekt starke Auftraggeber für eine große Anzahl von österreichischen Klein- und Mittelbetrieben des Produktions-, Dienstleistungs- und Bauwirtschaftssektors, die von besonderer Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Situation und auch im Sinne von Innovation und Zukunftsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft wesentlich sind.

Die Wasserwirtschaft generiert in den Bereichen Siedlungswasserwirtschaft, Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie allein über die investiven Maßnahmen der Errichtung und Sanierung von Anlagen in Höhe von durchschnittlich 848 Millionen Euro pro Jahr – direkt, indirekt und induziert – einen heimischen Produktionswert von 2.394 Millionen Euro.

Diese Maßnahmen werden mit rund 200 Millionen seitens des Bundes gefördert. Jeder Euro Förderung erzeugt somit einen heimischen Produktionswert von 12 Euro. Die Förderung der Wasserwirtschaft rechnet sich somit im wahrsten Sinne des Wortes.

Fiskaleffekte

In einem weiteren Schritt wurden noch die Fiskaleffekte aus den Investitionsaktivitäten der Wasserwirtschaft berechnet. Die Fiskaleffekte wurden primär aus den direkten, indirekten und induzierten Beschäftigungseffekten, dem daraus ableitbaren lohnabhängigen Steuer- und Abgabenaufkommen sowie aus dem privaten Konsum und dem damit verbundenen Umsatzsteueraufkommen abgeleitet. Das Aufkommen aus den Fiskaleffekten fließt dem Sektor Staat (Sozialversicherungen und Bund) zu, im Wege des Finanzausgleichs wird es zum Teil auch auf die Bundesländer und die Gemeinden aufgeteilt.

Stellt man nun diese Fiskaleffekte der investiven Maßnahmen in Höhe von 375 Millionen Euro den eingesetzten jährlichen Förderungsbeträgen gegenüber, so zeigt sich, dass die dem Staat bzw. den öffentlichen Einrichtungen zufließenden Steuer- und Abgabenbeträge wesentlich höher sind als die eingesetzten Bundesförderungsmittel, nämlich im Durchschnitt um das 1,9-fache.

Bedeutender Faktor der Volkswirtschaft

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die österreichische Wasserwirtschaft nicht nur als essentieller Teil der Daseinsvorsorge, sondern darüber hinaus auch als ein bedeutender Faktor der österreichischen Volkswirtschaft zu betrachten ist.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung liegt dabei nicht nur in den direkten Aufwendungen für die Errichtung, die Sanierung und den Anlagenbetrieb, sondern insbesondere auch in den indirekten und induzierten volkswirtschaftlichen Effekten aufgrund von Wirtschaftsverflechtungen aus Vorleistungen und einer erhöhten Konsumnachfrage aus Einkünften infolge der Beschäftigungseffekte.

Link zur Studie

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